HSC Bad Neustadt - HC Erlangen II 25:23 (10:11).

Ausgerechnet gegen den Tabellenführer gelang den Rotmilanen der erste Saisonsieg, im zehnten Anlauf. Ein Erfolg, der Freudentänze auf dem Feld zur Folge hatte nach dieser bislang so verkorksten Runde. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen", begann HSC-Trainer Frank Ihl die Pressekonferenz. Wie Löwen hatte seine Mannschaft gekämpft, und daher auch verdient gegen die Bundesliga-Reserve gewonnen hatte.

Die ersten fünf Minuten waren von nervösen Aktionen der Kontrahenten geprägt. Früh wurde klar, dass die Keeper Stanislaw Gorobtschuk und Michael Hassferter auf der Gegenseite sich in starker Form befanden. Die Mittelfranken gingen durch ihren Linksaußen Tim Bauder in Führung, schienen nach dem zweiten Treffer ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden, ehe den Ihl-Schützlingen nach sechs Minuten endlich der erlösende erste Treffer durch Filip Susnjara gelang.

Nachdem sich Susnjara auch für das 3:3 verantwortlich zeigte, verließ den HSCler im weiteren Spielverlauf auf unerklärliche Weise der Mut zum Wurf. Das Match blieb weiterhin von technischen Fehlern und schwacher Chancenverwertung geprägt. "Bezeichnend ist unsere katastrophale Siebenmeterausbeute", kommentierte Ihl. Beim Stand von 5:8 schien der Favorit enteilen zu können, ehe sich die Heimsieben nach Treffern von Franziskus Gerr und Maximilian Drude auf 7:8 zurückkämpfte. Mit dem Pausenpfiff und während einer Unterzahlsituation durfte sich dann Benedikt Kleinhenz an der Siebenmeterlinie versuchen - und endlich treffen.

In den Anfangsminuten des zweiten Durchgangs hätte man den Eindruck gewinnen können, dass nicht die Wannenmacher-Schützlinge auf dem Tabellenthron sitzen, sondern die Kurstädter. Diese präsentierten sich nicht nur energiegeladen, sondern absolut konzentriert bei ihren Würfen und hatten zudem in Gorobtschuk einen Mannschaftskameraden zwischen den Pfosten stehen, der die ersten vier Würfe des Gastes bravourös entschärfte. Felix Wolf, Drude und Gerr verwandelten den Halbzeitrückstand in eine 13:11-Führung, nach dem Anschlusstreffer durch Sebastian Walz drohte neuerlich Ungemach, denn nun scheiterte auch Benedikt Kleinhenz bei einem Siebenmeter, setzte den Nachwurf an die Latte. Dies schien zunächst verschmerzbar zu sein, denn Wolf mit Doppelpack und Kleinhenz mit zwei erfolgreich abgeschlossenen Tempogegenstößen bauten den Vorsprung auf ein erkleckliches 17:12 aus.

Doch die Euphorie währte nur vier Minuten, "in denen wir uns wieder Fehler erlaubt haben, die den Gegner ohne Not ins Spiel zurückbrachten", monierte Ihl. Der HC ließ sich nicht lange bitten, netzte viermal in Folge ein. Beim Stand von 17:16 fürchtete die Mehrzahl der 152 Zuschauer, dass der berüchtigte Einbruch der HSCler eingeläutet wäre. Doch diesmal hielten die Nerven der Spieler, vor allem Benjamin Herth zog nun vermehrt Richtung Kreis und schloss auch erfolgreich ab. Weil ihm dies auf der Gegenseite Johannes Bader, den HC-Coach Tobias Wannenmacher erst spät in den Angriff beorderte, mit einem Hattrick gleich tat, ging es mit dem 18:18 in die Crunchtime.

Als beim Stand von 21:21 die Frage nach dem Sieger immer noch nicht beantwortet war, sorgten Drude und zweimal Herth für das von der Minuskulisse gefeierte 24:21. Den Vorsprung verteidigten die Gastgeber mit Kampf über die Zeit. "Wir haben große Moral bewiesen und unsere Angriffe einigermaßen effektiv durchgezogen. Ich freue mich für die Jungs, die für ihren Fleiß endlich belohnt wurden", sagte Ihl.

Tore für den HSC: Felix Wolf (5), Maximilian Drude (5), Franziskus Gerr (5), Benedikt Kleinhenz (4/1), Benjamin Herth (4), Filip Susnjara (2).