Wieder gibt es Zoff im Rhönklub. Die Abführungen an den Hauptverein bereiten auch den 356 Mitgliedern des Bad Kissinger Zweigvereins Kopfzerbrechen. Das wurde bei der Mitgliedersammlung am Wochenende deutlich. Präsident Jürgen Reinhardt (Fulda) schlägt den Zweigvereinen eine saftige Beitragsanpassung vor. Der Hauptverband beabsichtigt, ab 2017 die Abführung der Zweigvereine pro Mitglied von 12 auf 16 Euro anzuheben.
Eine weitere Anpassung soll 2020 folgen.

"Die letzte Beitragserhöhung durch den Hauptvorstand, die vor zehn Jahren erfolgte, wurde nicht an euch weitergegeben" sagte der Kissinger Zweigvereinsvorsitzende Thomas Hammelmann. Er wies auf das große Spektrum hin, das der Rhönklub seinen Mitgliedern bietet. Er schlug vor, den normalen Mitgliedsbeitrag um fünf Euro von 25 auf 30 Euro zu erhöhen, "so bleibt nach der (erhöhten) Abführung an den Hauptverein (HV) wenigstens ein Euro mehr in der Kasse des Zweigvereins". Das sei überschaubar für die Mitglieder und unverzichtbar für den Verein.

In einer angeregten Diskussion forderten einige Mitglieder, schon jetzt die zweite, bislang nur angedachte, Beitragserhöhung mit einbeziehen. Andere rechneten dagegen vor, dass schon der erste Vorschlag eine Kostensteigerung um 20 Prozent bedeute. Mit der Kissinger Hütte kam dann noch eine dritte Variante ins Spiel: Man solle wegen der Belastung durch die Hütte all jene Zweigvereine von der höheren Beitragsabführung ausnehmen, die eine Hütte betreiben. Das Argument wurde entkräftet mit dem Hinweis, dass es neben den fünf großen Hütten, zu denen auch die Kissinger Hütte gehört, rund 40 kleinere Hütten in den Zweigvereinen gibt. Fast jeder Zweigverein zähle als Hüttenbesitzer.

Nach etlichem Hin- und Her ließ Hammelmann über fünf Euro Beitragserhöhung abstimmen. "Wir hier im Saal sind alle für die Erhöhung, jetzt müssen wir es nur noch den anderen 300 Mitgliedern begreiflich machen, auch auf die Gefahr hin, dass wir einen Rücklauf haben", sagte er. Damit und mit den Finanzen im Allgemeinen wird sich in Zukunft der neue Schatzmeister Karsten Scheuring kümmern, nachdem Eckart Spiller das Amt nur noch kommissarisch geführt hatte. Auf der Mitgliederversammlung standen etliche Ehrungen an: Elfriede Streit wurde für 70 Jahre Vereinstreue geehrt, Ludwig Böhm und Rosemarie Gerbeth für 50-jährige Mitgliedschaft, Rudolf Betzold, Eberhard Gräf und Josef Kiesel für 40 Jahre sowie Erna und Christian Willand für 25 Jahre.