"Wir tun viel für die lebenden Tiere, jetzt auch noch mehr für die kranken und bald auch etwas für die toten." Mit dieser Bemerkung weist Liebhard Löffler, Erster Vorsitzender des Tierschutzvereins Bamberg und Umgebung, auf das allerneueste Vereins-Vorhaben hin: Den Tierfriedhof. Das laufende Großprojekt "Bau der Katzenquarantäne" steht kurz vor dem Abschluss im März und schon rückt Architekt Stefan Moncken mit neuen Planentwürfen im Rothofer Weg an. Es soll am besten ein Bauprojekt ans andere anschließen, so etwa wie das neue Grundstück an die bestehenden 8000 Quadratmeter Tierheim-Gelände.

Dieses ist allerdings im Gegensatz zu der für die Tierbestattung vorgesehenen Fläche nicht in Vereinsbesitz, sondern von der Stadt Bamberg langfristig zur Verfügung gestellt. Die nördlich angrenzenden 2500 Quadratmeter stellen die erste eigene Vereinsfläche dar, erklärt der Vorsitzende.

Immer wieder wurde an ihn, die Vorstandskollegen und natürlich die Mitarbeiter die Frage nach Tierbestattungen herangetragen. Das nahm die Vereinsführung zum Anlass einmal selbst eine Umfrage zu starten führt Thomas Fischer, Mitglied des neu gegründeten vereinsinternen Friedhof-Ausschusses. Das war 2007 und die Resonanz enorm.

Man recherchierte weiter und fand heraus, dass der Einzugsbereich von Tierfriedhöfen aus einem Radius von etwa 30 Kilometern besteht. Das erklärt, warum ein Großteil des Tierfriedhofes in Lichtenfels von Tierbesitzer aus der Region Bamberg genutzt wird. "Bei einer größeren Entfernung ist es schwer die Begräbnisstätten zu pflegen", nennt Löffler hier einen Grund. Zum Nürnberger Tierfriedhof sind es ungefähr 70 Kilometer, der privat geführte in Kitzingen (circa 85 Kilometer) wird aufgelöst.


100 Bestattungen jährlich

Architekt Moncken, der aktuell die Pläne für das Bamberger Quarantäne-Projekt erstellt hat, ist auch mit den Umbauarbeiten in Lichtenfels betraut und kennt von daher Details. "Etwa 100 Tiere werden dort jährlich bestattet."

Bei einem Ortstermin mit Bambergs OB Andreas Starke und den Fachleuten aus den zuständigen Abteilungen und Behörden hatte der Stadtchef das Vorhaben befürwortet. Deswegen hat der Bamberger Tierschutzverein Moncken mit der Planung beauftragt. Diverse Entwürfe wurden in der Vereinsführung erörtert nun hat sich die Variante mit der organischen, also einer geschwungenem Wegeführung durchgesetzt. Als Gestaltungselemente können diverse Sitzbänke, ein Pavillon oder auch ein Brunnen fungieren. Darüber lässt sich im Detail reden. Nicht verhandelbar ist die Höhe des (Industrie-) Zaunes . Die muss sein, schließlich sollen keine Wildtiere, das heißt Aasfresser ins Innere gelangen können. Aus den gleichen Gründen muss der Zaun respektive dessen Befestigung weitere 50 Zentimeter tief ins Erdreich, um ein Eindringen von unten her zu vermeiden. Allein der Zaun samt Tor wird laut Architekt mindestens 20.000 bis 25.000 Euro verschlingen.

Der Planentwurf, der dann dem Bauantrag zugrunde gelegt wird, enthält überdies zwei Gebäude: Eine Abschiedshalle, die auch WC's vorhält. "Die können dann auch für Tierheimveranstaltungen genutzt werden," erklärt Beirätin _Ingeborg König-Fischer. Ebenfalls erforderlich ist ein weiterer Funktionsbau für die Entsorgung. "Wenn wir einen Bauantrag stellen, dann mit allem, was jetzt noch ansteht", sagt dazu Planer Moncken.

Was dann wann genau gebaut wird, hängt auch von der finanziellen Situation ab. Als erstes geht es darum, wie man bei dem laufenden Projekt herauskommt. Jedenfalls geht bei diesem Vorgehen keine Zeit verloren. "Wir möchten gerne heuer fertig werden," erklärt dazu de Vereinsvorsitzende, "spätestens Ende nächsten Jahres", ergänzt Beirätin König-Fischer.


Weitere Bauten

Während der Tierfriedhof ausschließlich auf der erworbenen Wiese entstehen soll, kämen die beiden Bauten auf das bestehende Areal wofür dann eineinhalb Hundeausläufe verlegt werden müssten.

Vorgesehen ist es, dass auf dem Friedhof alle Haustiere besattet werden. Sowohl in Form der Erd- als auch der Urnenbestattung. Weitere Details wie Ruhefristen und Gebühren muss der Verein noch ausarbeiten. Fest stehe jedoch, so Löffler, alles so zu gestalten, dass es sich auch Tierbesitzer mit kleiner Rente, oder solche die Hartz IV beziehen leisten können.Für viele ist das Haustier auch Familienmitglied. "Da tue man sich schwer, es zur Tierkörperbesitigung und in den Kleintiereinwurf zu geben." Freilich versteht Löffler auch, dass es Leute gibt, die das nicht verstehen. Er weist zugleich auf einen wichtigen gesellschaftlichen Aspekt hin: Ein Einstieg für Kinder in das Thema Tod, Trauer und Abschied nehmen. Als Beitrag zur Ökologie sieht Löffler die Begrünung mit heimischen Hölzern und die Hecke am Zaun.