• Bamberg: Bäckerei macht klare Corona-Ansage
  • "Bitte keine Diskussionen": Maßnahmen sollen im Geschäft kein Thema sein
  • "Verkäufer kriegen es ab": Zweiter Geschäftsführer erzählt von "körperlicher Auseinandersetzung"
  • "Nicht mit zweierlei Maß messen": Viel Kundschaft mit Masken-Attest 

Die Bio-Bäckerei Postler aus Burgebrach macht vor ihren Filialen in Bamberg und Forchheim mit einem Schild zu Corona-Debatten eine klare Ansage. Man wolle vor allem die Verkäufer und Verkäuferinnen schützen, erklärt der zweite Geschäftsführer, Akbar Said, gegenüber inFranken.de

Bamberger Bäcker will keine Debatten über Corona-Maßnahmen

"Maske? Bitte ruhig und freundlich bleiben", heißt es auf dem Schild vor den Läden. "Wir kommen der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung nach und verweisen auf das Tragen einer Maske", heißt es dort. Weiter steht geschrieben: "Bitte keine Diskussionen über die Maskenpflicht sowie über weitere Corona-Maßnahmen in unseren Geschäftsräumen."

Man sei "ausschließlich ein systemrelevantes Lebensmittelgeschäft" und kümmere sich "um Ihre Versorgung mit guten und frischen Bio-Lebensmitteln", schreibt die Bäckerei. "Ihre Zufriedenheit und Ihre Versorgung stehen für uns im Mittelpunkt."

"Menschen, die keine Mund-Nase-Bedeckung tragen dürfen und ein ärztliches Attest haben", grenze man nicht aus, so weiter im Text. Und zum Schluss: "Wir bitten unsere Kunden freundlich und respektvoll miteinander umzugehen, dann können wir die schwierige Situation gemeinsam am besten bewältigen."

"Körperliche Auseinandersetzung": Maskendebatte in Bäckerfiliale schon eskaliert

"Hintergrund ist die Belastung der Verkäufer", so der zweite Geschäftsführer der regionalen Bäckereikette auf Anfrage von inFranken.de. "Wir haben 80 Prozent Stammkundschaft, darunter auch Menschen ohne Maske, die ein Attest haben", so Said.

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Es sei besonders für das Verkaufspersonal unmöglich, "anderen Kunden jedes Mal zu erklären, warum die jetzt keine Maske tragen, wir können nicht jedem sagen, der hat ein Attest oder nicht. Deshalb haben wir gesagt, wir hängen den Zettel hin."

So "dramatisch" wie am Beginn der Pandemie sei es mit den Debatten aber nicht mehr. Die Entscheidung für das Schild sei bereits 2020 gefallen, als "es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen einem Kunden mit Maskenbefreiung und einem anderen mit Maske in der Filiale in Forchheim gekommen ist", erzählt Said.

"Vernunft und Toleranz": Bäckerei ruft zur Versöhnung auf 

Man sei weder "eine politische Bühne" noch "die Polizei oder das Ordnungsamt" und könne auch nicht jede mögliche Fälschung von Zertifikaten erkennen. Man wolle stattdessen einfach "nur Brot und Brötchen verkaufen". 

"Wir erfüllen die Regeln und letztlich kriegen es die Verkäufer ab, das ist das Schlimmste", sagt Said. "Die bekommen von dem einen Kunden zu hören, warum fragst du nach Nachweisen, der nächste sagt dann, warum fragst du nicht?" Auch gebe es "schwer lungenkrankes Personal bei uns", dass selbst keine Maske tragen müsse.

Der Vize-Postler-Chef sagt, man wünsche sich, "ein richtiges friedliches Miteinander in einer Gesellschaft, die schon extrem gebeutelt ist. Es ist Zeit für ein gewisses Maß an Vernunft und Toleranz." 

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