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LKR Bamberg
Wohnungssuche

Letzte Hoffnung dahin: Erneuter Schicksalsschlag für Christine H. und Sohn Max

Schon so lange sind die alleinerziehende Christine H. und ihr körperlich behinderter Sohn auf Wohnungssuche in der Region Bamberg. Jetzt haben sie eine barrierefreie Bleibe gefunden, können sich die Miete aber nicht leisten. Mutter Christine weiß nicht, wie es weitergehen soll.
 
Dieses barrierefreie  Bad wäre  für Max im Rollstuhl perfekt  zu nutzen gewesen, "ein Traum", sagt seine Mutter.Fotos:  Matthias Hoch
Dieses barrierefreie Bad wäre für Max im Rollstuhl perfekt zu nutzen gewesen, "ein Traum", sagt seine Mutter.Fotos: Matthias Hoch
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"Vom Platz her ist es super. Da kommen wir zurecht!" Selbst die Schwelle zum Balkon meistern Max und seine Mutter prima. "Da könntest Du sogar selber fahren", meint Mama Christine begeistert in Richtung des Teenagers. Über 80 Quadratmeter barrierefreies Wohnen in einer neuen hellen Wohnung. "Das wär's", schwärmt die 48-Jährige. Doch die Hoffnung auf einen leichter zu bewältigenden Alltag mit dem behinderten Sohn zerschlägt sich umgehend als Gewobau-Geschäftsführer Thomas Neumer den Mietpreis nennt: 954 Euro alles in allem.

Das von der Kaution mit drei Kaltmieten hört Christine H. schon fast nicht mehr. "Das können wir uns nicht leisten!" Der Alleinerziehenden stehen vom Jobcenter 476 Euro Kaltmiete (plus 120 Euro für Betriebskosten etc.) zu. In ihrem Gesicht ist gerade zu sehen, wie ein Traum in sich zusammenfällt.

Erneuter Schicksalsschlag für Familie H. aus dem Kreis Bamberg: Wohnung perfekt - doch sie ist zu teuer

Dabei ist hier insbesondere das Bad so wunderbar rollstuhlgerecht zu nutzen: Reinfahren, unter den Waschtisch und auch zur Toilette. Alles perfekt. Die beiden haben es gleich ausprobiert. In der bisherigen Wohnung stellt das Bad die größte Hürde in der Bewältigung des Alltags dar: Der Rollstuhl passt nicht durch die Türe. Wenigstens erhalten Christine H. und Max dabei dreimal die Woche Hilfe beim Duschen: "Da nehmen wir ihn zu zweit", erklärt Christine H. am Rande. Nach Bandscheibenvorfall und Reha kommt Unterstützung von einem Familien entlastenden Dienst. Die Zeit ohne Unterstützung bleibt beschwerlich.

Neumer und Jonas Fröhlich, Sachgebietsleiter für Hausverwaltungstätigkeiten bei der GeWo, stehen mit dunkler Mine in der lichtdurchfluteten Wohnung. Sie würden der alleinerziehenden Mutter und Max gerne helfen. Doch ist es nicht möglich, Miete nachzulassen. Wie sie mehrfach ausführen. Es hätte Möglichkeiten gegeben, so eine Förderung für den Bau zu bekommen, aber die hätte man vorher beantragen müssen, machen sie deutlich.

Der Gewo gehören rund 1400 Wohnungen zeigt die Nachfrage. "Doch im Moment haben wir eine sehr geringe Fluktuation", weiß der Geschäftsführer. Er weiß auch, dass nur Erdgeschosswohnungen infrage kommen. Und wenn Altbauten Aufzüge haben, dann sind sie in der Regel kleiner als es für Max' Rollstuhl, der 71 Zentimeter breit und 120 lang ist, plus Begleitperson, erforderlich wäre. "Erdgeschosswohnungen haben wir im Moment leider keine frei", lässt Neumer bedrückt wissen.

Viele Hilfsmittel unterzubringen: Christine und Max brauchen mindestens 75 Quadratmeter

Im gleichen Objekt in Burgebrach gäbe es noch eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit 66 Quadratmetern, lautet Neumers letztes Angebot. Christine H. muss dankend ablehnen. "Wegen der vielen Hilfsmittel, die wir unterbringen müssen, brauchen wir schon 75 Quadratmeter," erwidert Christine H., aber auch diese neue, barrierefreie Wohnung läge dann sowieso wieder über dem Satz.

Sozialarbeiterin Lisa Kraußlach vom EUTB (Ergänzende Unabhängige Teilhabe), die Max und dessen Mutter schon lange begleitet, nickt bestätigend. "Das Jobcenter muss der Wohnung zustimmen." Was es hier nicht würde, heißt der unausgesprochene zweite Satzteil. "Bevor Max auf der Welt war, habe ich auch nicht an solche Probleme gedacht, genauso wie Häuslebauer", erklärt Christine H. traurig. Und jetzt? Sie weiß nicht, wie alles weitergehen soll.