• Hallstadter Gaststätte "Maastümpfl" leidet unter Personalmangel und Energiekrise
  • Zwei Tage weniger offen: Betreiber reduzieren Öffnungszeiten 
  • "Wie sollen Leute es bezahlen?": Abschlagszahlung soll sich vervierfachen
  • "Wollen voll durchstarten": Betreiber haben Zukunftspläne

Nun reagiert auch die beliebte Gaststätte "Maastümpfl" am Stadtrand von Hallstadt auf die Energiekrise. Vor allem aber hätten gesundheitliche Probleme und Personalmangel zur Entscheidung beigetragen, die Öffnungszeiten merklich zu reduzieren.

Hallstadter Gaststätte "Maastümpfl" wird "ziemlich überrannt" - doch muss Öffnungszeiten reduzieren

Olaf Wessel und seine Frau Andrea betreiben seit fast 30 Jahren das Vereinslokal des SV Hallstadt am Sportplatz 26. Er ist gelernter Koch, sie Hotelfachfrau und arbeitet überwiegend im Service, wie Olaf Wessel inFranken.de erzählt. Nun gibt es jedoch reduzierte Öffnungszeiten, die ab dem 1. Oktober 2022 gelten sollen. So fallen der Montag und Dienstag komplett weg. Mittwoch bleibt weiterhin Ruhetag, wodurch die Gaststätte nur noch donnerstags, freitags und samstags von 17 bis 24 Uhr und sonn- und feiertags von 9 bis 15 Uhr geöffnet ist.

Seit der Pandemie habe das Paar mit einer angespannten Personallage zu kämpfen. Unter der Woche arbeiteten die Wessels zu zweit. "Für die Wochenenden haben wir noch vier Aushilfskräfte, die bei uns schon seit 20 Jahren arbeiten", so der 54-Jährige. Neues Personal sei auch durch mehrere Gesuche nicht zu finden. "Sie haben sich anders orientiert. Dafür habe ich ja auch Verständnis. Wir hoffen, dass sich die Zeiten wieder ändern." Noch dazu werde die Gaststätte momentan "ziemlich überrannt".

Diese Tatsache sei gepaart mit Knieproblemen durch die jahrzehntelange Arbeit in der Gastronomie. Für beide stehe im kommenden Jahr eine Operation an. "Es wird uns einfach alles zu viel", so Wessels Begründung zu den geänderten Öffnungszeiten. Durch die medizinischen Eingriffe ergebe sich ab dem 11. Januar 2023 bis zum 31. März 2023 eine mehrmonatige Ruhezeit.

Gastronomen aus Hallstadt wollen ab April "wieder voll durchstarten"

Bis zum Ende des Jahres stünden noch viele Reservierungen an. "Wir schauen, dass wir mit Schmerzmitteln durchkommen", sagt der Gastronom. Auch die Energiekrise treffe die Wessels. "Die Preise steigen und steigen und steigen. Die Entwicklung ist Wahnsinn. All unsere Maschinen in der Küche werden mit Starkstrom betrieben." Dazu zählten alleine drei bis vier Fritteusen. "Unser Gespräch mit einem Energieberater hat ergeben, dass wir im Januar mit 4000 Euro Abschlag rechnen müssen. Momentan liegt er bei 1000 Euro", berichtet Wessel.

"Wie sollen es die Leute noch bezahlen? Wir schauen, dass wir die Maschinen etwas runterfahren, damit wir das bis Januar durchstehen." Auch die Speisekarte habe sich dadurch verändert. "Wir bieten jetzt nur noch eine Tageskarte mit täglich wechselnden zwölf bis dreizehn Gerichten an", erklärt er. Die Preise hätten sich auch etwas erhöht. Immerhin spare das kleine Team Kosten, sodass die Kundschaft preislich nicht so viel zu spüren bekäme.

"Gestern hat uns sogar jemand gesagt, wir seien die Günstigsten im Landkreis." In den vergangenen 30 Jahren hätten sich die Beziehungen mit den Stammkunden gefestigt. "Sie verstehen uns und merken die hohen Preise ja selbst. Sie wünschen uns das Allerbeste." Tatsächlich plane das Gastronomen-Paar, ab April "wieder voll durchzustarten". Die Wessels hätten nicht umsonst in eine Winterterrasse für ihre Hallstadter Gaststätte "Maastümpfl" investiert. 

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