Ein Video von Jonathan Polster zeigt brenzlige Silvester-Szenen in der Bamberger Innenstadt. "Im Endeffekt haben diese Leute Sprengstoff in der Hand", moniert der Sprecher der Grünen Jugend.
Farbenprächtig und lautstark wurde in Bamberg der Start ins Jahr 2026 gefeiert. In der Domstadt galten an Silvester verschärfte Regelungen in Sachen Feuerwerk. Wie in den Vorjahren waren Teile der Altstadt, die Altenburg und die ehemalige Klosteranlage Michaelsberg für das Abbrennen von Feuerwerkskörpern gesperrt. Diese Regelungen gelten sowohl für öffentliche Plätze als auch für private Grundstücke innerhalb der Verbotszonen und sollen die historischen Gebäude und Anlagen vor Brandschäden schützen. Eine neue, zeitlich begrenzte Verbotszone wurde im Bereich "Am Kranen" eingeführt, wo erstmals ein öffentliches Feuerwerk auf der Regnitz stattfand.
In diesem Gebiet war das Zünden privater Feuerwerkskörper zwischen 23.30 Uhr und 0.45 Uhr am frühen Neujahrstag untersagt. Im Vorfeld des sogenannten "Feuerwerks für alle" hatte die Stadt einen Lageplan der Verbotszonen veröffentlicht. Die Polizei hatte ihrerseits verstärkte Kontrollen angekündigt, um die Einhaltung der Regelung sicherzustellen. Dennoch wurde laut Augenzeugen während des zentralen Feuerwerks am Bamberger Kranen immer wieder private Pyrotechnik in der Menschenmenge gezündet. "Ich habe zwei Personen gesehen, die Raketen aus der Hand gezündet haben", berichtet Jonathan Polster, Co-Sprecher der Grünen Jugend, am Freitag (2. Januar 2026) im Gespräch mit inFranken.de.
Bamberger Grünen-Nachwuchs schildert brenzlige Silvester-Szenen
Wie unzählige andere Bürger begrüßte Polster das neue Jahr auf der Unteren Brücke im Herzen Bambergs. "Ich bin kurz vor Mitternacht hingekommen", erzählt er. In einem von ihm im Netz veröffentlichten Video sind Massen an Menschen vor Ort zu sehen. In den Aufnahmen leuchten immer wieder Funken von Feuerwerkskörpern auf, die offensichtlich direkt auf der Brücke gezündet wurden. Sie entstammen womöglich einer entsprechenden Batterie, einem mehrschüssigen Verbundfeuerwerk.
"Während des zentralen Feuerwerks am #kranen in #bamberg wird immer wieder privates Feuerwerk in der Menschenmenge gezündet", heißt es im Social-Media-Post des Bamberger Grünen-Nachwuchses. "Von der Unteren Brücke hat jemand eine Rakete in Richtung Kranen geschossen", schildert Polster seine Beobachtung. In einem weiteren Fall sei eine Silvesterrakete an eine Dachrinne gefeuert worden und von dort abgeprallt. "Im Endeffekt haben diese Leute Sprengstoff in der Hand", betont Polster. "Ich hatte kurz Angst, dass es zu einer Massenpanik kommt. Das ist zum Glück nicht passiert."
Seine Parteifreundin Luisa Boehlke, mit er das Sprecher-Duo der Grünen Jugend Bamberg bildet, schildert ähnliche Beobachtungen. "Ich war auf der Markusbrücke gegenüber", erklärt sie im Gespräch mit inFranken.de. "Auch da ist mir aufgefallen, dass aus der Menschenmenge heraus Feuerwerk gezündet worden ist." Sie habe sich diesbezüglich die Frage gestellt, was passiere, wenn dies an beiden Enden des Bauwerks geschehe. "Wie kommt man da von der Brücke herunter?"
Sprecherin berichtet von brennenden Fahrrädern - Grüne Jugend fordert privates Böllerverbot
Irgendwann habe sie dann die Sirene eines Polizeiautos oder Krankenwagen gehört. "Da mussten offensichtlich die Behörden einschreiten", vermutet Boehlke. In der Langen Straße habe sie später derweil Fahrräder gesehen, deren Reifen brannten. "Zum Teil wurden auch hier Böller gezündet, obwohl Fußgänger in der Nähe waren und wieder Autos gefahren sind", erzählt die Co-Sprecherin der jungen Grünen. "Das war da schon recht extrem. Ein ganz übles Gefühl", konstatiert Boehlke. Die Grüne Jugend spricht sich - wie ihre Mutterpartei - nachdrücklich für ein privates Böllerverbot aus.
"Das ist das einzige, das verhindert, dass solche Leute nichts in der Hand haben", hält Jonathan Polster mit Blick auf die beobachteten Pyro-Vorfälle in der Bamberger Innenstadt fest. Zum öffentlichen "Feuerwerks für alle" findet er indes lobende Worte. "Das war super organisiert und hat super funktioniert." Er habe diesbezüglich gewissermaßen "Sandkerwa-Vibes" verspürt. Die Forderung nach einem privaten Böllerverbot wird von einem breiten Bündnis verschiedener Organisationen erhoben - darunter Umwelt- und Tierschutzverbände sowie die Polizeigewerkschaft.
@ Hg21: „stützt sich offenbar lediglich auf drei Screenshots, deren Authentizität nicht klar belegt ist.“
Habe Sie Belege, die Zweifel an der Authentizität aufkommen lassen? Haben Sie überlesen, dass die Screenshots aus einem Video stammen? Waren Sie vor Ort?
"Die Grünen" trauen sich halt einen Mißstand öffentlich zu machen... 👍
"Die anderen" haben wahrscheinlich nur Angst im März nicht gewählt zu werden 😂
Ich sehe die Aussagen des Grünen äußerst kritisch. Die Behauptung, es sei fast zu einer Massenpanik gekommen, stützt sich offenbar lediglich auf drei Screenshots, deren Authentizität nicht klar belegt ist. Das ist keine ausreichende Grundlage für eine derart schwerwiegende Aussage.
ich war dort und kann die Aussagen "der Grünen" bestätigen.
Waren sie dort?
@Wutbürger:
Komisch, die Bürger ohne Wut hier im Forum betätigen gena die Aussagen der beiden Grünen.
Kann es sein, dass Ihre Wut sie farbenblind gemacht hat?