In seinem zweiten Spiel als Cheftrainer des FC Eintracht Bamberg musste Tobias Fuchs die erste Niederlage hinnehmen. Am Freitagabend unterlagen die "Violetten" im fränkischen Derby der Fußball-Regionalliga Bayern beim FC Schweinfurt 05 mit 0:1 (0:1). Während die Gastgeber in einer Partie auf mäßigem Niveau nach zuvor fünf sieglosen Spielen wieder ein Erfolgserlebnis feierten, bleiben die Bamberger nach der sechsten Saisonniederlage Tabellenvorletzter und treten im Abstiegskampf weiter auf der Stelle.

Die Bamberger begannen vor 1226 Zuschauern im Willy-Sachs-Stadion mit der gleichen Startformation, die in Buchbach vor einer Woche ein 0:0 erkämpfte. Doch diesmal dauerte es lediglich zweieinhalb Minuten, ehe FCE-Torwart Mario Aller den Ball aus seinem Netz holen musste. Michael Krämer hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt, seine Flanke verwertete im Strafraum Kevin Fery zum frühen Schweinfurter Führungstreffer. Die Unterfranken waren auch in der Folgezeit tonangebend und stellten die Abwehr ihres Gegners einige Male vor Probleme. Die Bamberger verloren im Spielaufbau zu viele Zweikämpfe, und mit ihren langen Bällen in die Spitze konnten sie keine Gefahr verbreiten.

Aller verhinderte in der 19. Min. den zweiten Treffer der "Schnüdel" mit einer schönen Parade, nachdem Häcker alleine vor ihm aufgetaucht war. Und nur zwei Minuten zögerte der Schweinfurter Sturmführer Tom Jäckel zu lange beim Torschuss. Die einzige gute Tormöglichkeit für die Gäste in den ersten 45 Minuten vergab Silas Göpfert. Dessen Schuss aus zwölf Metern im Anschluss an eine Ecke parierte FCS-Schlussmann Felix Reusch. Zwar zeigten auch die "Violetten" im ersten Durchgang einige paar gute Kombinationen, doch vor dem gegnerischen Strafraum fehlte ihnen die Durchschlagskraft, sodass die Unterfranken verdient mit der knappen Führung in die Kabine gingen.

In die zweite Halbzeit starteten die Bamberger wesentlich aggressiver und zeigten den im Abstiegskampf nötigen
Kampfgeist. Sie attackierten die Schweinfurter nun wesentlich früher, und davon zeigten sich die "Schnüdel" sichtlich beeindruckt. Benjamin Kauffmann kurbelte nun das Angriffsspiel der Gäste an, doch im Abschluss waren sie weiterhin viel zu harmlos. Die Unterfranken, die bereits im ersten Durchgang verletzungsbedingt zweimal wechseln mussten und bei denen die Kraft und Konzentration allmählich nachließen, verlegten sich nun aufs Kontern, kamen aber ebenfalls nicht zu gefährlichen Toraktionen.

Der FC Eintracht bekam die Partie mehr und mehr in den Griff und verstärkte den Druck. Pech hatte Kauffmann in der 77. Min., als sein Distanzschuss nur knapp über das Tor ging und der Ball dabei noch die Latte streifte. Doch so sehr sich die Bamberger auch um den Ausgleichstreffer bemühten - er fiel nicht.

FC Schweinfurt 05: Reusch - Pigl, Bechmann, Müller, Bauer (13. Häcker) - Mache, Krämer, Krautschneider (94. Dußler), Fery (43. Kleinhenz) - Kraus, Jäckel / FC Eintracht Bamberg: Aller - Altwasser, Göpfert, Hofstetter, Schmitt - Wenninger (80. Gradl), Alfieri - Dotzler (37. Trautmann), Kaufmann, Schäffler - Görtler / SR: Kornblum (Chieming) / Zuschauer: 1226 / Tor: 1:0 Fery (3.) / Gelbe Karten: Müller, Kraus, Krautschneider, Bechmann - Wenninger, Alfieri, Görtler, Schäffler, Kauffmann


Trainerstimmen

Gerd Klaus (FC Schweinfurt 05): "Dass beide Mannschaften in der zweiten Halbzeit keine Torchancen mehr hatten, war dem Platz geschuldet, der wieder wahnsinnig tief war. Wir haben das reingehauen, was bei uns noch im Tank war. Wir haben uns gewehrt und versucht, die drei Punkte hier zu lassen. Ich glaube, dass wir in den ersten 25 Minuten ein sehr ansehnliches Spiel gezeigt haben. Unser Knackpunkt war, dass Kevin Ferry verletzungsbedingt raus musste. Wenn man mir mein Herz rausschneidet, kann ich auch nicht mehr leben. Und so war es heute auch: Wenn Kevin Ferry nicht auf dem Platz ist, ist es für uns zurzeit schwer, das Spiel zu gestalten. Wir wollten deshalb die Bamberger in der zweiten Halbzeit so lange spielen lassen, bis sie müde werden und dann den ein oder anderen Konter setzen. Wir haben wenig zugelassen, deshalb war der Sieg auch verdient. Bei Bamberg ist es so wie bei Dortmund: Wenn man die Seuche am Fuß hat, dann holt man die Punkte halt nicht."
Tobias Fuchs (FC Eintracht Bamberg): " Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht geschafft, den Schweinfurtern entsprechendes entgegenzusetzen. Sie haben uns den Schneid abgekauft und sind immer in die Räume gekommen. Wir sind nicht hinterhergekommen. In der zweiten Halbzeit war zumindest das Engagement sehr viel besser. Aber Fußball ist ein einfaches Spiel. Wenn ich nur zwei- bis dreimal den Ball aufs Tor schieße, und dann auch noch so, dass der Torwart den Ball mit dem Fuß stoppen kann, dann werde ich kein Spiel gewinnen. Punkt. Und in unserer Situation ist es einfach so, dass wir nur mit Siegen da unten raus kommen. Wenn wir nicht anfangen Tore zu machen und zu punkten, dann wird"s ganz, ganz schwer. Für uns war das ein sehr trauriges Derby."