Großzügig gestellte Stuhlreihen ermöglichten im Großen Saal des Regentenbaus bis hinauf zum Balkon eine ausgelassene Stimmung, denn bei den melodischen Rhythmen von Milow und seiner tollen Band hielt es niemanden mehr auf seinem Sitzplatz. Auslöser dieser Begeisterung war der gebürtige Antwerpener Jonathan Vandenbroeck, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Milow, der im Jahr 2007 mit Hits wie "You Don't Know" oder seiner Akustik-Coverversion von 50 Cents "Ayo Technology" seine internationale Erfolgsgeschichte begann. Der Singer/Songwriter verwendet für seine Musikstücke zwar die englische Sprache, aber die lyrische Botschaft dahinter ist international verständlich und wird getragen von seiner sanften, variablen und ausdrucksstarken Stimme sowie von eingängigen Rhythmen, die von der Gitarre dominiert werden, aber durch Drums und Keyboard ergänzt werden. Dabei sind seine Songs keine "One-Hit-Wonder", sondern eher eingängige Lieder mit Ohrwurm-Qualitäten, mit einem Mitklatsch-Rhythmus, mit einem Mitsing-Refrain, mit einem Gute-Laune-Takt, der das Publikum aus den Sitzen holte und zur Bewegung animierte.

"Bad Kissingen stand schon jedes Jahr auf meiner Wunschliste - endlich hat sich der Wunsch erfüllt" - mit Augenzwinkern begrüßte Milow die knapp 300 Gäste und lobte so nebenbei den wundervollen Saal mit Blick auf die Königsloge und einen Hinweis auf die Monarchie Belgiens. Der Sing- und Songwriter, der zwischen den Songs persönliche Anekdoten zu seinen Liedern, zu den coronabedingten Verzerrungen mal in Englisch, mal in Deutsch erzählte, startete mit der gefühlvollen Ballade "Christina's Eyes", wobei er von Tom an der Akustikgitarre - und nicht nur an dieser, sondern auch an der E-Gitarre oder an der Steel-Gituar - bestens begleitet wurde.

Es folgten "Building Bridges" und "Help" mit Vocal-Unterstützung von Nina, die sich als Duettpartnerin immer wieder glänzend einbrachte. Nicht nur diese beiden Akteure waren Garanten für die musikalischen Qualitäten, die in Milows Liedern stecken, sondern auch Keyboarder, Schlagzeuger und Bassist sorgten für den optimalen Klang, der nie übersteuerte und die einfühlsame Stimme des Belgiers nie überdeckte. Auch die perfekte Lichttechnik unterstützte die Wirkung der Lieder und tauchte nicht nur die schwarz gekleideten Musiker, sondern den ganzen Saal ins passende Licht.

Die ausgewählten Stücke aus Milows sechs Studioalben waren eine Perlenschnur seiner bekanntesten Lieder. Mal sind es die berührenden Balladen wie "Houdini" oder "You Must Be Crazy" oder "Lay Your Worry Down", die eine Gänsehaut-Atmosphäre erzeugten und im Lichterglanz der Handy-Lights präsentiert wurden. Mal sind es melodischen Stücke "What Ever It Takes" oder "You An Me (In My Pocket)" oder "Against The Tide", die mit Tempi-Wechsel und einem flotten Beat-Rhythmus das Publikum animierten.

Mal sind es die rockigen Lieder wie "Great Expactation" oder "ASAP" oder "Howling At The Moon", mit denen die Stimmung im Saal weiter angeheizt wurde. Ergänzend zu den 20 Titeln des Abends kam die hörbare Spielfreude aller Bandmitglieder, die von Milow ihren Freiraum bekamen und diesen für solistische Einlagen zur Freude der Gäste nutzten. Die harmonische Stimmung äußerte sich nach dem letzten Stück - passend zur Zeit: "Christmas Is Finally Here" - als sich Publikum und Band mit gegenseitig langanhaltenden Applaus für die diese gelungenen Konzertabend bedankten.