Im ersten Schritt solltest du dich mit der Frage auseinandersetzen, ob die Preiserhöhung erlaubt ist. Generell ist es den Energiekonzernen möglich, die Preise anzupassen, wenn es äußere Faktoren gibt, die diese rechtfertigen. Zudem muss in Sonderverträgen das Preisänderungsrecht des Versorgers in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, kurz AGB, nachzulesen sein. Prüfe, ob du im Schreiben legal über die Erhöhung in Kenntnis gesetzt worden bist und ob du bei einem alternativen Anbieter Kosten sparen könntest. Denn dann steht dir das Recht auf eine fristlose Kündigung zu.
Sollst du den Anbieter wechseln?
Die Frage, ob du deinen Energieversorger wechseln solltest, ist gekoppelt daran, ob du ein Sonderkündigungsrecht geltend machen kannst und ob du bei einem anderen Anbieter günstiger wegkommen würdest. Die Kündigung kannst du bis zu dem Zeitpunkt einreichen, bis zu dem die Preiserhöhung in Kraft treten soll.
Wenn du nach kurzer Zeit aufgrund einer Preiserhöhung kündigst und somit dein Recht durchsetzt, solltest du wissen, dass dir möglicherweise eine Jahresprämie entgeht. Denn bei manchen Verträgen bekommst du eine Prämie, wenn du beispielsweise über ein Jahr hinweg als Kunde treu bleibst.
Selbstverständlich kannst du auch mit deinem Energieversorger sprechen und versuchen, die Preiserhöhung abzuwenden. Um gute Argumente zu haben, kannst du beispielsweise nachschauen, ob Neukunden bessere Konditionen erhalten oder was andere Konzerne anbieten. Außerdem solltest du erwähnen, dass dir die fristlose Kündigung zusteht.
Wie verschleiern Anbieter ihre Preiserhöhungen?
Wie bereits erwähnt, sehen die Briefe der Energieversorger oft auf den ersten Blick wie Werbung aus. Oft enthalten sie aber tatsächlich Informationen darüber, dass deine Tarife angepasst werden. Das ist Taktik, denn die Konzerne spielen im übertragenen Sinne Poker mit dir und hoffen, dass du diese Information überliest.
Denn wenn der Brief nach Werbung aussieht, kann es passieren, dass du ihn achtlos wegwirfst. Oder das Schreiben ist sehr ausführlich, eine Änderung der Tarife wird aber nur am Rande erwähnt. Thematisch ist das Schreiben ganz anders ausgerichtet.
Auch ist es üblich, dass Versorger in einem Brief gleich von zwei Preisanpassungen sprechen. Wenn die zweite Teuerung ansteht, hast du das Schreiben möglicherweise schon längst nicht mehr im Kopf. Oder du erfährst von der Änderung nur dann, wenn du dir die Rechnung genau ansiehst. Beispielsweise wird mit der Jahresrechnung darüber informiert, dass Strom und Gas im nächsten Jahr teurer werden.
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