Verbinde dich mit den Menschen aus deinem Leben. Lass sie daran teilhaben. Bleibe in Verbindung. Facebook erläutert jedem, der sich bei dem sozialen Netzwerk an- und abmeldet, dass es dafür gemacht wurde, Kontakt mit anderen zu pflegen. "Zu einem Verein gehört es einfach, dass man sich ordentlich im Internet präsentiert", meint Simon Snaschel, der den Facebook-Auftritt der Fußballabteilung des TSV Münnerstadt betreut. Der 22-Jährige ist ein aufgeschlossener junger Mann, der viel lächelt und einen freundlichen Eindruck macht. Der aktive Fußballer aus dem Bezirksliga-Team ist ein "Digital Native", ist also von klein auf mit Computern, Handys, Internet, Internet-Handys und eben Facebook aufgewachsen.
Außerdem jobbt Snaschel nebenbei als freier Mitarbeiter für den Lokalsport dieser Tageszeitung und berichtet von den Wochenendspielen.

Aktualität ist Pflicht

Es mache ihm deshalb nichts aus, die Facebookseite auf dem Laufenden zu halten, die aktuellen Spielberichte und Bilder zu posten, Veranstaltungen zu erstellen und über das Neueste aus dem Verein zu informieren. "Wenn man sich damit befasst, ist das kein großer Aufwand", findet er. Facebook sei als Medium ideal für die Öffentlichkeitsarbeit geeignet. "Es ist ganz leicht aktuell zu halten", sagt Snaschel. Er mache das immer nebenbei, wenn er sowieso am Rechner sitze. "Außerdem ist es gut, um die Werbetrommel zu rühren." "Mich nervt es, wenn zum Beispiel auf einer Homepage der letzte Spielbericht von vor drei Jahren steht", erzählt der Fußballer weiter. Aktualität gehört zu einer guten Außendarstellung dazu. Das merke er immer an dem Feedback, das ihm die Online-Fans des TSV Münnerstadt auf seine Berichte geben. "Man bekommt immer viel Anerkennung. Aber wenn mal etwas nicht zeitnah aktualisiert wird, fragen die Leute sofort nach", schildert er. Die Facebookseite werde rege genutzt und die Berichte regelmäßig gelesen. "Das ist für mich der Ansporn, da dran zu bleiben."

Beliebt bei den jungen Mitgliedern

Wie Snaschel schildert, sind es vor allem die jüngeren TSV-Mitglieder, die das soziale Netzwerk nutzen, um sich über die letzten Spiele und neuesten Ereignisse zu informieren. Die Älteren wiederum greifen eher auf die traditionelle Vereinshomepage zurück, die in den letzten Jahren stetig verbessert wurde. "2009 wechselte Danny Mangold zum TSV Münnerstadt", sagt Snaschel. Vorher sei die Homepage des Vereins mehr eine Internet-Leiche denn ein nützliches Info-Portal gewesen. Der gelernte Systeminformatiker löste die alte Seite auf und richtete eine neue ein, die er von da an betreute. Allerdings erwies sich diese Lösung auf Dauer als zu unpraktisch und kompliziert. Nur der Systeminformatiker Mangold habe neue Inhalte auf die Seite laden können. Deshalb entschied man sich in Münnerstadt, die Homepage ein weiteres Mal umzustellen und einfacher handhabbar zu machen. "Seit 2012 sind wir auf das CMS-System "Joomla!" umgestiegen", sagt Uwe Knipping, der nun für den regulären Internetauftritt zuständig ist.

Bedienungsfreundlich

Der Vorteil laut Knipping: Wenn das System einmal eingerichtet ist, ist es kinderleicht zu bedienen. "Wenn jemand mit Microsoft Office umgehen kann, dann kann er das auch nutzen", ist er sicher. Zudem ist die Software kostenlos und ermöglicht es, die Vereinsseite grafisch einfach und übersichtlich zu gestalten. Für die Inhalte ist jedoch nicht Knipping verantwortlich, er stellt nur den nötigen Rahmen zur Verfügung. "Jede Abteilung hat eigene Administratoren, die selbst ihre Nachrichten online stellen", erläutert er. Für den Volleyballer Knipping bestand und besteht die Hauptaufgabe darin, die Seite zu erstellen und sie weiterhin zu warten. Das Inhaltliche laufe für ihn jedoch nebenher. Kosten fallen für den TSV Münnerstadt kaum an. Der Internet-Server für die Homepage kostet neun Euro Miete und Uwe Knipping erhält als Betreuer ein kleines Entgelt von zehn Euro im Monat. "Eine IT-Firma verlangt für die Ersteinrichtung 500 Euro und für die monatliche Pflege 50 Euro", vergleicht er. Nach seinen Worten kann der Verein mit der gefundenen Lösung zufrieden sein. Etwa 1400 User besuchen im Monat die Homepage und rechtfertigen den betriebenen Einsatz. "Das Internet ist heutzutage elementar, und wir wären blöd, wenn wir das nicht nutzen würden." Deshalb will er demnächst die Homepage auch so einrichten, dass sie gut auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablet-PCs funktioniert.

"Man schaut da eben rein"

Uwe Knipping und Simon Snaschel stehen mit ihrer Haltung stellvertretend für die Mehrheit. Von 68 verglichenen Fußballvereinen im Landkreis betreiben 60 eine eigene Internetseite und 47 sind auch auf Facebook vertreten (siehe Infokasten). Das finden die beiden Münnerstädter gut, denn sie informieren sich auch bei anderen Vereinen. "Man schaut da eben rein", sagt Uwe. Im Falle der Volleyballer bei den Lieblingsrivalen aus Ostheim.
Auch die Bezirksligisten des 1. FC Fuchsstadt bereiten sich momentan darauf vor, das Internet zu erobern. Jahrelang war der Verein nicht online vertreten. Wie Pressewart Andreas Luxem berichtet, arbeiten aktuell zwei Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit daran, die Homepage zu erstellen. "Ich bin selbst auch schon gespannt, wie die aussehen wird", sagt er. Das Thema sei in Fuchsstadt lange Zeit vernachlässigt worden, es habe sich niemand gefunden, der es vorangetrieben hätte. Erst seit vor einem halben Jahr der Vorstand wechselte, entwickelte sich eine neue Dynamik. "Neue Köpfe bringen halt neue Ideen", meint Luxem.

Vereine
Insgesamt wurden 68 Fußballvereine im Landkreis in die Auswertung (siehe Print-Ausgabe vom Samstag) aufgenommen.

Homepage 60 Vereine hatten eine (auffindbare) eigene Homepage erstellt. Von diesen 88 Prozent halten 39 Vereine ihre Seiten mehr oder weniger regelmäßig auf dem neuesten Stand und bieten aktuelle Informationen. Drei Homepages waren zur Zeit der Recherche wegen technischer Probleme nicht aufrufbar. 18 Seiten (30 Prozent) sind veraltet und wurden zum Teil seit Jahren nicht mehr aktualisiert.

Facebook 47 Vereine (69 Prozent) haben frei zugängliche Facebook-Profile. Der Rest hat entweder keine eigene Seite oder organisiert sich in geschlossenen Gruppen. In der Regel fällt auf, dass die vorhandenen Facebook-Profile regelmäßiger upgedatet werden als Homepages. Im Dezember haben die Vereine aus dem Landkreis fast 4000 "Gefällt Mir"-Klicks erzielt. Im Durchschnitt sind das über 80 virtuelle Fans. Allerdings liegen die einzelnen Mannschaften hier weit auseinander. Der Spitzenreiter vom TSV Münnerstadt kommt auf 151 Fans, während dagegen nur sechs Anhänger des TSV Gauaschach den Weg zu Facebook gefunden haben. Geschlossene Gruppen kommen im Schnitt auf zwischen 53 und 54 Mitglieder. Auch die größte geschlossene Gruppe hat mit 122 Mitgliedern im Vergleich zum Spitzenreiter bei den offenen Seiten deutlich weniger Anhänger. Das Medium Facebook scheint daher durchaus geeignet, einen größeren Personenkreis auch abseits aktiver Vereinsmitglieder anzusprechen.

Bilanz Vereine, die sich nur über Homepage darstellen: 16 (24 Prozent). Vereine, die sich nur über Facebook darstellen: drei (4 Prozent). Vereine, die beide Medien für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen: 44 (65 Prozent). Vereine, die noch nicht digital vertreten sind: fünf (7 Prozent).