Bis 2020 will die Bundeskanzlerin, dass eine Millionen Elektrofahrzeuge auf den bundesdeutschen Straßen rollen. Damit der Landkreis Bamberg seinen Beitrag dazu leistet, setzt sich im Landratsamt Klimaschutzbeauftragter Robert Martin ein, weshalb er auch den Markt Ebrach angeschrieben hat. Der soll die Lust auf Elektrofahrzeuge durch Stromzapfsäulen fördern. Wie sich zeigt, fährt Ebrach auf den Vorschlag ab, und will das Ganze gleich noch durch eine Station für E-Bikes abrunden.

Eigentlich hatte Bürgermeister Max-Dieter Schneider (SPD) den besten Standort für eine Stromzapfstelle am Marktplatz gesehen. Doch dort müsste erst einmal ein Anschluss hergestellt werden, was vermutlich Kosten so um die 7000 Euro nach sich ziehen würde. Als Alternative schlug er einen der Parkplätze vor dem Rathaus vor.

Diese Variante stieß gerade wegen des Verlustes eines der wenigen Parkplätze vor der Behörde auf Bedenken. Als alternativer Standort wurde der Festplatz genannt. Auch wegen der Nähe zum entstehenden Baumwipfelpfad. Dagegen spreche allerdings, dass die "E-Tanker" dann nicht in den Ort gehen. Letztlich wurde der Standort Lagerhausstraße, bei der Feuerwehr vorgeschlagen. Er verfügt über Strom, ist zentrumsnah und hat Platz. Das E-Ladeangebot könnte dann auch eine Station für E-Bikes abrunden. Jetzt geht es darum, die genauen Konditionen zu ermitteln.

Urnenbestattung

Ermittelt werden muss auch noch, wie im neuen Friedhof am besten eine neue und optisch gelungene Möglichkeit zur Urnenbestattung geschaffen werden kann. Nach intensiven Vorgesprächen soll nun ein Nürnberger Fachmann seine Vorschläge erklären. Gefragt ist auch seine Einschätzung dazu, wie im alten Friedhof eine Neugestaltung des Gefangenenehrenmals erfolgen könnte. Nötig ist dies, da die Inschriften mittlerweile kaum noch zu lesen sind. Es sollen bis dahin Zuschussmöglichkeiten eruiert werden.

Gefragt war seitens der Regierung eine Stellungnahme zur Aufhebung der Verordnung für den geschützten Landschaftsbestandteil "Der Hohe Buchene Wald". Das Gremium reagierte mit Unmut und Unverständnis. Hatte man doch erst 2011 genau zur Verordnung eine (befürwortende) Stellungnahme abgegeben. Die Rechtswidrigkeit der Verordnung begründet die Regierung nun damit, dass das Gebiet nicht klar abzugrenzen sei. Dem widerspricht man und ist der Auffassung, dies sei sehr wohl der Fall. "Das Gebiet ist nach Recht beschlossen, jetzt haben sie das Recht geändert und nun ist es rechtswidrig", brachte Gegner die Sichtweise des Gremiums auf den Punkt. Deswegen nimmt der Marktgemeinderat in seiner Stellungnahme auf den 2011 gefassten Beschluss Bezug.

Der Steigerwald beschäftigte das Gremium in einem weiteren Punkt: die touristische Vermarktung des Baumwipfel pfades. Eigentlich war dafür eine Sondersitzung geplant. Wohl ein Missverständnis. Denn der Marktgemeinderat wollte sich diesem Thema in aller Ruhe und damit nicht-öffentlich widmen. Deswegen wird nun eine Besprechung stattfinden, an der neben einer Zahl von Experten aus dem Bereich Touristik auch Landrat Johann Kalb (CSU) teilnehmen wird.

An sich sollten die Bedenken, die neun Unterzeichner in Sachen Ausbau Bahnhofstraße hegen, in nichtöffentlicher Sitzung besprochen werden. Dafür fehlten die Voraussetzungen, argumentierte Schneider und ließ das Thema, öffentlich diskutieren, was einigen Mitglieder freilich missfiel. Die Bedenken der Unterzeichner griff Gemeinderat Jürgen Gillich (ENL) auf und sprach von erwarteten Beiträgen für die Anlieger von bis zu Härtefällen von 60 000 Euro, was er als existenzvernichtend bezeichnete. Schneider erwiderte, die Hochrechnungen seien derzeit ohne Grundlage. Erst brauche man Planer und Ausschreibungsergebnisse, dann würde man versuchen, zu eruieren, wo Einsparpotenziale sind und diese nutzen.