Es waren herausfordernde Zeiten für die Sektion Bad Kissingen des Deutschen Alpenvereins - Der Kissinger DAV musste in den vergangen 18 Monaten nicht nur die Coronakrise meistern musste, sondern auch den Tod des Vorsitzenden Johannes Fiedler. Auf einer ernsten und emotionalen Mitgliederversammlung zog der Vorstand Bilanz zu den Jahren 2019/2020 und Zweiter Vorsitzender Artur Zoll stellte fest: "Wir sind gut aufgestellt und müssen uns keine Sorgen machen."

Zoll begrüßte 53 Mitglieder zur außerordentlichen Mitgliederversammlung. Von Seiten des Vorstandes wurde auf eine virtuelle Mitgliederversammlung im Frühjahr 2020 verzichtet, weil bei 2459 Mitgliedern der organisatorische und technische Aufwand zu groß gewesen wäre. Obwohl die Pandemie die Aktivitäten des Vereins sehr stark eingeschränkt habe, lief im Hintergrund die Vereinsorganisation und die Zusammenarbeit mit dem DAV-Hauptverein weiter, berichtete Zoll. Die Attraktivität der Sektion Bad Kissingen zeige sich auch an den gestiegenen Mitgliederzahlen, die aktuell die 2500er-Grenze überschritten haben.

Das Jahr 2019 sei mit 25 Jahren Bad-Kissinger-Hütte im Tannheimer Tal, mit 10 Jahren Kletterhalle und 150 Jahre DAV ein besonderes Jahr gewesen, bei dem man noch 742 Teilnehmer zu 55 Veranstaltungen und 1700 Fans in der Kletterhalle zählte. Ein neuer DAV-Bus wurde angeschafft, der gerade bei der Pflege der Hütte im Einsatz war. Im Jahr 2020 standen 56 Veranstaltungen auf dem Programm, "aber nur 13 mit 216 Teilnehmern konnten wir durchführen".

Wenig Besucher in der Kletterhalle

Andreas Grau berichtete von der Kletterhalle, die 2020 für fünf Monate und heuer bis Juni geschlossen war. Bei reduzierter Belegung mit gleichzeitig 15 Kletterern verzeichnete man hier dementsprechende Rückgänge Aber: "Der Bedarf ist da", betonte Grau. Deshalb hoffe man, dass die geleistete Arbeit im Hintergrund mit Reinigung der Griffe und neu geschraubten Routen sich in den Belegungszahlen widerspiegeln werde. Grau berichtete auch vom Materiallager, das in den zurückliegenden Monaten überprüft wurde. Vieles wurde aussortiert und mit Neuanschaffungen sei man auf einem aktuellen Stand. Ebenso gab er im Namen von Ausbildungsreferent Jürgen Herold einen Überblick zu den Fortbildungsmaßnahmen mit Outdoor-Klettern, Skibergsteigen oder Klettern mit Menschen mit Beeinträchtigung und er betonte: "Unsere Fachübungsleiter sind auf dem neuesten Stand."

Jugendreferent Steffen Schmid berichtete von einem regen Betrieb mit Kinder- und Jugendgruppen im Jahr 2019 und dem Einbruch im Coronajahr 2020. Im Jahr 2021 wolle man mit einem neuen Konzept und "Familienöffnungszeiten" den Jugendbereich beleben. So soll ab Oktober der Montag- und Freitagnachmittag für Mitglieder-Familien reserviert werden, die die Halle nutzen können, aber selbst für die Sicherheit ihrer Sprösslinge verantwortlich sind. Um richtig zu sichern, sollen entsprechende Kurse angeboten werden. Zudem wurde angekündigt, dass im Frühjahr 2021 eine neuer Jugendreferent gesucht werde.

Florian Neuland (Breitensport) berichtete vom Montagssport, vom Trailrunning und vom Mountainbiken. Er kündigte für die nächste Zeit verschiedene sportliche Aktivitäten an. "Die Mitglieder werden per Mail informiert, ansonsten steht es auf unserer Internetseite www.dav-kg.de." Artur Zoll ergänzte, dass leider nur die Hälfte der Mitglieder per Email zu erreichen sei und bat darum, dass möglichst alle Mitglieder ihre Email-Adresse für die vereinsbezogene Kommunikation zur Verfügung stellen.

Übernachtungszahlen halbiert

Auch die Bad Kissinger Hütte hat turbulente Zeiten hinter sich, denn nicht nur die Coronabedingten Schließungen machten den Verantwortlichen zu schaffen, sondern auch die erforderlichen Pächterwechsel. So berichte Hüttenwart Erich Lehenbauer vom Übergang auf die aktuelle Wirtin Sabine Wirth und von den guten Übernachtungs- und Umsatzzahlen trotz aller Widrigkeiten. Wurden 2019 noch 5500 Nächtigungen gezählt, so waren es 2020 etwa die Hälfte. 2019 ergab sich noch ein Überschuss in Höhe von 20 000 Euro, im Jahr darauf war es ein Minus von 10 000 Euro. Unter dem Beifall der Mitglieder verkündete Lehenbauer: "Aktuell ist die Hütte schuldenfrei trotz der hohen Investitionen in Ausbau und Seilbahn in den letzten Jahren." Sein Wermutstropfen: "Nachdem die Bergmesse in den letzten beiden Jahren nur weniger Besucher hatte, findet diese traditionelle Veranstaltung 2022 nicht statt."

Hartmut Breunig erläuterte die finanzielle Lage der Sektion. Im Jahr 2019 standen Einnahmen in Höhe von 179 000 Euro Ausgaben in Höhe von 160 900 Euro gegenüber. Die größten Posten waren 110 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen und die Überweisung in Höhe von 50 000 Euro an den DAV-Hauptverein.

Im Jahr 2020 kamen 209 600 Euro an Einnahmen dank großzügiger Spenden und Zuschüsse zusammen. Dagegen stehen 230 900 Euro an Ausgaben - Tilgungsleistungen sowie die Anschaffung des DAV-Busses schlugen hier zu Buche. Kassenprüfer Norbert Paulus bestätigte die Richtigkeit aller Finanzvorgänge und beantragte die Entlastung des Vorstandes. Diese wurde einstimmig erteilt. Ebenfalls einstimmig genehmigten die Mitglieder den Haushaltsplan für das Jahr 2021.

Emotionaler Abschied vom Vorsitzenden

Im Rahmen der Versammlung wurden 18 verstorbene Mitglieder geehrt. Emotional waren die Abschiede von Pfarrer Roland Breitenbach, der nicht nur Ehrenmitglied war, sondern auch 19 mal die Bergmesse am Aggenstein zelebrierte, und von Ehrenmitglied Kurt Müller, der über lange Jahre stellvertretender Vorsitzender war. Im Mittelpunkt stand aber Johannes Fiedler, der am 2. August 2021 verstarb. Er trat 1981 der Sektion bei, war seit 1991 ehrenamtlich als Fachübungsleiter und Ausbildungsreferent aktiv, wurde 2016 zweiter Vorsitzender und war seit 2019 erster Vorsitzender.