Mit einer großen Überraschung endete das traditionsreiche Dreikönigsturnier des TSV Münnerstadt. Bei der 27. Austragung trug sich mit dem TSV Unsleben nicht nur ein glatter Außenseiter in die Siegerliste ein, die Schützlinge von Spielertrainer Klaus Mauer boten auch einen Klassefußball und besiegten im Finale den Topfavoriten und Titelverteidiger TSV Münnerstadt.

Der ambitionierte Kreisklassist von der Streu machte schon in der Vorrunde auf sich aufmerksam, ließ bei der Auftaktniederlage gegen die Gastgeber (1:2) aufhorchen und bewies in den folgenden Begegnungen, dass das Team über hervorragende Hallenspieler verfügt. "Das macht richtig Spaß", verkündete Mauer bereits nach dem 4:2-Erfolg gegen den Geheimfavoriten FC Strahlungen, ein hitziges Gefecht, in dem Schiedsrichter Marco Föller gegen jedes Team eine Zeitstrafe verhängen musste und der Hallensprecher das Publikum daran erinnerte, dass es sich um ein Freundschaftsturnier handelte. Ansonsten verliefen alle Partien recht fair.

Im Gegensatz zu den Futsal-Turnieren fielen auch viele Tore, insgesamt 104, was der Rund umbande und den großen Toren geschuldet war. "Trotzdem wird die Organisation von Hallenturnieren immer problematischer", so das Fazit von Münnerstadts Vorstandssprecher Günter Scheuring. "Die meisten Klubs melden mangels interessierter Spieler nicht mehr." So reduzierte sich das ursprüngliche Teilnehmerfeld von zwölf Mannschaften auf sieben. Darunter befanden sich mit dem TSV Knetzgau (Kreisliga Schweinfurt 2) und der DJK Gänheim (Kreisklasse Schweinfurt 1) zwei Vereine, die erstmals im Sportzentrum aufliefen und das auch nur, weil gute Beziehungen zum Veranstalter bestehen.

Beim Turnier nach dem Modus jeder gegen jeden sah nach der Vorrunde der heimische TSV wie der sichere Sieger aus, der Bezirksligist beherrschte die Szenerie und leistete sich lediglich gegen den TSV Steinach einen Punktverlust. Die Steinacher, die nicht in Bestbesetzung aufliefen, feierten lediglich einen Sieg gegen den FC Rottershausen, die Unentschieden gegen die Münnerstädter und die Strahlunger waren aber aller Ehren wert.

Letztere waren als Mitfavorit angereist, doch ihre Offensivspieler Benedikt Bötsch und Tim Krais bissen sich oft die Zähne an den gegnerischen Bewachern aus. Schon die hohe Auftaktniederlage gegen die Mürschter war ernüchternd, die weitere Pleite gegen den späteren Turniersieger frustrierend und das Unentschieden gegen die auf dem Feld abstiegsbedrohten Gänheimer "überflüssig wie ein Kropf" (Mannschaftskapitän Sebastian Hein). Platz vier und ein negatives Torkonto waren so gar nicht nach dem Geschmack der Seufert-Elf und ihrer lautstarken Anhänger. Aufgrund des besseren Torverhältnisses landete der TSV Knetzgau auf Platz drei, TSV-Akteur Sebastian Warmuth wurde nach Turnierende zum besten Spieler am Dreikönigstag gekürt.

Chancenlos war der FC Rottershausen, der als A-Klassist der große Außenseiter war, alle seine Spiel auch verlor und trotzdem einen zufriedenen Trainer auf der Bank sah. "Kämpferisch war das in Ordnung, wir haben auch ohne Vorbereitung, die jetzt anläuft, gute Ansätze gezeigt und, das ist das wichtigste, es hat sich niemand verletzt", so der Kommentar von Matthias Gerhardt.

Vor dem Finale, das die Gahn-Elf und die Unslebener bestritten, sprach alles für den Bezirksligisten, der etliche Akteure aus der Ersten Mannschaft aufbot. "Doch wir müssen vorsichtig sein", meinte Mannschaftskapitän Michael Knysak schon vor dem Anpfiff, "der Gegner hat Blut geleckt". "Wir haben nichts zu verlieren", so zwanzig Meter weiter der Unslebener Spielertrainer, der zunächst einen Rückstand nach dem Treffer von Ahmet Coprak registrieren musste. Doch der der aktuelle Tabellendritte der Kreisklasse 3, dessen Verantwortliche sich durch den Turniererfolg einen weiteren Schub für den Aufstiegskampf erhoffen, schlug zurück, der insgesamt erfolgreichste Torschütze des Turnieres, Benjamin Schirber (elf Tore) sorgte für die unerwartete Wende. "Unsleben hat verdient gewonnen", erklärte Scheuring bei der Siegerehrung, neben Torschützenkönig Schirber wurde auch dessen Mannschaftskamerad Oliver Kühnast als bester Torhüter des Turnieres ausgezeichnet.

Endstand Vorrunde:
1. TSV Münnerstadt 21:7 16
2. TSV Unsleben 17:9 13
3. TSV Knetzgau 17:14 10
4. FC Strahlungen 16:20 10
5. DJK Gänheim 10:15 7
6. TSV Steinach 11:15 5
7. FC Rottershausen 8:21 0

Finale:
TSV Münnerstadt - TSV Unsleben 1:2