Bei einem Ausflug zum Hainbad in Bamberg lohnt sich schon die Anreise - sofern man nicht mit dem Auto unterwegs ist. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommt und noch nie hier war, dem sei ein kleiner Abstecher durch den idyllischen Stadtpark empfohlen. Hier, in direkter Nähe zur Badestelle, findet man ein fantastisches Naherholungsgebiet mit ganz viel Grün, umrahmt vom linken und rechten Regnitzarm.

Und mittendrin das Hainbad. Das "Bad der Bamberger", wie es Jan Giersberg von den Stadtwerken bezeichnet, erzählt seine ganz eigene Geschichte. In der gegenwärtigen Bauform existiert es bereits seit dem 29. Mai 1935. Das Spezielle: Das Hainbad ist kein klassisches Schwimmbad. Die offizielle Bezeichnung lautet "Luft und Sonnenbad".

2009 war in Bamberg eine hitzige Diskussion entbrannt, nachdem wegen angeblich schlechter Wasserqualität und nicht geklärter Sicherheitsfragen ein Badeverbot ausgesprochen wurde. Mit der Umbenennung hat sich die Stadt im Sinne der Gäste und der Angestellten juristisch abgesichert.

Wer also in der Regnitz schwimmen geht, tut dies auf eigene Gefahr. Offiziell gibt es deshalb auch keinen Bademeister, sondern einen "Kümmerer". Günter Morgenroth hat diesen Job heuer von "dem Heinz" übernommen, der in Bamberg jahrzehntelang praktisch zum Inventar gehörte. Morgenroth bezeichnet sich als "Ansprechpartner für die kleinen Wehwehchen".


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Beispielsweise schaut er auf den Toiletten nach dem Rechten, hat bei kleineren Verletzungen ein Pflaster parat oder ist zur Stelle, wenn ein Gast im Eingangsbereich ein Problem hat. Bereut hat er den beruflichen Schritt nicht. "Gibt es einen schöneren Arbeitsplatz?", fragt er mit einem Lächeln.

In der Tat spürt man schnell, warum dieser Ort bei den Bambergern Kultstatus besitzt. Prächtige Bäume spenden den nötigen Schatten, ein Planschbecken macht die kleinen Badegäste glücklich. Auf der circa 140-Meter-langen Holz-Liegefläche, "Bambergs größtem Grill" (Giersberg), räkelt sich das junge Publikum in der Sonne, rechts vom Eingangsbereich bietet ein kleiner Imbiss alles, was man für einen entspannten Nachmittag braucht.
Im Hochsommer tummeln sich hier bis zu 2000 Besucher pro Tag. Wer sich in der Regnitz abkühlen will, nutzt einen der beiden Stege und schwimmt - wie gesagt - auf eigene Gefahr. "Aber wir schauen auch, was im Wasser passiert", sagt Morgenroth, der wie sein Kollege Ralf Hammerschmidt ausgebildeter Rettungsschwimmer ist.

Kult sind im Hainbad auch die knapp 125 Holzkabinen. Die werden von Großeltern, Eltern und Kindern liebevoll gepflegt und oft über Generationen vererbt. Es existieren sogar Wartelisten. Die Stammkunden verstauen hier wichtige Bade-Utensilien wie Schwimmreifen, Luftmatratze und Liegestühle.

Teilweise haben sich die Besitzer ihren Mini-Rückzugsraum auch überaus heimisch eingerichtet. Dann findet man auf speziell montierten Regalen Gläser oder ein Radio und an den Wänden hängen Fotos und Familienbilder. Eine weitere charmante Anekdote, warum man das Hainbad in Bamberg unbedingt besuchen sollte.



Infos und Bewertung

Gesamteindruck: 5/5
Sanitäre Anlagen: 4/5
Essen & Trinken: 5/5
Anreise & Parken : 4/5
Spiel & Spaß: 5/5


Eintrittspreise: Erwachsene, Schüler und Studenten sowie Kinder ab vier Jahren zahlen einen Euro, die Saisonkarte kostet 40 Euro.
Öffnungszeiten: 9 bis 20 Uhr. Einlassende ist um 19 Uhr.
Kontakt:
www.stadtwerke-bamberg.de
Tipp: Wer es sportlich mag, schwimmt gegen die Strömung. Die "Gemütlicheren" lassen sich mit der Strömung treiben.