In Mittelfranken gab es am Donnerstag einen verheerenden Brand auf einem Bauernhof. Anwohner taten sich zusammen, um die Tiere mit vereinten Kräften zu retten.
Am späten Donnerstagabend (16. Juli 2026) ist die Feuerwehr zu einem Rinderhof in Welchenholz, einem Gemeindeteil von Wilburgstetten im Landkreis Ansbach, alarmiert worden. Grund dafür war ein Dachstuhlbrand, wie der örtliche Feuerwehrkommandant, Harald Stark, im Gespräch mit News5 mitteilt. Verantwortlich war ein Blitz, den laut Polizei Mittelfranken Anwohner gegen 21.45 Uhr meldeten. Er setzte demnach die Maschinenhalle und eine angrenzende Scheune in Brand. Auch Nachbarin Daniela Stark erlebte es hautnah mit, wie sie News5 berichtet. Das Gewitter sei eigentlich schon vorbeigewesen, da tat es "einen Riesen-Schlag" und das Licht in der Wohnung ging aus.
Die betroffene Scheune ist von einer engen Ortskernbebauung umgeben, weswegen ein Großaufgebot von Einsatzkräften vor Ort war, um benachbarte Gebäude zu schützen. Von Vorteil sei gewesen, so der Kommandant, dass unter den zusätzlich alarmierten Ortsfeuerwehren viele Landwirte gewesen seien, die die Tiere aus dem Stall führen konnten.
Großer Scheunenbrand im Kreis Ansbach - vier Kälber sterben
Laut Daniela Stark waren etwa 28 Kühe betroffen. Sie hielten sich jedoch glücklicherweise im angebauten Kuhstall und nicht in dem 300 Quadratmeter großen brennenden Gebäude auf. "Mithilfe der Nachbarn und der Feuerwehr haben wir versucht, diese Kühe da alle rauszubringen und haben sie hier bei uns aufs Grundstück gebracht. Da steht ein leerer Kuhstall und wir haben versucht, die alle zu retten und dort unterzubringen über die Nacht", schildert sie die Aktion. Vier Kälber konnten jedoch nicht mehr gerettet werden, wie die Polizei mitteilt.
Ein Giebel der brennenden Scheune stürzte ein, ein weiterer sollte wegen der schweren Brandschäden mit einem Bagger eingerissen werden, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Zunächst waren demnach auch benachbarte Gebäude bedroht, die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen jedoch verhindern.
Eine besondere Herausforderung stellte die Wasserversorgung dar. Die Feuerwehrleute mussten Wasser aus der Wörnitz zur Einsatzstelle pumpen. Außerdem wurde Heu und Stroh, das sich im Gebäude befand, entfernt, um das erneute Aufflammen möglicher Glutnester zu verhindern.
Insgesamt waren rund 350 Einsatzkräfte mehrere Stunden vor Ort. Soweit bisher bekannt, wurden keine Menschen verletzt. Ersten Schätzungen zufolge entstand laut Polizei ein Schaden von mehreren Hunderttausend Euro. Das zuständige Fachkommissariat der Ansbacher Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen.