Jetzt kann die sonst nach außen eher bescheiden auftretende Stadt Hallstadt doch mal so richtig ordentlich auftischen: Stolz zeigt sich "Chefkoch" Thomas Söder auf die ganz besondere Kreation, die dem Stadtrat da offenbar gelungen ist - die neue Schulmensa, die wohl mehrere Sterne verdiene. In deren Rezeptur zur Planung gewähre man gerne Einblick. Seit diesem Schuljahr werden die Ganztagsschüler, rund 100, hier bekocht.

Dabei hat es durchaus gedauert, bis in Hallstadt das Rezept gefunden war, das mensabezogen allen am besten schmeckt. In einer ersten Runde im Jahr 2012, so erinnert Söder, habe man den Grundsatzbeschluss zur Errichtung einer Schulmensa gefasst: Als Neubau und an anderer Stelle.

Der Ansatz verkochte allerdings im Laufe der Planungsphase. So wurde dann ein neuer Versuch gestartet. Mit ganz neuen Ingredienzien: einem anderen Planer, einem anderen Standort und einer Erweiterung im Bestand anstelle eines Neubaues. Und auch portionsmäßig wurde beim Bruzzeln über den Plänen erweitert: Nachdem man sich auf eine Zubereitungsküche festgelegt hatte, sollte die aus wirtschaftlichen Gründen auch in die Lage versetzt werden, nach außen zu liefern.

Als wahren Glücksfall bezeichnet Söder die Tatsache, dass man in der Planungs - und Bauphase einen Profi an der Seite hatte: die Hallstadter Hauswirtschaftsmeisterin Edith Stieber. Auf diese Weise konnte bei den Anforderungen an Funktionalität und Hygiene alles bedacht werden. "Denn Architekten sind Architekten und keine Köche." Söder glaubt, der beauftragte Architekt, der bereits einigen Mensen geplant hatte, "hat in Hallstadt noch viel gelernt".

Wegen der praxisgestützten Planung habe es seitens der "Endabnahme" durch die Fachbehörde viel Lob gegeben.

Eine Mensa zu bauen, sei ungleich schwieriger als ein Haus zu errichten, weiß Söder nun. Klassischerweise bauen Kommunen ja auch nicht unbedingt Küchen. Mit Einführung der Ganztagsschule befänden sich etliche Kommunen in einer vergleichbaren Situation, weiß Söder. Hallstadt habe sich im Vorfeld intensiv umgesehen. Die Informationen flossen zusammen mit den Tipps der Praktikerin in das Werk ein. Weshalb Söder anderen Gemeinden sozusagen das Topfgucken anbietet: "Sie können gerne kommen und sich bei uns informieren."
Mit "Zutaten" für 1,6 Millionen Euro jedenfalls hat die Stadt Hallstadt ihre Schulmensa kreiiert. Das Ganze auch noch in einer Bauzeit von sechs Monaten, was Söder eine "sportliche" nennt.

Eine Spezialität des Hauses ist die, dass die Schulmensa wesentlich mehr als die derzeit täglich 100 Essen für die Ganztagsschule zubereiten kann. Insgesamt sind bis zu 300 Essen möglich. Nun befindet man sich in der Startphase. Danach sollen weitere 100 Essen für die Hallstadter Kindergärten folgen.


3,50 Euro fürs Menü

Bewirtschaftetet wird die Schulmensa über die Firma "KostBar". Drei Angestellte sorgen dafür, dass die jungen Gäste mit frisch gekochtem, gesundem Essen versorgt werden. "3,50 Euro kostet das teuerste Menue", so Söder. Damit kann "KostBar" freilich (noch) keine schwarze Null schreiben. Deswegen wird die Deckungslücke in der Anfangsphase noch aus dem Stadtsäckel gefüllt. "Denn erst ab 200 Essen wird's wirtschaftlich."

"KostBar" soll die Arbeit in der Schulmensa möglichst langfristig schmackhaft gemacht werden, deswegen gibt's auch eine Verlängerungsoption über den ersten Einjahresvertrag hinaus.

Beim Kartoffelfest am Wochenende stellte sich die Mensa der Öffentlichkeit vor. Schweinebraten mit Klößen haben dem poltischen Chef-Koch Söder übrigens hervorragend gemundet.

Offiziell hat sich die Schulmensa in dieser Woche der Öffentlichkeit präsentiert.