Punkt, Punkt, Komma, Strich - fertig ist das Lausbubengesicht. "Dann malt man noch ein paar witzige Ohren oder ein paar Haarsträhnen dazu, und schon hat man seine eigene Comicfigur", sagt Thorsten Trantow. "Jeder kann Comics malen."

Thorsten Trantow ist Comiczeichner. Er setzt sich jeden Tag in sein kleines Atelier und denkt sich eine neue, witzige Popel-Geschichte aus.

Zum Beispiel die, die mit Nachgelaufen und Bohne, die ihr heute unter diesem Text findet. Am Dienstag ist Thorsten Trantow aber nicht in sein Atelier gegangen, sondern nach Bamberg gekommen: In der Stechert-Arena hat er 120 Kindern, die beim klar.text-Comicwettbewerb mitgemacht haben, gezeigt, wie aus ein paar Bleistiftstrichen Popel, Nachgelaufen, Cousinchen und Bohne werden.

"Jetzt zeige ich euch mal, wie der Popel spazieren geht", sagt Thorsten Trantow, rückt seinen Stuhl zurecht und legt los. Alle sind mucksmäuschenstill und schauen gebannt auf eine Leinwand, auf der man sehen kann, wie der 36-Jährige einen Halbkreis zeichnet, drei Haare malt, eine Knubbelnase und zwei Augen. "Heee, das ist ja Popel", rufen ein paar Kinder.

"Geil! Das isser!" schreit ein Junge und klatscht in die Hände.

Die anderen machen mit, tosender Applaus bricht los, und der Popelzeichner bekommt ganz rote Wangen. "Schaut mal her, jetzt nehme ich eine Tuschefeder und mache die Umrisse schwarz." Jetzt sieht es schon fast wie ein fertiger Comic aus.
"Jetzt kommen die Farben, das zeige ich euch am Computer", sagt Thorsten Trantow und klappt sein Laptop auf. Er ruft eine Datei auf, und ein schwarz-weißer Popel taucht auf. Darunter sind bunte Kreise. Neben einem blauen Kreis steht "Hose". "Ich nehm' immer dieselben Farben, damit der Popel nicht plötzlich mal eine grüne Hose anhat", erklärt er.



Jetzt geht er durch die Tischreihen und schaut, was die Comicschüler gezeichnet haben. "Ich hab' einen Engel mit Ballerinaschuhen gemalt", sagt die achtjährige Julia aus Lauter bei Baunach und zeigt stolz ihr Bild. Miriam aus Kulmbach hat einen Kreis gemalt: "Das soll ein Mädchen werden. Blond. Hm, ich mal einfach drauflos!" Und das tut sie auch. "Zeichnen soll Spaß machen", findet Thorsten Trantow. Er macht allen noch mal Mut: "Das ist gar nicht schwer, einfach ausprobieren!"


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