Eine Zeit lang konnte man meinen, die Bad Kissinger CSU habe den kurz nach der Kommunalwahl erfolgten Wechsel von drei ihrer Ratsmitglieder zur Fraktion der DBK, abgehakt. Dieser Eindruck war aber grundverkehrt. Der Ortsverband der Christsozialen für die Kernstadt strebt ein Parteiausschlussverfahren für Klaus Bollwein an, den einzigen der drei Abtrünnigen, für den die Kernstadt-CSU zuständig ist, weil er dort Mitglied ist.

Bei den beiden anderen Ratsmitgliedern, die, kurz bevor sich der neue Stadtrat formierte, zur DBK wechselten und die CSU damit den Status der stärksten Fraktion kosteten, handelt es sich um Thomas Schlembach und Martina Greubel. Sie gehören beide dem CSU-Ortsverband Reiterswiesen-Arnshausen an. Direkt genannt wird in der Pressemitteilung, die das Vorhaben am Donnerstag öffentlich machte, jedoch keiner der drei Abtrünnigen. Kurioserweise drückt sich die Mitteilung bis zum Ende um die Namensnennung herum.

Nach der Pressemitteilung berichtete Vorsitzender Steffen Hörtler jetzt bei einer Vorstandssitzung des Ortsverbands "über den Sachstand bezüglich ausstehender Wahlkampfkostenbeteiligungen von zwei Parteimitgliedern, die die Fraktion gewechselt haben". Die zwei davon betroffenen Abtrünnigen standen schon im Frühjahr in der Kritik zahlreicher anderer Listenkandidaten, weil sie sich geweigert hätten, einen nachzuzahlenden Teilbeitrag der Kandidaten zu den Wahlkampfkosten zu überweisen. Diese ausstehenden Beiträge, so die Kissinger CSU in ihrer aktuellen Mitteilung, würden "nunmehr eingetrieben".