Laden...
Bamberg
Fußball

Verband beschließt längste Saison der Geschichte im Amateurfußball - für zahlreiche Klubs ein Schlag ins Gesicht

Aus der Saison 2019/20 wird die Spielzeit 2019/21: Der Bayerische Fußballverband verlängert die aktuell unterbrochene Saison bis zum Juni 2021. Wir erklären die genauen Pläne und was das für Vereine bedeutet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Philip Kofler/pixabay.com

Die Fortsetzung der Fußballsaison auf Amateurebene ist geregelt. Nachdem der Bayerische Fußballverband (BFV) bereits die Wiederaufnahme der Regionalliga bekannt gegeben hatte, beschloss er nun für die Spielklassen ab Bayernliga abwärts die Verlängerung der Spielzeit 2019/20 bis 30. Juni 2021. Diese Regelung gilt für den Spielbetrieb der Frauen und Herren.

Wie unsere Zeitung bereits vorab berichtete, fällt durch den neuen Beschluss die Saison 2020/21 aus. Zudem wird die gerade unterbrochene Spielzeit zur längsten der Geschichte. Sie wird sich fast über zwei Jahre ziehen.

Die vom BFV eingesetzte Lösungsarbeitsgruppe "Spielbetrieb Liga und Pokal Erwachsene", ihr gehören neben den BFV-Spielleitern mehr als 30 Vereinsvertreter an, hatte die Absage der Saison 2020/21 "aufgrund zeitlicher Gründe und fehlender Spieltermine" sowie die Verlängerung der Spielzeit 2019/20 bis Juni 2021 einstimmig vorgeschlagen. Der BFV-Vorstand hat diesen Vorschlag nun bestätigt.

Der Verband erläuterte in einer Mitteilung, dass der Spielbetrieb wegen der aktuellen Corona-Zwangspause frühestens ab September wieder aufgenommen werden kann. Je nach Liga stehen dann noch zehn bis 17 reguläre Spieltermine der Saison 2019/20 an, hinzukommen Platzierungs- und Entscheidungsspiele. Auch der Pokal ist noch nicht beendet.

Maximal elf Spieltage möglich

Witterungsbedingt könne in den meisten Regionen nur bis Mitte November gespielt werden. Somit bleiben im laufenden Kalenderjahr maximal elf Wochenenden für Spiele - vorausgesetzt die Corona-Pandemie lässt Partien zu. Spiele unter der Woche scheitern in dieser Jahreszeit nach BFV-Auskunft am oft fehlenden Flutlicht oder beruflichen Verpflichtungen der Spieler.

"Selbst dann, wenn wir uns entscheiden, eine Saison unter Inkaufnahme etlicher Wochentags- und Abendspiele bis Dezember auf Biegen und Brechen durchzuziehen, wären das Saisonfinale und notwendige Entscheidungsspiele zur zuschauerunfreundlichen Zeit Ende November oder Anfang Dezember zu spielen", verdeutlicht Verbandsspielleiter Josef Janker in der Mitteilung. "Hinzu kommt die große Gefahr, dass aufgrund witterungsbedingter Absagen das Spieljahr nicht zu beenden ist."

Saisonfinale im Frühjahr 2021

Deshalb soll das Saisonfinale im Erwachsenenbereich in den Frühling 2021 fallen. Dank des neuen Rahmen-Terminplans gebe es auch Puffer für mögliche Quarantänezeiten einzelner Mannschaften oder behördlich angeordneter Schließungen von Sportvereinen oder Trainingsgeländen innerhalb eines Landkreises oder einer Stadt.

Zusatzangebot geplant

Sollte es die Terminsituation erlauben, strebt der bayerische Verband ein Zusatzangebot zum regulären Ligaspielbetrieb an. Modelle hierzu werden in den nächsten Wochen, je nach Region oder Termindruck einer Liga, von den BFV-Spielleitern zusammen mit den Vereinsvertretern der jeweiligen Arbeitsgruppen erarbeitet.

"Dabei ist klar, dass dieser zusätzliche Wettbewerb einen sportlichen Wert und damit eine Attraktivität besitzen muss. Darüber hinaus bietet er Spielzeit für die Vereine", wird BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher zitiert. Er könnte sich einen modifizierten Pokalwettbewerb mit Gruppenspielen, aber auch eine Art Play-off-Runde vorstellen. So könne individuell auf regionale Besonderheiten hinsichtlich Spielklassengröße, Wetterprognosen und gemeinsam entwickelte Wünsche eingegangen werden.

Rückschlag für Kritiker

Auf Wohlwollen wird die Entscheidung des BFV zur Saisonfortsetzung beziehungsweise -verlängerung nicht bei allen Vereinen stoßen. Vielmehr dürfte es für zahlreiche Klubs ein Schlag ins Gesicht sein. In den vergangenen Wochen hatten sich immer mehr Spieler und Vereinsvertreter für einen Saisonabbruch ausgesprochen.

Erst am Donnerstagabend hatte Dirk Schaefer, Abteilungsleiter des Kreisligisten FC Stein bei Nürnberg, eine Online-Petition für den sofortigen Abbruch der Saison 2019/20 gestartet. Bis Samstagmittag hatten bereits mehr als 4100 Unterstützer die Online-Petition unterschrieben. Die Petition findet sich hier red/ter

Info: Wie es mit dem Spielbetrieb im Nachwuchsbereich in Bayern weitergehen soll, will der Bayerische Fußballverband in den kommenden Tagen bekanntgeben.

Verwandte Artikel