Heinrich Del Core, eine schwäbische Plaudertasche mit italienischen Wurzeln, erheiterte im Kurtheater die knapp 250 Gäste mit seinen unterhaltsamen Geschichten. "Glück g'habt" heißt sein zweistündiges Programm, in dem er Kalauer an Kalauer reiht. Die Gäste bedankten sich für diesen entspannten Abend mit herzlichem Applaus.

Rot der Mundschutz und rot die Lackschuhe und ein feinem Blümchenhemd à la Jürgen von der Lippe - so präsentierte sich Heinrich del Core auf der Kissinger Bühne und als Intro die im Moment unumgängliche Anekdote zur Pandemie und den Auftrittsmöglichkeiten. "I bin vor 480 Autos im Canstatter Autokino auf'tret'n. Autotür auf und zu war Klatschen - einige waren halt etwas eng bei'nander." Mit seiner lustigen Schlapp-Gosch machte er das Publikum erstmal mit den Besonderheiten der schwäbischen Sprache bekannt, die eher von der Melodie und weniger vom Inhalt lebt und die mit der Grammatik auf Kriegsfuß steht. Auch stellte er das Schwabenland außerhalb der christlichen Paradieslehre, denn Adam war kein Schwabe: "Der hätte den Apfel nicht gegessen, sondern gemostet."

"Glück g'habt" sagt man, wenn man annimmt, dass etwas passiert, das dann doch nicht passiert - und diese schwäbische Philosophie erläuterte der Comedian mit bildhaft-konstruierten Alltags-Geschichten, die er mit Sprachwitz und Augenzwinkern, mit guter Beobachtungsgabe und spürbarer Lust am Erzählen präsentierte. Die Urlaubsreise, die im Fünf-Personen-Haushalt mit Weltkarte und Dartpfeilen ermittelt wurde, nach Mexiko führte und in einem Einbruch eskalierte - Handschellen mit rosa Plüsch aus dem elterlichen Schlafzimmer oder Notruf mit musikalischer Warteschleife sorgten für humoristische Ausgestaltung der Situation.

Einkaufsdesaster im Supermarkt

Nicht weniger unbekannt war der Sketch zum Einkaufsdesaster im Supermarkt, der nach telefonischer Anweisung der Ehefrau erfolgte. Aus einem bisschen Öl und Lauch wurde einen Orientierungslauf mit Apfelmus, Klopapier und Haferflocken machte, der an der vermeintlich kürzen Kassenschlange hinter einem Cent abzählenden Rentner endet: "Jetzt langt's doch net" - und ein Schein wechselte über das Laufband.

Nicht nur da grüßte der wohlbekannte Alltag, dessen Situationskomik von Heinrich del Core kurzweilig und pointenreich präsentiert wurde, sondern auch eine Polizeikontrolle wurde zur Projektionsfläche für den schwäbischen Humor, der sich im Austausch von Autogramm gegen Knöllchen zeigte.

Schlüpfriges melodisch artikuliert

Familiäres durfte nicht fehlen, wenn das Smartphone mit "Drüberstreicheln" die Wünsche der Ehefrau weckt oder wenn Schnarchen und Schnackseln zum Swinger-Club führt - auch Schlüpfriges wird im Schwäbischen melodisch artikuliert und regt das Zwerchfell an, ohne unter die Gürtellinie zu gehen. So auch bei der Feststellung, dass die Pharmaindustrie mehr Geld für die Erforschung von Erektionsstörungen ausgibt als für Alzheimer: "Aber was nutzt eine Erektion, wenn man nicht mehr weiß, wofür?"

Del Cores Erzählkunst führte auf die AIDA, wo Toiletten mit Unterdruckspülung schnelles Aufstehen erzwingen, denn sonst... - eine weitere Beschreibung war nicht nötig, das entstehende Kopfkino sorgte für die Lacher. Eine Darmspiegelung zum "Einführungspreis" oder eine Zugfahrt mit Nachweis von ehelichem Ungehorsam sorgten beim überwiegend älteren Publikum dank des hohen Wiedererkennungswertes ebenso für amüsiertes Schmunzeln wie eine Weihnachtsgeschichte, in der keine Verwandten vor Ort der Garant für "stille Weihnachten" war und ein schöner Baum wichtiger als der Weltfrieden ist.