Ein wichtiger Schritt in die Elektromobilität war für die Gemeinde Nüdlingen die gleichzeitige Inbetriebnahme der zwei von den Stadtwerken Schweinfurt errichteten Ladestationen vor der Schlossberghalle und an der Einfahrt ins Gewerbegebiet "Am Pfaffenpfad". Jede Station mit jeweils zwei Ladepunkten für Elektrofahrzeuge mit europäischem Ladestandard bis zu 22 Kilowatt kostet 10.000 Euro, wovon der Freistaat Bayern etwa 40 Prozent als Zuschuss übernimmt.

"Die E-Mobilität ist wichtig. Sie wird kommen und sie muss kommen", stellte Nüdlingens Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) fest. Deshalb hatte die Gemeinde bereits 2013 ihr erstes Elektrofahrzeug angeschafft, der bald ein zweites folgte. Künftig soll jedes ausgediente Fahrzeug der Gemeinde durch ein Elektrofahrzeug ersetzt werden, sofern dies für den jeweiligen Einsatzzweck geeignet ist, sicherte der Bürgermeister zu.

Nachdem eine vom Landkreis finanzierte Standortanalyse zur Förderung der Elektromobilität ergeben hatte, dass eine Ladestation vor der Schlossberghalle sinnvoll sei, da vor allem während der Veranstaltungen und des Sportbetriebs auf dem dortigen Parkplatz die Autos aufgeladen werden können, hatte der Gemeinderat zugestimmt, zugleich aber angemerkt: "Eine Säule ist gut, zwei Säulen sind besser." Deshalb wurde entschieden, auch auf der anderen Ortsseite am Eingang zum Gewerbegebiet eine zweite Ladestation aufzustellen.

Der Bürgermeister dankte den Schweinfurter Stadtwerken für die seit Jahren gute Zusammenarbeit sowie für die jetzige Errichtung der zwei Ladestationen, für deren Betrieb die Stadtwerke auch die Abrechnung übernehmen. In diesem Zusammenhang wies Hofmann auf die Vorteile für Kunden der Nüdlinger Gemeindewerke hin, die mit einer Kundenkarte oder einer speziellen Smartphone-App statt des offiziellen Tarifs von 35 Cent pro Kilowattstunde künftig nur knapp 31 Cent zu zahlen brauchen und dies nicht nur in Nüdlingen, sondern auch an allen Säulen in Schweinfurt. Es sei also ein Vorteil, die Dienste der Nüdlinger Gemeindewerke bei der häuslichen Strom- und Wasserversorgung zu nutzen.

"Sie tun etwas Gutes", wandte sich der Bürgermeister abschließend an alle Einwohner, denn der Gewinn der Gemeindewerke kommt der Stadt und somit wieder allen Bürgern zugute. "Der Gewinn unserer Gemeindewerke trägt auch zur Baufinanzierung der neuen Schlossbergschule bei."

Der stellvertretende Landrat Emil Müller (CSU) bezeichnete die beiden Nüdlinger Stationen als "Mosaiksteine zur Umsetzung des Elektromobilitätskonzepts des Landkreises" und als wichtigen Beitrag zur Förderung der Elektromobilität. Es ginge nicht um die Frage, ob erst die Autos gebaut werden sollten oder erst eine flächendeckende Versorgung mit Ladestationen gegeben sein muss. Müller: "Beides muss Hand in Hand gehen." Deshalb müssen die Gemeinden in Vorleistung gehen. Die neuen Stationen in Nüdlingen mögen "ein Signal für die Bevölkerung" sein, verstärkt auf Elektromobilität umzusteigen, sprach der stellvertretende Landrat seine Hoffnung aus. "Wir alle haben es doch selbst in der Hand."