Wo in Bayern leben die meisten Millionäre - und wo die wenigsten?

Das Bayerische Landesamt für Statistik hat jüngst Daten veröffentlicht, in welchen Landkreisen die meisten und wenigsten Einkommensmillionäre leben. 17,3 Prozent leben in den drei fränkischen Regierungsbezirken. Eine Grafik zeigt, wo genau im Freistaat das große Geld zu Hause ist.

Im Jahr 2022 gab es laut der jetzt vorliegenden Ergebnisse der Lohn- und Einkommensteuerstatistik insgesamt 8034 „Einkommensmillionäre“ in Bayern. Darunter versteht man unbeschränkt Steuerpflichtige, deren Gesamtbetrag der Einkünfte in diesem Jahr jeweils eine Million Euro oder mehr betrug. 

Die Anzahl der Einkommensmillionäre erhöhte sich laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik innerhalb eines Jahres (von 2021 auf 2022) um 327 Steuerpflichtige beziehungsweise 4,2 Prozent. Im gleichen Zeitraum verzeichnete der Gesamtbetrag der Einkünfte der Einkommensmillionäre einen Anstieg von 3,0 Prozent und belief sich im Jahr 2022 auf insgesamt 22,7 Milliarden Euro. Insgesamt gibt es in Deutschland immer mehr Superreiche. 

„Betrachtet man die Zahlen seit 2017, so fällt auf, dass die Anzahl der in Bayern lebenden Einkommensmillionäre kontinuierlich um insgesamt 40,9 Prozent gestiegen ist“, teilt das Landesamt für Statistik, das in Fürth sitzt, mit. Im Jahr 2017 seien es noch 5702 Einkommensmillionäre gewesen. Wer genau die wohlhabendsten Menschen im Freistaat sind, verrät die Liste von Forbes.

54,2 Prozent der Einkommensmillionäre im Freistaat leben in Oberbayern

54,2 Prozent der bayerischen Einkommensmillionäre, nämlich 4354 unbeschränkt Steuerpflichtige, hatten 2022 laut der Auswertung ihren Wohnsitz in Oberbayern, wobei allein 2481 in der Stadt oder im Landkreis München lebten. 979 Spitzenverdiener (12,2 Prozent) beherbergte der Regierungsbezirk Schwaben, 717 (8,9 Prozent) der Regierungsbezirk Mittelfranken. In Niederbayern waren 594 (7,4 Prozent), in Unterfranken 551 (6,9 Prozent), in der Oberpfalz 469 (5,8 Prozent) und in Oberfranken 370 (4,6 Prozent) Millionäre ansässig.

Insgesamt kamen im Jahr 2022 in Bayern im Durchschnitt 6,1 Einkommensmillionäre auf 10.000 Einwohner, im Jahr 2021 waren es 5,8. Die Top 5 Landkreise mit der höchsten Millionärsdichte waren:

  1. Landkreis Starnberg mit 25,3 Einkommensmillionären je 10.000 Einwohner.
  2. Landkreis München mit 17,1 Einkommensmillionären je 10.000 Einwohner
  3. Landkreis Miesbach mit 16,4 Einkommensmillionären je 10.000 Einwohner
  4. Stadt München mit 12,6 Einkommensmillionären je 10.000 Einwohner
  5. kreisfreie Stadt Landshut mit 9,6 Einkommensmillionären je 10.000 Einwohner

Damit bleibt der Landkreis Starnberg weiterhin die Region mit der höchsten Millionärsdichte im Betrachtungszeitraum seit 2017.

Der durchschnittliche bayerische Einkommensmillionär verdiente 2,8 Millionen Euro

Im Durchschnitt kamen die Einkommensmillionäre im Jahr 2022 auf einen Gesamtbetrag der Einkünfte pro Steuerpflichtigen von 2,8 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das mittlere Bruttoeinkommen aller Angestellten im Freistaat lag zu diesem Zeitpunkt bei 45.504 Euro pro Jahr, beziehungsweise 3792 Euro pro Monat. Die Einkommensmillionäre im Freistaat machten nur 0,1 Prozent aller unbeschränkt Steuerpflichtigen im Jahr 2022 aus, sie erzielten laut Landesamt für Statistik jedoch mit 5,9 Prozent einen überproportional hohen Anteil am Gesamtbetrag der Einkünfte. Gleichzeitig entrichteten sie mit 8,5 Milliarden Euro einen Anteil von 11,6 Prozent der gesamten festzusetzenden Einkommensteuer. 

Warum gibt es keine aktuelleren Zahlen als 2022?

Die Statistik basiert auf den jetzt vorliegenden Ergebnissen der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2022. Diese Auswertung erfolgt nach Angaben des Landesamts für Statistik immer erst mit ein paar Jahren Verzögerung, weil sie auf den endgültig bearbeiteten Steuerdaten der Finanzverwaltung basiert. Viele Steuerpflichtige reichen ihre Erklärung erst Monate oder sogar Jahre später ein. Wer steuerlich beraten wird, hat längere Abgabefristen. Zudem können Arbeitnehmer freiwillig noch mehrere Jahre rückwirkend eine Einkommensteuererklärung abgeben. Weil deren Bearbeitung Zeit benötigt, werden die Daten erst mit mehreren Jahren Verzögerung veröffentlicht. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik sind die nun veröffentlichten Zahlen für 2022 deshalb die aktuellsten verfügbaren Ergebnisse. che

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