Eltern profitieren ebenfalls oft, wenn Kinderbetreuungskosten oder andere familienbezogene Ausgaben angefallen sind. Dazu kommen Menschen mit hohen Krankheitskosten, Spenden, Versicherungsbeiträgen oder Unterhaltszahlungen an volljährige Personen ohne Kindergeldanspruch.
Wann lohnt sich die Abgabe finanziell?
Eine freiwillige Steuererklärung kann sich besonders dann auszahlen, wenn deine Werbungskosten über dem Pauschbetrag liegen. Das ist zum Beispiel bei langen Arbeitswegen, vielen Homeoffice-Tagen, Weiterbildungskosten, einem Arbeitszimmer, Dienstreisen oder einem doppelten Haushalt der Fall.
Auch Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen können den Unterschied machen. Dazu zählen etwa Kirchensteuer, Spenden, Altersvorsorgebeiträge, Ausbildungskosten oder Krankheitskosten, die im Lohnsteuerabzug vorher nicht berücksichtigt wurden. Wenn du mehrere Jahre hintereinander freiwillig erklärst, kann sich der Effekt sogar bündeln.
So können freiwillige Steuererklärungen bis zu vier Jahre rückwirkend eingereicht werden, wodurch sich Erstattungen für mehrere Jahre auf einmal sichern lassen. Das ist besonders dann wichtig, wenn du erst später merkst, dass du Geld verschenkt hast. Gleichzeitig entsteht aus einer freiwilligen Abgabe nicht automatisch jedes Jahr eine Verpflichtung. Du solltest aber jedes Steuerjahr neu prüfen, ob sich eine Abgabe lohnt oder ob sich deine Situation verändert hat.
Wie gehst du praktisch vor?
Sammle zuerst alle Belege, die deine Ausgaben belegen, zum Beispiel für Fahrtkosten, Weiterbildung, Versicherungen oder Kinderbetreuung. Je vollständiger deine Unterlagen sind, desto besser kannst du prüfen, ob sich eine Rückerstattung ergibt.
Danach lohnt sich ein Blick auf deine persönlichen Lebensumstände: Hast du nur einen Teil des Jahres gearbeitet, hohe berufliche Kosten gehabt oder familiäre Änderungen erlebt, kann die Steuererklärung besonders attraktiv sein. Gerade bei solchen Fällen bleibt oft zu viel Lohnsteuer beim Finanzamt hängen.
Wenn du unsicher bist, ob sich der Aufwand lohnt, kannst du die Erklärung selbst mit einer Software erstellen oder fachliche Hilfe von einem Steuerexperten oder Steuerberater nutzen. Bei vielen freiwilligen Fällen zeigt sich erst nach der Berechnung, wie viel Geld tatsächlich zurückkommt.
Vorschaubild: © CC0 / Pixabay / peter-facebook