Am frühen Montagmorgen (11. Oktober 2021) gegen 04.30 Uhr wurden die Menschen rund um den Marktplatz in Schlüsselfeld (Landkreis Bamberg) von einem Knall geweckt. Unbekannte hatten den Bankautomaten in einer Filiale der Raiffeisenbank am Marktplatz gesprengt. 

Durch das Einleiten von Gas in den Geldautomaten und der anschließenden Zündung des Gas-Luft-Gemisches gelangten nach bisherigen Erkenntnissen drei Männer an die darin befindlichen Geldkassetten. Bei den Tatverdächtigen handelte es sich um drei vermummte und dunkel gekleidete Männer. Sie sind jeweils zirka 170 bis 180 Zentimeter groß. Ihnen gelang die Flucht. Bäcker Gerhard Ley, der mit seinem Sohn ein Traditionsgeschäft gegenüber führt, hat die Tat hautnah miterlebt. 

Update vom 12.10.2021, 11 Uhr: Bäcker erlebt Geldautomaten-Sprengung in Schlüsselfeld mit

Gerhard Ley hat kürzlich seine Traditionsbäckerei am Schlüsselfelder Marktplatz an seinen Sohn Maximilian übergeben, wie er in einem Video bei News5 erzählt. Trotzdem ist er als Seniorchef weiterhin schon früh morgens in der Backstube und im Laden tätig. Am Montagmorgen erlebte das Vater-Sohn-Gespann einen wahren Schock-Moment. Nur wenige Meter entfernt sprengten Unbekannte einen Geldautomaten der Raiffeisenbank und flüchteten mit Bargeld im hohen fünfstelligen Eurobereich, berichtet die Polizei. 

"Gegen halb 5 ist mir aufgefallen, dass draußen wieder jemand an die Raiffeisen ran fährt", so Ley. Das sei zwar nicht unüblich. Doch dass zwei Personen mit schweren Taschen aus dem Wagen gestiegen seien, habe ihn stutzig gemacht. "Die haben ausgeschaut wie so Golftaschen." Daraufhin habe er seinen Sohn in der Backstube informiert. Dann hätten sie die Ladentür aufgemacht und "gehört, dass die drüben flexen". Der Sohn habe dann die Polizei gerufen, innerhalb von weniger als zwei Minuten habe es dann eine Explosion gegeben. Die Täter hätten zuvor eine Leitung neben seinem Laden gelegt und die Sprengung aus der Ferne eingeleitet. Die Explosion sei "feuerrot" gewesen. 

"Dann sind sie gleich rüber vors Fenster, haben ihre Taschen mit dem ganzen Geld gepackt", sagt der Bäcker gegenüber News5. An der Straßenkurve sei "gleich ein Audi gestanden, ab und fort". In der Dunkelheit habe man kein Nummernschild gesehen, er wisse nur, dass es ein Fahrer und zwei Personen in der Bank gewesen seien.

Bei ihm sei "zum Glück" nur eine Scheibe durch ein fliegendes Teil des Geldautomaten zerstört worden. Das Erlebte gehe "einem schon nach", sagt der Bäcker. Sein Sohn habe extra darauf bestanden, das Licht auszumachen, "nicht, dass die uns sehen, dass irgendwas noch passiert. Das musst du erst verkraften." Die "ganze Straße" sei voller Scherben gewesen, so Ley im Videointerview. Man brauche "gar keinen Tatort mehr anschauen, das ist jetzt alles schon vor der Haustür." 

Erstmeldung vom 11.10.2021: Nach Sprengung: Polizei bittet um Hinweise - Täter weiter auf der Flucht

Die Täter flüchteten nach der Sprengung mit einem dunklen Audi, vermutlich des Typs A6, in nordöstliche Richtung. Im Bereich der Bamberger Straße verlor sich dann ihre Spur. Trotz sofort eingeleiteter umfangreicher Fahndungsmaßnahmen nach dem Trio, konnten die Männer flüchten. 

Durch die Explosion wurde nicht nur das Bankgebäude samt Inneneinrichtung, sondern auch eine benachbarte Bäckerei in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Wucht der Explosion zerbarst die Scheibe der Filiale. An den Gebäuden entstand ein Gesamtsachschaden in Höhe von mindestens 100.000 Euro. Die Geldautomatensprenger erbeuteten Bargeld im hohen fünfstelligen Eurobereich. Die Kriminalpolizei Bamberg übernahm die Spurensicherung und weiteren Ermittlungen am Tatort.

Sie bittet um Zeugenhinweise:

  • Wer hat am Montag, gegen 4.30 Uhr, auffällige Beobachtungen am Marktplatz, der Bamberger Straße und Umgebung gemacht?
  • Wer kann Hinweise zu dem dunklen Audi und/oder dessen Insassen geben?
  • Wem sind bereits in der Zeit vor der Tat verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Umfeld der Bankfiliale aufgefallen?

Zeugen werden gebeten, sich bei der Kripo Bamberg unter der Tel.-Nr. 0951/9129-491 zu melden.

Vorschaubild: © Collage inFranken.de: News5/Merzbach