Eine historische Person aus Bad Kissingen zu sein, war am vergangenen Wochenende keine leichte Aufgabe. Die Ursache war das Wetter: Schwül und drückend heiß, hin und wieder ergoss sich ein Schauer vom Himmel herab. Während die Gäste sich im kühlen Schatten aufhielten, war das für die Kissinger Historischen nicht möglich. Für sie standen Promenieren und Posieren sowie geschichtliche Führungen auf dem Programm. Manchem rann sichtlich der Schweiß die Stirn herab.

Dennoch ließen sich die Historischen das nicht anmerken. Geduldig harrten sie aus, bis auch der letzte Gast sein Wunsch-Foto bekommen hatte.

Das Programm hatten die Verantwortlichen des Stadtfests verschlankt. Grund war die Pandemiesituation. "Es sind auch nicht alle Historischen unterwegs", sagte Peter Krug, der traditionell den bayerischen Prinzregenten Luitpold mimt. Die historische Persönlichkeit machte Kissingen zu dem, was es heute ist: Ein Kurort von Weltrang, das am Samstag auch den Weltkulturerbetitel verliehen bekam. "Ganz so einfach fallen lassen wollen wir unsere Tradition aber nicht", sagte Peter Krug. Hie und da ließen sich doch einige der Historischen blicken.

Bei der Autogrammstunde am Sonntagnachmittag zog es zahlreiche Gäste zu den Kissinger Prominenten. Außerdem statteten Volker Heißmann und Martin Rassau - bekannt als das Kabarrett-Duo "Waltraud und Mariechen" dem Fürsten einen Besuch ab. Der Kissinger Luitpold betonte: "Wir müssen unseren Flair und Charme wahren."

Für große Aufmerksamkeit bei den Gästen sorgten die Reiter des Bad Kissinger Reitervereins. In historischen Uniformen waren sie sowohl samstags als auch sonntags hoch zu Ross im Luitpoldpark unterwegs. Pferdeäpfel lagen an keiner Stelle - der Reiterverein hatte vorgesorgt und Schaufeln dabei. Unrat und Müll hinterließen lediglich feiernde Jugendliche in der Nacht auf Sonntag im Park - die Stadt blieb ansonsten sauber und ordentlich. Die geordneten Verhältnisse kamen bei den Gästen gut an. Sie genossen das Ambiente in der Stadt vielerorts. Grund für Ärger - etwa durch Schlägereien - gab es nicht.