Stadtrat Harald Werner (SPD) führte schon während der Aussprache vor Augen, was von den unterschiedlichen kreativen Vorschlägen übrig bleiben würde, falls man sich auf keinen davon würde einigen können: "Dann haben wir bloß noch einen Fahrradständer", brachte er es vereinfacht auf den Punkt. Seit diesem Jahr wurden die 16 Bahnen des Minigolf-Platzes am Freibad abgebaut und zwischenzeitlich nach Österreich gebracht. Nun hatte Bürgermeiser Markus Zirkel den Fraktionen die Hausaufgabe gegeben, über eine sinnvolle Nutzung des etwa 3000 Quadratmeter großen Areals beim Freibad nachzudenken.

Etliche Möglichkeiten

Vorbesprochen waren als Möglichkeiten: die Erweiterung des Liegebereiches für das Freibad, die Erweiterung der Parkflächen für das Freibad, die Schaffung von Einrichtungen zur Freizeitgestaltung außerhalb des Freibades wie etwa ein Kinderspielplatz oder ein Beachvolleyballfeld (jeweils ohne Zugang zum Bad), die Herstellung eines Wohnmobilstellplatzes, die Erweiterung des Kioskbereiches etwa auch um einen Biergarten.

Udo Hofmann trug die Überlegungen der SPD vor. Die habe lange überlegt und sic h auch vor Ort umgesehen, wobei man sich ein klares Nein in Richtung Wohnmobilstellplätze und ein ebenso klares Nein zu Pkw-Stelplätzen herauskristallisiert hatte. Parkmöglichkeiten für Zweiräder hingegen - Räder und Roller - sollten hier auf einem Streifen realisiert werden wie ein Bewegungspark für jung und alt auf dem restlichen Areal. Die Idee eines solchen Bewegungsparkes hieß Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf namens des Bürgerblocks für gut, allerdings nicht an dieser Stelle, sondern in der Innenstadt. Ludwig Wolf votierte eindeutig für Parkplätze.

Es handle sich um "sehr schöne Vorschläge" attestierte CSU-Fraktionssprecher Thomas Söder seinen Vorrednern. Angesichts dessen, dass nahe des Schwimmbades der Bau einer Turnhalle vorgesehen ist, solle man sich zum jetztigen Zeitpunkt hier keine Optionen verbauen. Schließlich würden dann auch Parkplätze gebraucht. Die vom Bad-Areal dann praktisch weggenommen werden und auf de Fläche des Minigolfplatzes kompensiert werden könnten. Deswegen sei die CSU für eine Zurückstellung der Entscheidung.

Udo Hofmann wiederum sah hier überhaupt keinen Zusammenhang und warnte, wenn man das weder auf die lange Bank schöbe, passiere "da oben gar nichts." Dem setzte Söder entgegen, wenn man jetzt baue und investiere, müsse man später wieder abreißen.

Ein weiterer Versuch

Peter Wolf (Bürgerblock) unternahm noch einen Versuch zugunsten der Pkw-Parkplätze: "Die langen beim Bad bei Weitem nicht." Worauf Heiko Nitsche (SPD) einwarf, an Spitzentagen könne man das Problem der Spitzentage auch nicht lösen.

Laut Geschäftsordnung musste Bürgermeister Markus Zirkel (SPD) zuerst über weitest gehenden, also den Antrag der CSU auf Zurückstellung, abstimmen lassen. Ergebnis: 9:10. Also abgelehnt. Als nächstes folgte der Vorschlag, Liegeflächen fürs Freibad zu errichten: 6:13 - abgelehnt. Geschlossen (0:19) erteilte das Gremium Wohnmobilstellplätzen eine Absage.

Mit 6:13 wurde daraufhin die Variante abgelehnt, mehr Pkw-Parkplätze zu errichten. Bei nur einer Gegenstimme sprachen sich dann 18 Gremiumsmitglieder dafür aus, einen Teil der Fläche für die Errichtung von Zweiradparkplätzen zu verwenden. Mit einem 1:18 Votum fiel letzlich auch die Erweiterung des Kioskbereichs durch.

Nun hat die Verwaltung den Auftrag, auf Grundlage des gefassten Beschlusses einen Vorschlag zu erarbeiten. "Somit haben wir nichts, was wir bauen und einen Fahrradständer", stellte Werner am Ende und mit Kopfschütteln fest.