• Bamberger bei "The Voice of Germany"
  • Patrick (29) wollte Coaches mit Lied aus "Nightmare on Elm Street" überzeugen
  • Sein Auftritt war am Donnerstag abend bei ProSieben zu sehen.

 

Update 03.10.2019: Für Patrick hat es bei "The Voice of Germany" nicht gereicht

Bei den Blind Auditions von "The Voice of Germany" geht es darum, dass sich einer der Coaches während des Songs umdreht - das schaffte Patrick aus Bamberg nicht. Mit "Jack's Lament" aus dem Film "Nightmare on Elm Street" konnte er keinen der vier Juroren überzeugen. Aber im Anschluss durfte er mit seiner Band immerhin noch eine Zugabe spielen. Dabei ging es deutlich härter zu - die Halle tobte.

Juro Sido brachte es schließlich auf den Punkt: "Wärst du gleich so aufgetreten, hätte ich mich umgedreht." So hat der junge Bamberger bei der ProSieben-Castingshow immerhin einmal eine große Bühne für sich und seine Band mit dem Lied "Birth of The Wicked" gehabt und großen Applaus geerntet.

So viel Trubel hatte Patrick Bulluck vorher noch nie um sich. Geschweige denn Fernsehkameras oder große Prominenz aus dem deutschen Musikbusiness. Diese außergewöhnliche Erfahrung hat der 29-jährige Bamberger seiner bemerkenswerten Stimme und der aktuellen Staffel der TV-Show "The Voice of Germany" zu verdanken. Wie er sich geschlagen hat und ob er in die nächste Runde kommt, ist am Donnerstag, 3. Oktober, 20.15 Uhr, auf ProSieben zu sehen.

"Selbst wenn ich am Ende dieses Rennen gewinnen sollte, würde ich hier bleiben und mein musikalisches Glück in Franken suchen", sagt der 29-Jährige im Gespräch. Seine musikalische Heimat jedenfalls hat er schon gefunden; im Metal. "Es war super, dass ich in dieser Sendung ich selbst bleiben und mich so zeigen konnte, wie ich bin." Welchen Song er vor den vier Starjuroren Rea Garvey, Sido, Alice Merton und Mark Foster performte, will er nicht verraten. Nur so viel: "Meine Bandkollegen reisen mit, ebenso meine Familie. Für alle gibt es eine riesige Überraschung ..."

"The Voice of Germany": Patrick kommt aus einer Musikerfamilie

Bühnenerfahrung hat der sympathische Bamberger bereits reichlich sammeln dürfen. Schon mit neun Jahren hatte er erste Auftritte, spielte in Theaterstücken mit und musizierte in der Schülerband. Später folgten Garagenbands mit unterschiedlicher Ausrichtung. Rock, Reggae, Blues, Coverlieder - es war alles dabei. Seit 2015 steht er als Leadgitarrist und Sänger der hiesigen Metal-Gruppe "Birth of the Wicked" auf der Bühne.

Das Talent wurde dem musikalischen Tausendsassa schon in die Wiege gelegt. Lernen konnte er sehr viel von seinem Vater, der Blues-Legende Tony Bulluck. Mit ihm erlebte er auch eine der spannendsten Minuten seiner Laufbahn. Mit gerade einmal 17 Jahren durfte er mit ihm und anderen Größen der Szene beim 2007er Jazz- und Bluesfestival auftreten. "Das war etwas Besonderes", erinnert er sich. "In unserer Familie wird eigentlich ständig musiziert", sagt Patrick. "Das prägt."

Eine professionelle Musikerausbildung hat er hingegen nie genossen. Braucht er aber scheinbar auch nicht. Seine Devisen lauten: machen, machen, machen. Und am besten richtig laut. Was ebenfalls für sein Leben außerhalb der Konzerthallen gilt. Seit zehn Jahren arbeitet Patrick als Kinderpfleger im Bamberger Waldkindergarten. "Bei der Arbeit mit Kindern hilft Musik schon sehr", sagt er.

Harte Schale, weicher Kern

Ein Metaler im Kindergarten? Lange Haare, schwarzes Kopftuch, Ziegenbart, Tattoos - die Kinder interessiert's nicht und den Eltern offenbart sich schnell der Blick auf den weichen Kern hinter der vermeintlich rauen Schale. Spätestens wenn er mit Gitarre auf dem Baumstumpf sitzt und das selbst geschriebene (?) Waldschrate-Lied singt, hängen Groß und Klein an seinen Lippen. "Weshalb Metal-Fans so gerne soziale Berufe ergreifen? Bestimmt, um Vorurteile abzubauen", sagt er lachend. Mit Erfolg.

Zufall führt Patrick in Casting-Show

Aber wie kommt nun jemand wie Patrick zu "The Voice of Germany"? Die TV-Show ist nicht gerade für harte Klänge bekannt... Ganz einfach: Schuld sind Beharrlichkeit und - wie so oft - ein witziger Zufall. Seine Frau fragte ihn bereits seit Jahren, warum er denn nicht einmal bei einem Casting mitmache.

Lange lehnte Patrick dankend ab. Bis vor ein paar Monaten: "Ich sollte eine gute Freundin als Duettpartner bei einem der offenen Castings in München begleiten. Wie sich dort herausstellte, durften wir aber gar nicht zu zweit auftreten. Also sangen wir beide alleine." Und prompt wurde er zu den "Blind Auditions" nach Berlin eingeladen.

"Dass ich es in die TV-Show schaffen würde, hätte ich natürlich niemals erwartet", sagt er ganz bescheiden. "Mensch, war ich aufgeregt." Aber das sei er eigentlich immer vor einem Auftritt. "Ich brauche das. Wenn ich einmal nicht aufgeregt bin, weiß ich, dass ich an diesem Tag nicht auf die Bühne gehen will. Aber das ist bisher noch nicht vorgekommen." Er lacht.

Wie geht es nach "The Voice of Germany" weiter?

Wie auch immer sein weiterer Weg in der bunten Castingshow-Landschaft aussehen mag, diese Erfahrung kann ihm jetzt keiner mehr nehmen. "Es war schon toll, die Coaches kennenzulernen und ihnen so nahe zu kommen. Auch weil sie sich vor und nach den Auftritten Zeit genommen hatten, um die Kandidaten näher kennenzulernen." Und überhaupt sei es grundsätzlich cool gewesen, einmal außerhalb Frankens aufzutreten.

Am Ende ist es aber zu Hause am schönsten, sagt er. Genau dort wird er gemeinsam mit seinen Bandkollegen, Freunden und der Familie den großen Auftritt im Fernsehen verfolgen. Und alle werden ihm die Daumen drücken.