Vor 35 Jahren von Ludwig und Martha Moritz ins Leben gerufen, ist die Fränkische Weihnacht mit Musikanten aus nah und fern nach wie vor ein Erfolgsrezept. Mittlerweile von Gabi Kanz organisiert, trafen sich Sänger und Musikanten im Großen Saal des Regentenbaues, um den Zuhörern bekannte und unbekannte fränkische Weihnachtslieder vorzustellen.
Mit besinnlicher und zu Herzen gehender Musik stimmten die Mitwirkenden auf die Festzeit ein.

"Wanderblech" heißt eine kleine Blasmusik unter der Leitung von Inka Pfister. In einer Besetzung mit Flügelhorn, Bariton, Tuba, Basstrompete und Trompete spielten die fünf Musiker aus dem Raum Werneck Musik, die die Seele berührte. Feinfühlig interpretierten sie unter anderem den "Abendsegen" aus der Märchenoper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck und bewiesen ihr Geschick für das Detail.

Vierstimmige Liedsätze

Mit wunderbarem mehrstimmigen A-cappella-Gesang bezauberten die Gebrüder Richl aus Würzburg. "Als vom Himmel auf die Erden" oder "Kommt, lasst uns zieh'n gen Bethlehem" waren zwei Lieder, mit denen sie beim Publikum punkteten. Die "Vasbühler Krammetsvögel" - drei Frauen und zwei Männer - bilden ein kleines Chörlein, das mit Liedern in fränkischer Mundart faszinierte. Aus Gemünden kamen die "Spessart-Spielleut". Hinter diesem Namen verbergen sich Hans (Alphorn, Dudelsack) und Lissy Heilgenthal (Akkordeon). Auch in fränkischer Mundart interpretierten sie Weihnachtslieder, die sinnlich und behutsam auf Weihnachten einstimmten.

Seltene Spezies in Franken

Saitenmusik hört man in Franken selten. Eine Gruppe, die diese Musikart perfekt beherrscht, ist die Familie Väth aus Esselbach im Spessart. Mit Hackbrett, Zither, zwei Gitarren, Kontrabass, Harfe und Geige präsentierten sie wunderbar leise Saitenmusik.

Auch die fränkische Mundart fehlte nicht, der sich Hans Heilgenthal und Gabi Kanz angenomen hatten. Dank einer guten Auswahl an Konzertliteratur und hervorragenden Interpretationen gelang eine Veranstaltung, die tief berührte und zugleich begeisterte. Somit erfüllte sich auch der Wunsch von Gabi Kanz, die sagte: "Mit viel Freude und Hingabe wollten die Mitwirkenden versuchen, dem Publikum Besinnlichkeit und Weihnachtsruhe zu schenken."