Vom 15. bis 17. August kommen die Freunde der Vielseitigkeit in Hambach voll auf ihre Kosten. Zusätzlich zur Bayerischen Meisterschaft sind zwei internationale Prüfungen (CIC*, CIC**) ausgeschrieben. Zehn Nationen und damit die Elite der Vielseitigkeit, wie beispielsweise Olympiasieger Andreas Dibowski und Dirk Schrade sind am Start. Ebenfalls international erfolgreich ist Teamkollege Kai-Steffen Meier, der beim Gastgeber, den Pferdefreunden Lindenhof Hambach, in Aktion zu sehen sein wird.

Mit welchen sportlichen Zielen kommen Sie nach Hambach?
Kai-Steffen Meier: In Hambach habe ich vier junge Pferde dabei, zwei davon gehen das erste Mal auf diesem Niveau, die anderen beiden bereiten sich auf höhere Aufgaben im Herbst vor.

In Hambach treffen Sie auch auf Andreas Dibowski, bei dem Sie vor einigen Jahren trainiert haben.
Treffen Sie ihren Reitsport-Kollegen als Freund oder Konkurrenten?
Andreas und mich verbindet eine Freundschaft, die auch über den Turnierplatz hinaus geht. Im Wettkampf sind wir natürlich Konkurrenten, respektieren und freuen uns aber, wenn der andere an diesem Wochenende besser war.

Können Sie uns etwas zur Logistik erzählen für die Bayerischen Meisterschaften? Mit wie vielen Personen / Pferden reisen Sie an. Übernachten Sie im Hotel oder anderweitig?
Wir reisen wie immer, ein Reiter und meine Pferdepflegerin. In Hambach haben wir vier Pferde dabei. Damit ich immer vor Ort sein kann, hat mein Lkw eine große Wohnkabine, so dass wir auf dem Turnierplatz wohnen. Begleitet werden wir außerdem von einigen der Besitzer der Pferde, die zum Zuschauen kommen.

Und wie ist ein Wettkampftag strukturiert?
Das hängt vom Zeitplan ab, aber langweilig wird er nicht.

In Ihrer Kindheit haben Sie Kickboxen und Leichtathletik betrieben? Wie kommt man von der Matte und der Bahn in den Sattel?
Durch meine Eltern, beides Reiter, wurde ich peu a peu vom "Pferdevirus" infiziert und wenn man den erst einmal hat, lässt er einen nicht mehr los.

Sie waren reitender Soldat. Wie kamen Sie dazu und wie muss man sich das vorstellen?
Nach meinem Abitur stand der Wehrdienst an. Durch meine sportlichen Erfolge aus der Juniorenzeit kam ich aber als Sportsoldat in Frage. Nach der Grundausbildung ging ich nach Warendorf, wo ich mich komplett aufs Reiten konzentrieren konnte.

Was sind Ihre größten Erfolge? Wie sehen Ihre Karriere-Ziele aus?
Ich hatte das Glück, dass ich schon in frühen Jahren viel erreichen konnte. Tolle Platzierungen bei 4*-Prüfungen (die Grand-Slam-Turniere für uns), Teilnahmen an Europameisterschaften und viele Top-10-Platzierungen im Weltcup, Siege in Nationenpreisen und viele andere nationale und internationale Siege und Platzierungen. Die nächsten Ziele sind jetzt halt etwas größer mit Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Gibt es als erfolgreicher Vielseitigkeitsreiter inzwischen überhaupt noch Zeit für andere Hobbys?
Richtige Hobbys eher nicht, aber ich gehe gerne Laufen als Ausgleichssport.

Sie hatten selbst einmal eine schwere Verletzung (laut Internet: 2007: angebrochener Halswirbel). Vor Kurzem zog sich Benjamin Winter nach einem Sturz in Luhmühlen tödliche Verletzungen zu. Muss man als Profi solche Schicksalsschläge verdrängen?
Das ist richtig, ich habe mich 2007 mit einem jungen Pferd überschlagen und mir zwei Halswirbel gebrochen. Bens Unfall war für uns alle ein Schock und es ist nochmal ein Ruck durch unseren Sport gegangen und es wird mehr denn je für die Sicherheit getan.

Hatte dieser tragische Vorfall Einfluss auf Ihr Training, auf Ihr Umfeld, auf Ihre Einstellung zum Sport?
Nein.

Im Internet findet man Sie auch unter ksmeventing. Was genau versteckt sich dahinter?
KSM= Kai-Steffen Meier EVENTING= englisch für Vielseitigkeitsreiten. Dahinter verbirgt sich meine Firma, die sich mit der Ausbildung und Vermarktung von Vielseitigkeitspferden beschäftigt.

Gibt es bei Ihnen auch Urlaub oder freie Tage, in denen Pferde mal gar keine Rolle spielen?
Selten und wenn, dann meist im Winterhalbjahr

Sie sind auch Aktivensprecher. Was sind dabei Ihre Aufgaben?
Ich bilde das Bindeglied zwischen den Aktiven, den Trainern und den Offiziellen des Verbandes.

Hambach ist ein kleiner Ort. Sie kennen auch die Hotspots der Vielseitigkeit. Was muss bei einem Turnier im Umfeld stimmen, damit Sie mit einem guten Gefühl dort an den Start gehen?
Ich bin nun das dritte Mal in Hambach und das erste Mal per Zufall gekommen. Doch ich war so begeistert über die Liebe zum Detail, den Einsatz des Teams um Gerold Ort, die Möglichkeiten und den Geländeaufbau. Ich fühle mich hier einfach wohl und freue mich jedes Jahr auf Hambach, es ist ein Besuch bei Freunden.

ZEITPLAN

14.8., 19 Uhr
für die CIC**/CIC* Meldeschluss, ab 19.30 Uhr Freigabe der Geländestrecke für CIC*, 20 Uhr Startzeiten-Vergabe.

15.8., 9 Uhr Dressur für CIC*, 10 Uhr Freigabe der Geländestrecke CIC* und CIC**, 14 Uhr Dressur für CIC**.

16.8., 8.30 Uhr VA, Dressur, 9 Uhr CIC* Springparcours, 11 Uhr CIC** Springparcours, 12.30 Uhr VA Springparcours, 15.30 Uhr VA Geländeprüfung.

17.8., 8 Uhr Stilspringprüfung Klasse E; 10 Uhr Geländeprüfung für die CIC*, 12.30 Uhr CIC** Geländeprüfung, 14.45 Uhr Dressurprüfung der Klasse E; 14.45 Uhr CIC* Siegerehrung; 15 Uhr CIC** Siegerehrung und Bayerische Meister-Ehrung, 16.30 Uhr Stilgeländeritt Klasse E.