Ortsbeauftragte sind jene Stadträte, die aus ihren jeweiligen Stadtteilen die Sorgen und Nöte auf die politische Bühnen heben. Deren Bestellung galt in den zurückliegenden Jahren als Formalie. Doch in diesem Jahr führte diese Art der Entscheidung zu Diskussionen. Deswegen hatte der Stadtrat die Entscheidung bei seiner konstituierenden Sitzung am 8. Mai zurückgestellt.

Mit Gemeindeordnung vereinbar

Jetzt wartete Verwaltungsleiter Roland Görke bei der Stadtratssitzung in der Turnhalle der Grundschule nach Rücksprache mit der Rechtsaufsicht am Landratsamt mit der Information auf, dass die bisher gepflegte Bestellung per Stadtratsentscheidung mit der Gemeindeordnung vereinbar sei. Zur Begründung zieht das Landratsamt eine Parallele zur Bestellung der Landrats-Stellvertreter im Kreistag. Auch dort wählen die Mandatsträger untereinander, ohne die Bevölkerung entscheiden zu lassen.

Reimar Glückler hielt bei der Sitzung an den Zweifeln der CBB-Fraktion fest. Die Bestellung der Ortsbeauftragten sei ein Hammelburger Sonderweg, der 1978 in der Geschäftsordnung des Hammelburger Stadtrates verankert wurde und nun von einem anerkannten Sachverständigen geprüft werden sollte. "Denn weder der Aufgabenbereich noch die Kriterien der Bestellung sind genauer definiert", monierte er.