Der Stadtrat will zunächst Klarheit haben, ob seine neun Einwendungen Berücksichtigung finden. Das weiß keiner. Jetzt soll die Entscheidung bei der nächsten Sitzung am Mittwoch, 24. Juli, fallen. Dabei drängt die Zeit. Denn am Mittwoch, 31. Juli, sollen alle betroffenen Gebietskörperschaften bei einem Festakt die Erweiterung der Biosphäre absegnen.

Diesen Termin, so Michael Geier (Regierung von Unterfranken, hatten sich die Landräte Thomas Bold (Bad Kissingen, CSU) und Thomas Habermann (Rhön-Grabfeld, CSU) ausgesucht. Geier: "Wenn einer nicht unterschreibt, dann stehen wir da, dann wäre die Mühe für 2013 umsonst gewesen." Dann wäre die Erweiterung der Biosphäre vorerst gestoppt, da alle betroffenen Kommunen der Bio phärenerweiterung zustimmen müssen. Vorgesehen ist, dass das nationale Komitee den Erweiterungsantrag, wie von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gewünscht, bis 30. September der Unesco vorlegt. Die entscheide binnen eines halben Jahres: Annahme oder Zurückgabe zur Nachbesserung.

Die Stadt Bad Kissingen hatte vorgeschlagen, knapp 53 Hektar zusammenhängende Fläche zum Tausch anzubieten. Das wurde abgelehnt. Die Staatsforsten brachten Grundstücke ein, die Blankenburg "Fleckerlteppich" nannte. Warum das geschehen ist, konnte oder wollte Geier nicht sagen. Es handelt sich um Areale entlang der B 287, die an den Golfplatz und an das Schützengelände grenzen. Auf ihnen liegen die Wichtelhöhlen. Ein straßenbegleitender Radweg nach Euerdorf wäre, so die Befürchtung, nicht mehr möglich.

Derzeit, so Geier, würden alle Einwendungen in eine entsprechende Verordnung eingearbeitet. Denn die Kernzonenflächen müssten dauernd rechtlich gesichert sein. Der Antrag auf Erweiterung müssen einen solchen Nachweis erhalten. Viele Fragen seien momentan noch ungeklärt.

Bernd Czelustek (SPD), Peter Deeg (CSU), Anton Schick (DBK) und Otto Funck (FW) machten klar, dass sie im Prinzip für eine Erweiterung seien, äuerten aber auch ihre Bedenken. Schick sagte, es gehe um den Erhalt des Prädikats, das eine Marke sei. Deeg verwies auf Einschränkungen für die Forstwirtschaft. Czelustek hält einen Radweg nach Euerdorf für unverzichtbar. Funck hatte "ein ganz schlechtes Gefühl, weil wir so unter Druck gesetzt werden".

Karin Renner (CSU) sieht im Moment mehr Nachteile als Chancen. Geier widersprach: Die Biosphäre biete in der Vermarktung der Rhön noch große Potenziale. Den Stadtrat konnte er jedoch nicht überzeugen.