Erfrischend, wie lebhaft und konstruktiv es am Dienstag im Stadtrat zuging. Fast alle meldeten sich zu Wort. Dabei herrschte nicht der Eindruck, dass Fraktionen gegeneinander ins Feld ziehen oder Meinungen im Vorfeld festgezurrt worden waren. Die Auseinandersetzung war ernsthaft, sachlich und überraschend wenig vorhersehbar.

Dass die Tagesordnung eher weniger spannend war, ist dabei nebensächlich.
Welche Lampen nun in der Kissinger Straße brennen und ob es dieselben sein müssen wie an der Obermang - an dieser Frage hängt sicher nicht das Geschick der Stadt. Aber auch die kleinen Entscheidungen verdienen Aufmerksamkeit und die Abwägung von Argumenten und Überlegungen braucht Zeit, und diese Zeit hat sich der Stadtrat genommen.

Dass gerade die Stadträte, die noch nicht so lange im Rat vertreten sind, sich nach und nach aus der Deckung wagen, ist bereichernd, die Erfahrung und Genauigkeit der "alten Hasen" dagegen unschätzbar.

So strukturiert wie Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks durch die Sitzung führt, so raumgebend wirkt der Stil von Jürgen Pfister, der diesmal vertretungsweise den Rat anführte. Beides ist wichtig: Struktur und eine offene Atmosphäre schaffen ein konstruktives Miteinander, damit vielleicht Antworten auf größere Fragen gefunden werden. Die Lampen in der Kissinger Straße sind schon ein guter Anfang.