Düster ist's, wenn man morgens die Wohnung verlässt, düster beim Nachhausekommen. Und die Nächte werden noch länger - bis zum kürzesten Tag des Jahres am 21. Dezember. Der aber ist seit 2011 ein Highlight für Cineasten. Schließlich gilt es dann in rund 20 Ländern der Welt, die größte Kurzfilmparty des Jahres zu feiern. In Bamberg wird dem Publikum eine kunterbunte Kurzfilmmischung unter dem Titel "Wohl bekomm's" drei Tage vor dem Heiligen Abend serviert.

In die Brauerei Keesmann führt diesmal das Kurzfilmevent, bei dem Filmfans ab 19.30 Uhr zwölf "Filmhappen" konsumieren können. Im vergangenen Jahr hatte sich in den Räumen des Katastrophenschutzes passend zum Motto "Um Haaresbreite" der Vorhang geöffnet, nachdem man im Gärtnermuseum 2013 sein "grünes Wunder" erlebte.


Aus acht Ländern

Werke aus acht Ländern präsentieren dasLichtspiel und die Bamberger Kurzfilmtageam 21.12. rund ums Thema Gaumenfreuden. Der Esstisch wird zur Bühne, wo sich fliegende Spaghetti, tanzende Weingläser und hungrige Ganoven begegnen.

Los geht's mit einem animierten Streifen aus Luxemburg, der die phantastischen Möglichkeiten des Kurzfilms zeigt: So kämpfen "Jules", ein Weinglas, und "Pierre" als Bierkrug in dem Werk um das Herz der schönen "Laurence", einer Sektflöte. Die einzige Regel des erbarmungslosen Duells lautet: "Alles ist erlaubt, solange du nicht zu Bruch gehst." Allerdings ist manchmal ein Herz zerbrechlicher als Glas, wie der Filmspaß belegt, der unter dem Titel "Fragile" zu sehen ist.

Ein niederländischer Puppentrick-Film zum Martinstag wird gezeigt. In "Pommes Frites" sieht man drei Kinder durch die Straßen laufen und "Süßes oder Saures" fordern. Nur blitzt das Trio bei den meisten Anwohnern ab. Vor düsterer Kulisse spitzt sich das Geschehen bis zum aberwitzigen Ende zu, über das wir an dieser Stelle aber nichts verraten.



Kochen auf dem Atomherd

Aus Großbritannien kommt ein Werbespot für den atomar betriebenen Herd "Hälkke 9", der das "altmodische, zeitintensive Kochen mit seinen Unannehmlichkeiten wie Fettspritzern gänzlich überflüssig macht". Im Beitrag aus Österreich isst Familie Meiberger zu Abend. Was kein Filmthema wäre, würden die Protagonisten in "Tomatenköpfe" nicht die Schwerkraft besiegen und der Gravitation beim Nudelschmaus ein Schnippchen schlagen.

"Pop-Musik" dreht sich als deutscher Kurzfilm um eine in die Jahre gekommene Boy-Group: "Liquid Bread". Ein abstruser Überfall auf einen Imbiss, eine "asiatische Begegnung mit einer mysteriösen Nudel" und manches mehr kommt im Saal der Brauerei Keesmann am 21. Dezember auf den Tisch:

Zum krönenden Schluss kredenzen die Veranstalter Besuchern noch "The Bloody Olive". Zurück in die gute alte Zeit geht's in dem Schwarzweißfilm um ein mörderisches Weihnachtsfest. Der Tannenbaum ist schon geschmückt, erste Gäste rollen an. Dann aber werden die Messer gewetzt, die nicht mehr nur zum Zerteilen des Festtagsbratens dienen . . .

The Bloody Olive from vincent bal on Vimeo.


Kurzfilmtage ab 25. Januar

Ja, in der Kürze liegt die Würze. Das soll der Kurzfilmtag einmal mehr zeigen, der auch einen Vorgeschmack auf die 26. Bamberger Kurzfilmtage gibt, die vom 25. bis 31. Januar stattfinden. Wobei Nora Gomringer diesmal die künstlerische Patenschaft für das Festival übernahm.