Zwischen Wattendorf und Stadtelhofen wird zurzeit ein Windpark durch die Firma Naturstrom AG realisiert. In drei Bauabschnitten sollen insgesamt elf Windenergieanlagen entstehen. Die Investitionssumme beträgt rund 42,5 Millionen Euro.

Der Windpark in diesem Windvorranggebiet war und ist nicht unumstritten. Die ersten Projektideen entstanden bereits im Herbst 2011. In den Jahren 2012 und 2013 wurden die notwendigen Flächen akquiriert. Es mussten zwei Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz durchgeführt werden. Befinden sich doch zwei Anlagen im Landkreis Lichtenfels und neun im Landkreis Bamberg. Zahlreiche Klagen haben den Baubeginn immer wieder verzögert.


Baubeginn im Frühjahr

Im Frühjahr 2016 konnten dann die Bauarbeiten für die ersten fünf Anlagen beginnen. Die Projektierung und der Anlagebetrieb werden von Forchheim aus gesteuert.
Von April bis Ende Mai wurden die Zuwege hergestellt, dann folgte von Juni bis September der Bau der Kabeltrassen. Parallel dazu kam es zum Bau der Fundamente, der Turmerstellung sowie der Anlieferung der Großkomponenten. Ab Oktober erfolgte die Lieferung der Anlagenteile, die dann installiert wurden, gefolgt vom Innenausbau.
Rund 50 Interessierte waren, trotz der nicht idealen Witterungsverhältnisse, zum Baustellenbesuch gekommen. Für die Firma Naturstrom, mit Hauptsitz in Düssledorf und einer Niederlassung in Forchheim, sind solche Einladung ein wichtiger Bestandteil der Firmenphilosophie, um die "Akzeptanz der Bevölkerung vor Ort zu gewinnen." So konnte man sich mit Informationen aus erster Hand ein Bild über die Anlagen und den Baufortschritt machen. Es bestand auch die Möglichkeit einen Blick ins Innere eines Turms zu werfen und sich über die technischen Details bei Mitarbeitern des Anlagenherstellers General Electric zu informieren.


Infos zur Windenergie

Viele zeigten sich beeindruckt von der Technik und über die Dimension der Anlagen. Der eine oder andere äußerte sich aber auch kritisch und fragte, "ob es denn unbedingt so viele Windräder hätten sein müssen".
Projektleiter Sebastian Schäfer gab sich zuversichtlich, dass der Windpark planmäßig fertiggestellt werden kann. Das Unternehmen war mit zahlreichen Mitarbeitern vor Ort, die das Konzept und den Bauablauf des Windparks erläuterten bzw. allgemeine Informationen zur Windenergie gaben.
Betrieben werden die Anlagen von der WindStrom Wattendorf-Stadelhofen GmbH und Co. KG. Diese stellt 15 Prozent der Nutzungsentgelte für gemeinschaftliche Zwecke zur Verfügung.

Für die Anwohner in den Postleitzahlgebieten Wattendorf, Weismain und Stadelhofen gibt es bereits jetzt einen besonderen Stromtarif, der günstiger ist als der normale Naturstrom-Tarif. Vertrieben wird dieser durch das Grünstromwerk, einer hundertprozentigen Tochter von Naturstrom. Der Strom kommt zu zehn Prozent aus Windenergieanlagen und zu 90 Prozent aus Wasserkraft, beides innerhalb von Bayern. Damit kann man schon jetzt mit dem günstigen Regionalstrom direkt vom Ausbau erneuerbarer Energien aus der Region profitieren, wie es von Seiten des Betreibers heißt. Mit einer prognostizierten Gesamtleistung des Windparks von 50 Millionen kWh können pro Jahr ca. 15 000 Drei-Personen-Haushalte mit Strom aus Windenergie versorgt werden.
Mitte Februar soll der Strom aus den ersten fünf Anlagen ins Netz eingespeist werden. Dieser wird über das Umspannwerk Würgau verteilt, wo noch ein zusätzlicher Trafo eingebaut wurde.

Technische Details
Anzahl elf Anlagen in drei Bauabschnitten
Anlagetyp GE 2.5-120-139m
Gesamtwerkshöhe 199 Meter
Nabenhöhe 139 Meter
Rotordurchmesser 120 Meter
Nennleistung 22,5 MW
Ertragsprognose insgesamt ca. 50 Millionen kWh/a; entspricht dem Strombedarf von rund 15 000 Drei-Personen Haushalten
Betreibergesellschaft WindStrom Wattendorf-Stadelhofen GmbH und Co. KG