Mit einem Festakt im Nüdlinger Pfarrsaal bei musikalischer Begleitung des Bläserensembles "Vollblech" verabschiedete der amtierende Gemeinderat seine nach der Wahl 2020 ausgeschiedenen acht Kolleginnen und Kollegen.

Winfried Schneider, der in Haard bereits 1977 das Amt des Kirchenpflegers übernommen hatte, wurde 1978 in den Gemeinderat gewählt. Nach 41 Jahren schied er aus dem Ratsgremium aus und "übergab" dieses Ehrenamt im vergangenen Jahr an seinen Enkel, wie Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) es in seiner Laudatio scherzhaft formulierte.

Auch Anton Suckfüll engagierte sich vielfach in seiner Kirchengemeinde und gehörte seit 1994 der Kirchenverwaltung an. In den folgenden 24 Jahren bis 2018 war er nicht nur Mitglied des Gemeinderats, sondern man sah ihn bei vielen anderen ehrenamtlichen Arbeiten im Einsatz. Unzählige Beispiele dieses Engagements beider Bürgermedaillenträger wie die Generalrenovierungen und Umbauten in und an den Kirchen und Pfarrhäusern zählte Hofmann stichpunktartig auf. Kleinigkeiten ihrer täglichen Arbeit wie Kirchenschmuck, Pflege um Kirche und Pfarrhaus oder das Schneeräumen seien manchmal von den Einwohnern kaum noch wahrgenommen worden, "weil es ja schon immer so war".

Mit einem Rückblick auf die sechs Jahre der vergangenen Wahlperiode verabschiedete der Bürgermeister anschließend die acht nach der Wahl ausgeschiedenen Gemeinderäte. In diesen sechs Jahren hatten sie für die Gemeinde wichtige Entscheidungen treffen müssen wie die Einrichtung des Naturfriedhofs am Wurmerich, die Erschließung des Baugebietes Bödelein II, die neuen Spielplätze in Haard und Nüdlingen oder die Ertüchtigung vieler Ortsstraßen, wie Hofmann neben vielen anderen Punkten auflistete. Nicht zuletzt seien die langwierigen Diskussionen um die Ortsumgehung, die schließlich doch mit einem negativen Bürgerentscheid endeten, ein beherrschendes Thema im Gemeinderat gewesen.

"Nicht alles ist so gelaufen, wie es sich jeder gewünscht hat." Ob alles richtig entschieden worden sei, wolle er nicht beurteilen. "Ich bin mir jedoch sicher, dass wir unsere Entscheidungen immer nach unserem Gewissen ausgerichtet haben", dankte Bürgermeister Harald Hofmann den ehemaligen Ratsmitgliedern "für die kollegiale, arbeitsreiche, erfolgreiche und manchmal aufregende Zusammenarbeit".

So sei auch die Aufnahme von Flüchtlingen in Nüdlingen als erste Gemeinde des Landkreises vor fünf Jahren einvernehmlich beschlossen worden. "Wenn man gewählt wird, muss man Verantwortung übernehmen, und man weiß am Ende nie, was auf einen zukommt", ging Hofmann abschließend noch kurz auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie ein.

Verabschiedete Ratsmitglieder

Marie-Luise Biedermann (CSU, 2 Jahre), Nicole Lampert (CSU, 4 Jahre; Rechnungsprüfungsausschuss), Theodor Hein (Bürgerblock, 6 Jahre, Stellvertreter bei Abwesenheit der Bürgermeister), Karen Pohle (SPD, 6 Jahre; Schulverbandsrätin), Matthias Weber (Junge Liste, 6 Jahre; Rechnungsprüfungsausschuss), Franz Weber (CSU, 7 Jahre; Fraktionsvorsitzender), Birgitt Waldner (CSU, 10 Jahre; Seniorenbeauftragte, Rechnungsprüfungsausschuss, Partnerschaftskomitee), Reiner Hillenbrand (UWH, 18 Jahre; Jugendbeauftragter Haard, Verwaltungsausschuss Kindergarten).