• Edeka Massak in Bamberg rationiert jetzt den Sonnenblumenöl-Verkauf pro Person
  • Krieg unterbricht Lieferketten: Ukraine ist wichtigster Lieferant
  • Supermarktchef Werner Massak: Verhalten der Kundschaft verursacht Engpässe zum Großteil
  • "Leute sollen ruhig bleiben" - In Deutschland werde niemand Hunger leiden müssen

An den Speiseöl-Regalen der Filialen von Edeka Massak in Bamberg steht aktuell ein Schild, das Kunden auf einen geringen Vorrat an Sonnenblumenöl hinweist. Für eine gerechte Verteilung soll eine Beschränkung von zwei Flaschen pro Person sorgen. Geschäftsführer Werner Massak warnt vor Panik und betont, dass diese das Problem gar anschüre.

Bamberger Edeka rationiert Sonnenblumenöl - Hamsterkäufe laut Filialbetreiber ein großes Problem

"Die Ukraine ist der weltweit größte Produzent von Sonnenblumenöl und auch für Deutschland der größte und wichtigste Exporteur. Durch den derzeit in der Ukraine stattfindenden Krieg sind die Lieferungen gestoppt und die bestehenden Lieferketten unterbrochen", heißt es auf dem Schild. Im Gespräch mit inFranken.de macht Massak jedoch deutlich, dass das betroffene Öl längst vor dem Krieg produziert und geliefert worden sei. Eigentlich hätte der Vorrat gereicht, doch die mediale Berichterstattung über Speiseöl-Knappheit, habe Hamsterkäufe ausgelöst.

"Jetzt kommt halt das ganze ins Stocken, weil die Leute hamstern", so seine Ansicht. "Wenn man im Normalfall einen Karton verkauft, verkauft man jetzt zehn. Und dann kommt der Nachschub nicht mehr so schnell nach." Der Supermarktchef vergleicht diese Situation mit dem Beginn der Corona-Pandemie: "Das sind Selbstläufer wie beim Toilettenpapier. Wenn die Leute mal wieder normal einkaufen würden, wäre es auch wieder normal verfügbar."

Laut Deutscher Presse-Agentur führt der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid) weitere Gründe für die Knappheit an: Schon vor dem Ukraine-Krieg sei die Lage durch eine Missernte in Kanada und coronabedingter Logistikprobleme angespannt gewesen. Nur sechs Prozent stammten aus deutscher Produktion, wodurch eine große Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten besteht.

Bamberger Supermarktchef spürt Unzufriedenheit der Kunden und mahnt zur Ruhe 

Eigentlich müssten nun in der Ukraine schon die Samen für die kommenden Produktionen eingesetzt werden, "aber so lange der Krieg anhält, weiß keiner, wie es weiter geht", so Werner Massak. Der Edeka-Massak-Geschäftsführer bleibt aber optimistisch: "In Deutschland wird keiner Hunger leiden müssen." Es würden schon Alternativen aufgetan, die deutsche Landwirtschaft würde sicher auf die Lage reagieren, so seine Einschätzung. 

Noch seien die Öl-Preise bei Edeka nicht angehoben worden, doch die Spediteure könnten aufgrund der hohen Spritkosten zu den alten Preisen nicht mehr fahren. Auch das werde zu einer Verknappung führen, so seine Prognose. An den Umsätzen merke Massak die Rationalisierung nicht, "aber man bekommt unzufriedene Kunden, weil manche es nicht verstehen". Doch es gebe genügend Öl-Alternativen, wie das Edeka-Regal zeige.

Sein Fazit: "Es ist ja mit dem Sonnenblumenöl nicht dramatisch. Es gibt genug Ausweichprodukte. Die Leute sollen einfach mal etwas ruhiger sein. In der Ukraine können sie es nicht, weil sie da nicht wissen, wann die nächste Bombe einschlägt, aber bei uns können sie vorerst mal ruhig bleiben."

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