Als Schiedsrichter Sascha Reuß das faire Landkreisderby abpfiff, freuten sich die Gäste über die Punkteteilung. Doch in TSV-Coach Dominik Schönhöfer brodelte es wie in einem Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Denn die Lauertaler zeigten eine unterirdische Leistung. "Bad Kissingen hat gut gespielt und Münnerstadt schlecht." Sagte Schönhöfer. Und ging sogar soweit, den Punktgewinn unverblümt als "unverdient" zu bezeichnen.
"Mein Team hat das Fehlen der Stammkräfte Gergely, Klug und Ament gut kompensiert, lediglich mit der Chancenverwertung können wir nicht zufrieden sein", bilanzierte FC-Trainer Rüdiger Klug. Zur Pause hätten die Kurstädter locker mit 3:0 führen können. Die indisponierten Gäste überließen dem Kontrahenten vom Anpfiff weg die Initiative.
Nach einer Viertelstunde und vielen unnötigen Ballverlusten der Münnerstädter wurde der Schuss von Timo Schmitt mit letztem Einsatz von Philipp Müller ins Aus gegrätscht.

Göller reibt sich auf

Dann war Arek Porombka nach einer Hereingabe von Christian Heilmann sichtlich überrascht über den gewährten Freiraum, sein Schuss aus zentraler Position zischte knapp über das Gehäuse, ehe Maxi Pfülb die Kugel an die Latte schlenzte. Von den Mürschtern war in der Offensive weiter nichts zu sehen. Ihr einziger Angreifer, Julian Göller, rieb sich gegen das Duo Florian Wedlich und Adnan Hamzic auf. Zwei weitere dicke Möglichkeiten der FCler prägten die Endphase der ersten Halbzeit. Nachdem Christian Heilmann nach Doppelpass mit Christian Laus am herausstürzenden Johannes Wolf gescheitert war, brachte auch Matthias Karch im Nachschuss die Kugel nicht am TSV-Goalie vorbei. Mit dem Halbzeitpfiff hatte Heilmann nochmals den Führungstreffer auf dem Fuß, schnippelte den Ball aber um Zentimeter am Pfosten vorbei.

Das Spiel der Schönhöfer-Elf wurde nach Wiederanpfiff nur um Nuancen besser, der Rückstand animierte allenfalls in bescheidenem Maße zu einem durchdachteren Spielaufbau. Beim Kissinger Führungstreffer ließ Arek Porombka erst André Scheuring schlecht aussehen, um dann den zu Hilfe eilenden Wolf zu überlupfen. Als alle Beteiligten in einem immer schwächer werdenden Spiel mit einem verdienten Sieg der Klug-Elf rechneten, schlug völlig überraschend Julian Göller zu, der dem bis dahin guten Adnan Hamzic das Leder abgeluchst hatte. "So ist Fußball, da werden kleinste Fehler schnell bestraft", haderte Rüdiger Klug über diesen Fauxpas, "aber wir hätten schon früher den Sack zumachen müssen". Münnerstadts Ersatzspieler, die nicht zum Einsatz kamen, dürfen sich wahrscheinlich froh schätzen, ihre Hände in Unschuld waschen zu können.

Torfolge 1:0 Arek Porombka (55.), 1:1 Julian Göller (88.).

Zuschauer 228.

Schiedsrichter Sascha Reuß (Würzburg).

Bad Kissingen Schaffelhofer - Wehner (75. Günther), Wedlich, Hamzic, Schmitt (62. Stockerl)- Wirth, Laus, Heilmann, Karch - Pfülb (75. Limpert), Porombka.

Münnerstadt
Wolf - Scheuring, Schmitt, Kanz, Müller - Markart, S. Halupzczok, M. Knysak, Geis, Kiros (91. Erhard) - Göller.

FC 05 Schweinfurt II - FC Fuchsstadt 3:3 (3:1) - Torfolge: 1:0 Dominik Zehe (22.), 1:1 Simon Bolz (28.), 2:1/3:1 Simon Snaschel (31./38.), 3:2 Simon Bolz (56.), 3:3 Johannes Feser (80.).

Nach 45 Minuten schien der Sturz der "Füchse" von der Tabellenspitze vorprogrammiert. Bis dahin dominierten die jungen Schnüdel das Match eindeutig, die Führung hätte dem Spielverlauf nach wesentlich höher ausfallen können. "Doch dann haben wir den Faden verloren, was so eine erfahrene Truppe natürlich konsequent bestraft", so Martin Halbig, der Schweinfurts Coach mit Fuchsstädter Vergangenheit. Die Platzherren starteten dynamisch und gingen nach einer Hereingabe von Max Schebak durch den gebürtigen Stangenrother Dominik Zehe in Führung. Beim überraschenden Ausgleich behielt Simon Bolz im Getümmel den Überblick. Doch bereits beim nächsten Platzherren-Angriff musste Fuchsstadts Keeper Florian Rottenberger das Leder erneut aus dem Netz fischen beim Schuss seines letztjährigen Münnerstädter Mannschaftskameraden Simon Snaschel. Auch das zweite Duell entschied Snaschel für sich nach einem Doppelpass mit Schebak.

Rottenberger sah im zweiten Durchgang wesentlich konzentriertere Vorderleute und verbessertes Zweikampfverhalten. Wasser auf die Mühlen der Kubo-Elf war der Anschlusstreffer, bei einem Freistoß ins Torwart-Eck düpierte Simon Bolz den 05-er Keeper. Nun drängten die Gäste mit Macht und geordnetem Spiel über die Flügel auf den Ausgleich. Den besorgte ihr Torjäger Johannes Feser, gegen dessen 20-Meter-Schuss kein Kraut gewachsen war. "Wir sind noch grün hinter den Ohren", fand Halbig eine Erklärung für den Spielverlauf. "Es ist natürlich bitter, wenn man, wie schon gegen Unterspiesheim, einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt." Marius Kubo war, bis auf die erste Halbzeit, insgesamt zufrieden, angesichts der personellen Umstellungen präsentierte sich sein Team kompakt.
Fuchsstadt: Rottenberger - Heinlein, Thurn, T. Stöth, Baldauf - Lieb, Bold, P. Stöth, Wolf, Bolz - Feser.