Fahrradhelme: Warum nur jeder dritte Radfahrer so einen Schutz trägt

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Viele Radfahrer in Deutschland tragen keinen Fahrradhelm, obwohl schwere Unfälle zunehmen. Umfragen zeigen die häufigsten Gründe für das Vermeiden von Helmen und diskutieren die Risiken gerade bei E-Bikes.

Ein Fahrradhelm kann bei schweren Unfällen lebensrettend sein - das weiß nicht nur der Fahrradclub ADFC. Dennoch zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv zum Weltfahrradtag: Nur rund jeder dritte Radfahrer in Deutschland trägt regelmäßig einen Fahrradhelm. Die Befragung macht außerdem deutlich, welche Gründe viele Menschen vom Helmtragen abhalten.

Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage zeigen, dass zahlreiche Radfahrer auf den Schutz verzichten – oft aus Bequemlichkeit oder Gewohnheit.

Umfrage: Warum viele Radfahrer keinen Fahrradhelm tragen

42 Prozent der Befragten gaben an, meist nur kurze Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen. Deshalb empfinden sie das Tragen eines Fahrradhelms als unnötig. Weitere 23 Prozent kritisieren den mangelnden Tragekomfort der Helme.

Auch Vergesslichkeit spielt eine große Rolle: 21 Prozent der helmlosen Radfahrer erklärten, sie würden schlicht daran denken, den Helm mitzunehmen. Für 18 Prozent sorgt der Helm zudem für ein unangenehmes oder einengendes Gefühl.

17 Prozent der Teilnehmer sind überzeugt, auch ohne Helm sicher genug unterwegs zu sein. Weitere 14 Prozent nennen optische Gründe und empfinden Fahrradhelme als wenig attraktiv. Insgesamt sagten 35 Prozent der 1003 Befragten, dass sie grundsätzlich keinen Fahrradhelm tragen.

Viele tödliche Unfälle - und die Zahl steigt

Die Zahlen des Statistisches Bundesamt verdeutlichen die Risiken im Straßenverkehr. Nach vorläufigen Angaben kamen im Jahr 2025 mehr als 460 Radfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben. Besonders auffällig: 217 der tödlich verunglückten Personen waren mit einem E-Bike unterwegs. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Anstieg von 3,8 Prozent.

Experten sehen deshalb vor allem bei E-Bikes ein erhöhtes Risiko für schwere Kopfverletzungen. Höhere Geschwindigkeiten und die zunehmende Nutzung von Elektrofahrrädern tragen laut Fachleuten zu dieser Entwicklung bei.

Eine gesetzliche Helmpflicht für Fahrradfahrer gibt es in Deutschland derzeit nicht. Laut der aktuellen Rechtsprechung gilt das Fehlen eines Helms beim Alltagsradfahren daher normalerweise nicht als Mitverschulden bei einem Unfall.

Ärzte sprechen sich für Helmpflicht aus - zumindest für E-Bike-Fahrer

Bereits 2024 hatten sich jedoch mehrere führende Ärzte aus Bayern für eine Helmpflicht ausgesprochen – zumindest für Fahrer von E-Bikes. Sie argumentieren, dass moderne Fahrradhelme schwere Kopfverletzungen deutlich reduzieren können und insbesondere bei schnellen E-Bikes zusätzlichen Schutz bieten.

Sicherheitsexperten empfehlen weiterhin, bei jeder Fahrt einen Fahrradhelm zu tragen – unabhängig von Streckenlänge oder Geschwindigkeit. Moderne Fahrradhelme sind heute leichter, besser belüftet und komfortabler als frühere Modelle.

Gerade angesichts steigender Unfallzahlen und der wachsenden Beliebtheit von E-Bikes gewinnt das Thema Fahrradsicherheit in Deutschland zunehmend an Bedeutung.

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