Es gibt in Steinach einen Hobby-Handwerker, der ein größeres Kontingent neuer Klapperkästen vorrätig hat. Es gäbe genug Kinder, die zum Klappern durch den Ort ziehen könnten, und es gibt viele Erwachsene, die sich darüber freuen würden, wenn die Klapperer an den Kartagen wieder durch den Ort ziehen würden, um die verstummten Kirchenglocken zu ersetzen.


Jetzt müssten halt nur diese drei Tatsachen zusammengebracht werden - und schon könnte auch in Steinach der alte Brauch des Klapperns weiterleben. "Leider ist die ganze Geschichte in den letzten Jahren fast eingeschlafen, aber es wäre ewig schade drum", meint Frank Schmitt, der sich im Heimatverein dafür stark macht und nun mit einigen interessierten Eltern die Tradition wiederbeleben möchte. Sie wissen, dass in vielen Haushalten noch Klapperkästen vorhanden sind, zudem gibt es im Ort einen Hersteller solcher Lärminstrumente. (Kann beim Heimatverein erfragt werden.)

Lebhafte Erinnerungen

Die Unterstützer dieser Aktion laden die Dorfkinder zum Mitmachen ein, stellen sich als Begleitpersonen in den frühen Morgenstunden und zur Verkehrssicherung zur Verfügung und - und zum Einüben der Lieder. "Klappera" haben sie jedenfalls noch aus ihrer eigenen aktiven Zeit, an die sie sich gerne erinnern. Frank Schmitt und Frank Schultheis schwärmen jedenfalls noch heute davon, wie sie als Klappera-Buben durch den Ort zogen, (damals waren Mädchen noch ausgeschlossen). "Freilich," meint Frank Schultheis, "war das frühe Aufstehen so um dreiviertel Sechs net ohne!", und Frank Schmitt erinnert sich: "Manche vo dene Steckenträger (das waren große Schüler, die mit den Stecken für Ordnung sorgten und die Einsätze zum Klappern gaben) warn manchmal scho knüppelhart zu uns. Und fürs Fehlen oder Unsinntreiben gabs ruck-zuck Eierabzug!"

Klappern von Haus zu Haus

Die Klapperer waren schon immer ein loser Verein, der sich selber organisiert hat. Die älteren Steckenträger waren und sind für die Einladung der Buben zuständig, organisieren die Abläufe, teilen Gruppen ein, sammeln die "Entlohnungs-Eier" bei den Häusern ein und verteilen sie an alle Klapperer. Das Klappern am Karfreitag, Karsamstag und zur Auferstehungsfeier war immer auch ein Gemeinschaftserlebnis und lehrte, Verantwortung zu übernehmen - und Spaß war garantiert. "Hoffentlich auch in Zukunft wieder", wünschen sich die Organisatoren. Alle Steinacher Buben und Mädchen vom Vorschulalter bis zu 14 Jahren sind zum Mitmachen eingeladen, ebenso wie interessierte Eltern. Erstes Treffen ist am Karfreitagmorgen um 5.45 Uhr am Friedhof. Na, dann: Gut Klappern!