Ministerialdirektor Hubert Bittlmayer verabschiedete jetzt in Hirschaid Andreas Knorr, den Behördenleiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg, in den Ruhestand. Gleichzeitig wurde Nachfolger, Hans-Rüdiger Schmittnägel, vorgestellt.

Ehrengäste aus Politik, Kollegen, Verbandsvertreter sowie Mitarbeiter waren gekommen, um sich von einem "Praktiker im Amt" und "überzeugten Naturschützer" zu verabschieden.

Knorr, promovierter Forstwissenschaftler und Sohn eines Landwirts aus Untergreuth, war elf Jahre lang an der Spitze der Behörde. Im Zuge der Verwaltungsreform von 2005 führte er die davor eigenständigen Verwaltungsbereiche Landwirtschaft und Forsten zusammen. Sicherlich kam ihm dabei sein persönlicher Hintergrund aus der Landwirtschaft und seine Erfahrungen im Forst zu Gute.
Er führte das Amt aus "stürmischer See in ruhige und geordnete Bahnen", wie sein Dienstvorgesetzter sagte. Knorr sei seiner Zeit voraus gewesen. Themen wie Waldumbau, Klimaschutz und Bildung standen bei ihm schon auf der Tagesordnung, als sie noch nicht Mainstream waren. Dabei scheute er "nie ein klares Wort zur rechten Zeit".


Elf Jahre im Amt gewesen

Knorr erinnerte an Stationen seines Werdegangs, an "seine Schandtaten", wie er es süffisant formulierte. Ganz gleich ob es sich um Wildforschung, Waldschadensforschung oder das Konzept für die bayerischen Waldklimastationen, mit dem heute europaweit gemessen wird, handelte - er "war immer interessiert an außergewöhnlichen Aufgaben". Dazu gehört seine Zeit als Leiter des Forstamts Erlangen. Hier erwarb er sich Verdienste um den Waldumbau und der Verteidigung des Bannwaldes "gegenüber großen Flächeninanspruchnahmen".

Wichtig war ihm die Öffentlichkeitsarbeit, wie man am Walderlebniszentrum Tennenlohe sehen kann. Auch der Aus- und Umbau der Forstdienststelle Scheßlitz fällt in seine Dienstzeit, wo nun die Jägerprüfungen stattfinden und das Bildungsprogramm Waldwirtschaft entwickelt wurde. Im Bereich Landwirtschaft konnten mit "Ökolandbau" und "Optimierung des Fördervollzugs" zwei Fachzentren etabliert werden. Die "Ökoakademie Bamberg" war und ist ein Erfolgsschlager.

Knorr dankte seinen Mitarbeitern und seiner Frau, die ihm immer "den Rücken freigehalten und unterstützt hat". Für seinen Nachfolger Hans-Rüdiger Schmittnägel, gebürtiger Kronacher und studierter Forstwirt, gibt es viele Herausforderungen. Steht das Amt doch vor weiteren Umbrüchen - dem Wunsch nach einem "Grünen Zentrum" für Bamberg etwa.