Was brennt denn da am Wegesrand? Seit Dienstag lodert eine Flamme vor dem so genannten Spitzenheizkraftwerk in der Coburger Straße. Das Feuer wird von feinen Wasserstrahlen in Schach gehalten. Jedenfalls sieht es so aus. Feuerwehrleute sind nicht zu sehen.

Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung, versichert Arnd Externbrink, technischer Leiter des Müllheizkraftwerkes Bamberg auf Anfrage der Lokalredaktion. Und an die Franken gerichtet, sagt er sinngemäß: Wenn Sie wie ich aus Nordrhein-Westfalen kämen, würden Sie sich über solche Flammen nicht wundern. Denn dort wird an Raffinerien ständig Brennstoff abgefackelt. "Das ist eine Alltagserscheinung."

Stellte sich die nächste Frage: Wieso muss wertvoller Brennstoff "sinnlos" verbrannt werden? Im Falle des Bamberger Spitzenheizkraftwerks, das - wie sein Name sagt - immer dann angeschaltet wird, wenn an kalten Tagen das Müllheizkraftwerk nicht mehr die erforderliche
Leistung in das Fernwärmenetz einspeisen kann, ist es die Umstellung auf einen anderen Brennstoff.


Voraussetzung für Neubau

Bisher wurde das kleine Kraftwerk mit Flüssiggas betrieben, das in zwei halb-unterirdischen Tanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 275 Kubikmeter neben der Bahnlinie gelagert wurde. Aus Sicherheitsgründen wird nun auf das ungefährlichere Erdgas umgestellt. Das ist laut Externbrink auch die Voraussetzung dafür, dass gegenüber dem Kraftwerk entlang der Coburger Straße ein neues Studentenwohnheim errichtet werden darf.

Vor der Umstellung auf Erdgas aber müssen die Pumpen und Leitungen des Kraftwerks vollständig "gereinigt" werden. Das macht man, indem die Reste des Flüssiggases verdampft und im Freien abgefackelt werden. Dieses Verfahren beeinträchtigt die Umwelt in keiner Weise, versichert Externbrink.

Das Schauspiel wird noch ein paar Tage dauern. Der MHKW-Leiter vermutet, dass die Flamme vielleicht noch bis zum Wochenende brennen könnte.