Es ist das wohl berühmteste Postkartenmotiv Bambergs: der Blick vom Turm des Schlosses Geyerswörth auf das Berggebiet mit Altem Rathaus, Dom, Neuer Residenz und den Michaelsberg. Aktuelle Bilder vom Geyerswörth-Turm wird es aber in den kommenden Jahren kaum geben. Der Grund: Die gesamte Anlage des Rathauses Schloss Geyerswörth wird bis zum Jahr 2023 umfassend saniert. Ende Juli wurde mit der Baustelleinrichtung begonnen, am Freitag erfolgte nun der symbolische Spatenstich für das 16,8 Millionen Euro schwere Großprojekt.

Den Weg freigemacht für die Sanierung hatte der Umbau des ehemaligen Kreiswehrersatzamtes zum Rathaus am ZOB, in das am 15. Juli die zuvor im Rathaus Geyerswörth angesiedelten Dienststellen umgezogen sind. Auch nach der Sanierung soll das Anwesen nach einem Stadtratsbeschluss vom November 2016 wieder als städtisches Ämtergebäude genutzt werden, berichtet die Rathaus-Pressestelle.

Bis dahin ist freilich viel zu tun: 2016 hatte man gravierende Schäden erkannt und eine Notsicherung einer Teilfassade war notwendig. Ein Tragwerksgutachten wurde in Auftrag gegeben. Nach der Analyse der Gebäudestruktur und des Inneren wurden schnell die Schwachpunkte ausgemacht: Umfangreiche Schadensbilder an Dach- und Tragwerkskonstruktion, Risse und Putzabplatzungen an der Fassade wie im Innenbereich, Feuchteschäden und allgemeine Abnutzungserscheinungen prägen das Bild. Brandschutz, Barrierefreiheit und Haustechnik sind ebenfalls große Themen bei der Sanierung.

Die Baubschnitte

Im jetzt begonnenen Bauabschnitt 1 werden insbesondere Dach und Fassaden instandgesetzt. Im Bauabschnitt 2 steht die nutzungsorientierte Planung im Vordergrund. Der entsprechende Bauantrag für die Planung der inneren Organisation als Verwaltungsgebäude soll noch bis Ende dieses Jahres eingereicht werden. Dazu gehören auch die Schaffung eines barrierefreien Empfangsbereiches im Ostflügel und eines barrierefreien Zugangs zum Renaissancesaal. "Es ist das erklärte Ziel der gesamten Planung, für Schloss Geyerswörth eine nachhaltige, denkmalgerechte Nutzung umzusetzen", zeigte sich Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) überzeugt. "Ich bin mir sicher, dass sich alle beteiligten Stellen sehr dafür einsetzen werden. Ich freue mich darauf, wenn dieses so markante Gebäude, direkt in unserem Welterbe, wieder mit Leben erfüllt wird", so Starke.

Sein besonderer Dank ging an die Fördermittelgeber von Bund und Land, die rund 80 Prozent der veranschlagten Baukosten von 16,8 Millionen Euro aufbringen.

Dank an Fördermittelgeber

Besonders die vom ebenfalls anwesenden MdB Andreas Schwarz (SPD) maßgeblich beförderte Unterstützung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von 7,15 Millionen Euro habe den Einstieg in die Sanierung erst möglich gemacht. Aber auch die Oberfrankenstiftung ist mit eineinhalb Millionen Euro dabei, das Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz" mit einer Million Euro und das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kultur (Entschädigungsfonds) mit 3,14 Millionen Euro. Der Stiftungsrat der Bayerischen Landesstiftung wird über die Höhe des Zuschusses zur Stärkung der Eigenmittel im Dezember entscheiden.

Bevor zum Spaten gegriffen wurde, schilderte Hans-Heinrich Häffner von der Architektengemeinschaft Häffner + Möser die Herausforderungen des Sanierungsprojektes. Am Ende werde aber die Funktionalität des Gebäudes deutlich verbessert und die Orientierung für die Besucher spürbar erleichtert.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von einem Querflötenduo der Städtischen Musikschule Bamberg mit Martin und Melanie Erzfeld.