Der Sinn dieser Verlegeaktion bekommt in diesen Zeiten eine tiefgründige Bedeutung: Mit Pflastersteinen soll "ein guter und sauberer Zugang zum Zelt ermöglicht werden", erklärt Diakonin Andrea Hofmann vom Förderverein "Zelt der Religionen".

"Gut und sauber" ist auch die Idee dieses Zeltes am Markusplatz, das schon während der Bamberger Landesgartenschau 2012 im "Gottesgarten" ein Publikumsmagnet war. Es verbindet Juden, Christen, Muslime, Angehörige jedweder anderen Religion in gegenseitiger Wertschätzung. "Das Miteinander steht für mich im Vordergrund", sagt etwa Stadträtin Petra Friedrich (GAL), die oft die Veranstaltungen im Zelt besucht.
So ist es der Katholikin, verheiratet mit einem evangelischen Pfarrer, ein inneres Bedürfnis, "diese Initiative der größeren Ökumene zu unterstützen".


Aktion am Montag

Ein Zeichen dafür ist der symbolische Stein für den Umgriff, den Petra Friedrich gestiftet hat. "Steinpatin" darf sie sich nennen und ihren Stein auch unterzeichnen, wenn am Montag, 31. August, um 17 Uhr die Aktion am Zelt startet.

Fast 90 Paten konnten gefunden werden, die mit jeweils zehn Euro einen solchen Stein gesponsert haben. Hans Weis, Arzt im Ruhestand und zur Oberen Pfarre gehörend, steht gleich für zehn Steine Pate: "Ich will etwas dazu beitragen, dass der interreligiöse Dialog gefördert wird", begründet er seinen Griff ins Portemonnaie. "Das gemeinsame Gebet der Religionen zu dem einen Gott möge helfen, dass der Hass auf das Anderssein in unserer Gesellschaft verschwindet", fügt Hans Weis hinzu. Natürlich gefällt dem häufigen Besucher des Zeltes auch die Aussicht, künftig dank der Pflasterung "leichter hinzukommen" und bei feuchter Witterung nicht über eine durchweichte Rasenfläche stapfen zu müssen.

Patin mehrerer Steine ist ebenso Birgit Strehler-Wurch. Sie wolle die "wunderbare Idee des Zeltes", das auch optisch ansprechend ausschaue, sehr gern unterstützen, begründet die Ärztin der Palliativstation am Bamberger Klinikum ihre Spende. Birgit Strehler-Wurch ist davon überzeugt, dass "das Zelt zum Frieden in unserer Stadt beiträgt und Werte bewusst macht". Zwar sei die Stimmung gegenüber Fremden in Bamberg "eher positiv". Doch diese dürfe nicht umschlagen "in dumpfen Hass auf Andersartigkeit", mahnt die Katholikin.

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Jeder kann Pate werden

Der Förderverein "Zelt der Religionen" mit seinem Vorsitzenden Monsignore Gerhard Förch (bis vor kurzem Dompfarrer) lädt die Bamberger zur Verlegeaktion ein. "Jeder und jede kann noch Steinpate werden", werben Förch und Diakonin Hofmann um weitere Sympathieträger. Zugleich wollen sie den Nachmittag dazu nutzen, den "Bankpaten" zu danken. Seit einigen Wochen stehen sechs gesponserte Bänke im Zelt, die nicht nur für Veranstaltungen genutzt werden können, sondern auch sonst zum Verweilen anlocken.