Der Salinenparkplatz ist zu einem großen Teil abgesperrt, Motoren röhren, Rallyefahrer sind auf der Suche nach ihrem Stellplatz. Von den Berufspendlern, die hier ansonsten unter der Woche parken, ist nicht viel zu sehen. Dafür: Schaulustige, Oldtimerfans mit Fotoapparaten und die 183 Fahrerteams der 16. "ADAC Sachs Franken Classic", die auf dem Parkplatz ihr Fahrerlager aufgeschlagen haben.


Die internationale Oldtimer-Rallye kommt traditionell am Pfingstwochenende nach Bad Kissingen. Mit ihren Fahrzeugen von Baujahr 1929 bis 1983 legen die Fahrer an drei Tagen 500 Kilometer durch Unterfranken zurück und mehrere Wertungsprüfungen ab.

Die Sachs Franken Classic startete gestern Mittag zum Prolog traditionell vom Bad Kissinger Marktplatz aus. Hier mussten die Fahrer gleich die erste Wertungsprüfung absolvieren, bevor es weiter ging zum Münnerstädter Anger, Maria-Bildhausen, Hohenroth und über Schloss Aschach wieder zurück nach Bad Kissingen. Heute und morgen stehen die beiden großen Runden durch Unterfranken an.

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Nicht nur die Wagen sind beeindruckend, sondern auch das bunte Fahrerfeld: Vier Teams aus dem Landkreis (davon drei aus Sulzthal) sind gemeldet, Kabarettist Urban Priol ist wie üblich mit dabei. Die jüngsten Beifahrer haben noch keinen Führerschein, die ältesten sind schon lange im Ruhestand. Von Hamburg bis Basel, von Mainz bis Nürnberg, aus Italien und der Schweiz kommen die Fahrer. Mark Goepel und Esther Wieland haben ihren 77 Jahre alten Riley Brooklands von Essen bis Bad Kissingen geschont. "Mit so einem Wagen reist man nicht an", erklärt sie. "Er kommt auf einen Trailer und dann fährt man los."

Roadster statt Cadillac

Viele Teilnehmer der Sachs Classic Rallye sind Überzeugungs- und Wiederholungstäter. Der Spaß am Fahren und die schöne Landschaft stehen im Vordergrund. Deshalb kommen sie Jahr für Jahr wieder. So wie Wolfgang und Marita Schönwälder aus Rotenburg (Wümme) im nordöstlichen Niedersachsen. Er fährt seit 2002 regelmäßig mit, Marita ist in den letzten Jahren dazugekommen. "Es macht Spaß, weil man gefordert wird und weil man die Gelegenheit hat, durch die schöne Gegend zu fahren", sagt sie.

"Die Ecke ist immer eine Reise wert", findet auch Michael Heinrich aus Zeuthen in Brandenburg. Er nimmt zum sechsten Mal bei der Rundfahrt teil, bislang immer mit seinem großen, schweren Cadillac. Dieses Jahr hat der Lackierer sich allerdings mit einem Henley Roadster für die sportliche Variante entschieden. "Wir wollten, dass uns der Wind um die Ohren fliegt." Einziger Nachteil bei dem schicken Sportwagen: Er hat kein Verdeck. Das nimmt Heinrich aber gelassen. "Wenn Wetter ist, ist Wetter", meint er lachend. "Wenn es regnet, kommt eben ein Schirm zum Einsatz."