Menschenrechte. Unser Leben hier basiert ganz selbstverständlich darauf, ohne dass wir Details kennen würden. 30 verschiedene Artikel umfassen die Menschenrechte, weiß Manfred Sperber. Bald werde man ihnen im wörtlichen Sinne nach-gehen können, verrät der 61-Jährige: Viereth-Trunstadt wird auf der Basis des jüngsten Gemeinderatsbeschlusses eine Menschenrechts-Wanderweg - "VT 7" - errichten.

VT? Das steht für Viereth-Trunstadt. Bislang hat die Gemeinde insgesamt sechs, durchnummerierte Wanderwege mit Streckenlängen zwischen 3,5 und zwölf Kilometern. Der längste, "VT 6", verbindet alle Gemeindeteile und soll nun in als erster wieder in Schuss kommen, erklärt Sperber. Dafür wollen die Mitglieder des Arbeitskreises "Wanderwege" sorgen. Die haben sich im Zuge des Städtebauförderprogramms "Leben findet innen statt" formiert, neben den drei anderen mit den Schwerpunkten ÖPNV, Jugend und Innerörtliche Gestaltung. Ziel aller ist es, mit ihren jeweiligen Beiträgen die Gemeinde-Entwicklung voran zu bringen.

Weil Sperber, IT-Spezialist im Vorruhestand, mit seinem Hund viel draußen unterwegs und zwischenzeitlich die Wanderwege alle gelaufen ist, fand er das Thema interessant. "Etwas Positives und Sinnvolles für die Gemeinde" wollte er gleichfalls tun.

Die Idee freilich zu diesem ganz besonderen neuen Wanderweg hatten Helmut Wahner (langjähriger Pfarrgemeinderat) und Andreas Dremel (langjähriger Gemeinderat), erklärt Geschäftsleiter Gerd Franke. Seit der 1100-Jahrfeier vor vier Jahren stand sie im Raum. Allerdings habe es zahlreiche Skeptiker gegeben. "Wir berufen uns auf die Menschenrechte, aber keiner kennt sie." Dieser Aspekt war es, der inzwischen auch ihn überzeugt hat.


Start am Rathaus

Beginnend am Rathaus und auf bereits bestehenden Wegen zwischen Viereth und Trunstadt soll der Menschenrechtsweg entstehen und auf der Strecke umfassend über dieses wichtige Thema informieren. "Wir wollen damit ein Zeichen setzen und uns absetzen", erklärt Franke. Edelstahl-Tafeln auf Stein- und Holzstelen oder an Hauswänden sollen die 30 Artikel (die umfangreicheren zusammengefasst) wiedergeben. Auf der Homepage der Gemeinde werden die Texte dann in der Gesamtlänge zu finden sein, merkt Sperber an.

Rund 16.000 Euro teuer wird dieser Weg. Allerdings sind dann noch Eigenleistung sowie die gesponserten Beträge abzuziehen. "Für 20 Artikel haben wir bereits Sponsoren", berichtet Sperber zufrieden. Gesponsert wird mit zwischen 300 und 350 Euro pro Station. Aufgetan werden sollen zudem weitere Förderquellen, was aber erst mit dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats möglich wurde. Franke hat da die Oberfrankenstiftung, die Sparkassenstiftung, den Naturpark Steigerwald im Blick, möchte aber auch gerne Fördertöpfe aus dem Bereich der Politik anzapfen, so dass nur ein relativ geringer Eigenanteil bei der Gemeinde bleibt.

Mit diesem Vorhaben und der Optimierung der bestehenden Wanderwege verspreche man sich Impulse für die Entwicklung der Gemeinde im Bereich Naherholung, aber auch einen Ausbau des touristischen Potenzials.
VT 1 bis 6 werden insofern optimiert, dass etwa die Beschilderung erneuert, Anfangs- oder Endpunkte neu gestaltet, Gesamtübersichten erstellt, Geodaten und Schwierigkeitsgrad angegeben und Verbindungen angezeigt werden. Ergänzt werden Ruhebänke, Übersichtstafeln und dergleichen. Als erster soll VT 6 noch heuer an die Reihe kommen. Den Menschenrechtsweg hat der Arbeitskreis ebenfalls ins Visier genommen. Spätestens im kommenden Jahr ist die Umsetzung geplant. Aber nicht nur dieses Projekt will Sperber mit seinem Arbeitskreis realisieren. Im Focus sind zwei weitere Wege: ein Kindererlebnisweg und ein Pilgerweg auf der Verbindung zwischen Viereth und Trosdorf. Das wären dann VT 9 und VT 8. Der Menschenrechtsweg wird VT 7 sein.