Birgit Heinze führt mit Sohn Kevin die einzige Gastwirtschaft in dem rund 370 Einwohner großen Kleinbrach. Sie haben fünf Tage in der Woche ab nachmittags geöffnet, bieten durchgehend warme Küche mit deftiger fränkischer Hausmannskost. Die Schmankerlstube steht gut da. "Wir sind sehr zufrieden", meint der 27-Jährige.

Dass das Geschäft gut läuft, liegt an den Wanderern die häufig einkehren, an den Kartrunden und an den zahlreichen Gästen, die am Sonntag auch von weiter zum Mittagessen kommen. Und es liegt am guten Miteinander mit dem benachbarten Sportverein in Hausen. Die Fußballer kehren beispielsweise nach jedem Auswärtsspiel in der Schmankerlstube ein, und sie treffen sich dort, um Fußball-übertragungen im Fernsehen zu schauen. "Wenn wir Veranstaltungen haben, kommt der Verein auch oft zu uns hoch", sagt Chefin Birgit Heinze.

Abgestimmte Öffnungszeiten

Die TSVgg Hausen bringt aber nicht nur Stammgäste, sondern der Vorstand stimmt sich seit Jahren eng mit den Gastronomen ab. "An den Tagen, an denen die Schmankerlstube offen hat, ist das Vereinsheim zu", sagt der Vorsitzende Wolfgang Lutz. An den Ruhetagen des Lokals wird dagegen das Vereinsheim für den Dämmerschoppen aufgeschlossen. Ansonsten ist das Vereinsheim nur während Heimspielen und an Veranstaltungen wie dem Rimini-Cup geöffnet. "Wir sprechen unsere Veranstaltungen so ab, dass es keine Überschneidungen gibt. Warum sollte man sich in so einem kleinen Dorf auch Konkurrenz machen", findet Wolfgang Lutz.

Der Vorsitzende betont, dass der Sportverein auf gastronomische Einnahmen angewiesen ist. Mitgliedsbeiträge allein reichen nicht aus, um die anfallenden Kosten und Investitionen zu decken. Der Verein muss also mit eigenen Veranstaltungen Geld verdienen, will aber gleichzeitig den Gastronomen nicht die Gäste streitig machen. Die Absprache hat sich da für beide Seiten als guter Weg herausgestellt. "Das funktioniert gut. Wir kommen uns nicht ins Gehege", sagt Birgit Heinze. Man kennt sich lange, der Umgang ist freundschaftlich. Kevin Heinze hat in der Jugend für Hausen Fußball gespielt. "Irgendwann hatte ich aber keine Zeit mehr", sagt er. Schließlich hat er von klein auf in der Gastwirtschaft geholfen.

Die gute Zusammenarbeit geht sogar so weit, dass Birgit Heinze die Schmankerlstube geschlossen lässt, wenn der Verein ein Fest ausrichtet. Sie und Sohn Kevin sind aktive Vereinsmitglieder, die sich seit einigen Monaten im neuen Wirtschaftsausschuss engagieren. Sie helfen mit ihrem beruflichen Fachwissen bei der Organisation von Veranstaltungen und packen während des Festbetriebs mit an. "Wir sind keine Gastronomen, und die beiden haben das Know-how. Da profitieren wir schon", meint Wolfgang Lutz. Zumal der Verein auf jede helfende Hand angewiesen ist. "Der Rimini-Cup ist ein Riesenaufwand", sagt er. 200 ehrenamtliche Helfer sind an dem Wochenende für das Jugendfußballturnier im Einsatz.

Wie viele Bratwürste, Steaks und Brötchen müssen bestellt werden, wie viel muss ein Bier im Verkauf kosten, wie verhandelt man mit Brauereien und Getränkehändlern? Die Beantwortung solcher Fragen ist für die Gastwirte Routine. Ebenso wie das Kochen - der Verein profitiert seit Neuestem nicht nur von dem Fachwissen, sondern auch von den Kochkünsten aus der Schmankerlstube. Am Rimini-Cup-Sonntag wird es Grillhähnchen und Sauerbraten geben. "Die macht die Chefin selbst", sagt Kevin Heinze. Ehrenamtlich und aus Überzeugung für die TSVgg Hausen.


Fußball: Der Rimini-Cup der C-Junioren 2015

Programm Der Rimini-Cup findet von Freitag, 12. Juni, bis Sonntag, 14. Juni statt. Am Freitag ab 20 Uhr ziehen die Mannschaften ein, und die Spiele werden ausgelost. Anschließend findet ein Festbetrieb statt. Turnierbeginn ist am Samstag um 9.30 Uhr, am Sonntag rollt der Ball ab 11 Uhr, vorher wird noch ein Gottesdienst gehalten.

Mannschaften Neben einer Regionalauswahl und den deutschen Mannschaften Borussia Mönchengladbach und Karlsruher SC, kommen wieder viele internationale Teams nach Hausen: PAOK Saloniki (Griechenland), Zenith St. Petersburg (Russland), West Ham United (England), Helsingborgs IF (Schweden) und AZ Alkmaar (Niederlande).