Am 30. September trafen sich Nüdlingens Einheimische in der Schlossberghalle zur Bürgerversammlung. Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) geht davon aus, dass die meisten der gestellten Bürgerfragen beantwortet seien. In einer Sitzung am Dienstagabend stellte er sie noch einmal zusammenfassend dem Gemeinderat vor. Einzelne Anregungen diskutierten die Räte vertieft.

Autos zu schnell in der Gartenstraße

Gabriele Röder hatte angesprochen, dass in der Gartenstraße in Richtung Hausen und Großenbrach kein Autofahrer 30 km/h fahre. Röder fragte, ob es möglich sei, Schutzmaßnahmen zu treffen. Insbesondere da es sich um einen Weg handle, auf dem viele Radfahrer unterwegs seien.

Die Straßenverkehrsbehörde und die Polizei hätten das Anliegen geprüft, erklärte Hofmann.

Änderungen sind bisher jedoch nicht geplant. Gemeinderätin Anita Haub (Bürgerblock) regte an, die Antwort der Behörde und der Polizei in den Nüdlinger Nachrichten zu veröffentlichen, damit sie dort im genauen Wortlaut nachlesbar sei. Gemeinderat Edgar Thomas (CSU) sagte, er habe sich die Straße angeschaut. "Es gibt eine Engstelle, die man verändern könnte, man könnte 50 bis 80 Meter freischneiden, dann könnte man da ausweichen." Gemeinderat Volker Schäfer (SPD) sagte, er habe vor einiger Zeit einen Antrag gestellt, dort ein Gerät hinzustellen, mit dem man messen könne, wie schnell gefahren werde und wie viele Autos dort fahren. Bisher sei aber noch nichts passiert. Wenn bald der Winter mit Schnee und Eis komme, sei die Aussagefähigkeit einer solchen Messung gering, daher mache eine Messung in den nächsten Monaten keinen Sinn mehr. Er hoffe, dass das im Frühjahr angegangen werde. "Dann kann man diesen Aussagen mit Fakten begegnen, ohne immer mit Vermutungen zu hantieren."

Hindenburg-Straße umbenennen?

Johannes Heim hatte bei der Bürgerversammlung gefragt, welche besonderen Zusammenhänge es zwischen der Gemeinde Nüdlingen und Paul von Hindenburg gebe, dass ihm eine Straße gewidmet sei. Gemeinderat Volker Schäfer (SPD) hatte daraufhin in einer Nüdlinger Dorfchronik nachgesehen.

Laut dem Dorfchronisten Emil Pillich habe sich 1935 der damalige Gemeinderat darauf geeinigt, die Ortsdurchfahrt in Adolf-Hitler umzubenennen. Die neuerbaute Straße von der Hauptstraße zur Neubaustraße wurde Hindenburgstraße genannt. Schäfer sagte: "Wir sollten wirklich überlegen, ob es Sinn macht, eine Straße nach Hindenburg zu benennen." Hindenburg sei als Steigbügelhalter des Dritten Reichs bekannt. Schäfer findet: "Der Straßenname ist unpassend."

Zudem betreffe die Straßennamenänderung nur sieben Anwesen und keine Firma. "Der Aufwand ist sehr gering, das Zeichen sehr groß." In einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats werde dieser Punkt auf die Tagesordnung gesetzt, kündigte Hofmann an.

Parkplätze fehlen

Ellen Pawlas hatte in der Bürgerversammlung erwähnt, dass sie auf dem Parkplatz am Friedhof keinen Platz fände, weil dort Menschen parkten, die nicht den Friedhof besuchten. Marion Kiesel hatte dem in der Bürgerversammlung zugestimmt und eine Parkscheibenregelung vorgeschlagen. Manfred Hein schlug ergänzend eine Begrenzung auf eine Stunde vor.

Gemeinderat Volker Schäfer (SPD) sagte nun, man solle prüfen, von wann bis wann Bestattungen und kirchliche Veranstaltungen normalerweise stattfinden und dann eine Parkscheibenregelung von einer Stunde beschließen, die von Montag bis Freitag von etwa 13 bis 17 Uhr gelte. Hofmann sagte: "Ein Schritt nach dem anderen." Er wolle die Ergebnisse des Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) in die Entscheidung einbeziehen.

Integriertes Stadtentwicklungskonzept

Außerdem diskutierte der Gemeinderat, in welcher Form die Auftaktveranstaltung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) angesichts der 2G-Regel und der steigenden Corona-Zahlen stattfinden könne. Die Verwaltung prüft nun, ob die Organisation einer Hybridveranstaltung, teils in Präsenzform, teils digital möglich ist.

Kaputte Duschen in der Schlossberghalle

Außerdem habe das Landratsamt angefragt, ob Schüler der Bad Kissinger Realschule und des Gymnasiums in der Schlossberghalle trainieren könnten. Für vier Euro pro Schulstunde und Klasse könnten die Schulen die Halle mieten.

Derweil sind in der Halle von 47 Duschen 24 abgebaut und müssen repariert werden. Der Gemeinderat wird in einer späteren Sitzung darüber entscheiden, in welchem Umfang und zu welchen Kosten die Duschen repariert werden.

Bei der Erschließung des Baugebiets "Häusler Weg II" entschieden sich die Gemeinderäte für eine Verbreiterung und Verlängerung der Parkplätze, die am Anfang des Baugebiets vor einer beruhigten Spielstraße geplant sind.

Baugebiet "Häusler Weg II"

Die Parkplätze werden 30 Zentimeter breiter und einen Meter länger. Außerdem soll es statt acht Parkplätzen nun neun Parkplätzen geben. Der Baum, der derzeit noch im Weg steht, soll versetzt werden. Hintergrund ist: Wenn nicht umgeplant würde, könnten Autofahrer voraussichtlich nicht alle Parkplätze nutzen, weil sie bei einer Straßenbreite von 5,5 Metern nicht rangieren könnten.

Asphaltierung der Stichstraße

Außerdem wird die Stichstraße im Baugebiet nun nicht gepflastert, wie ursprünglich geplant, sondern mit einem "Ökopflaster" asphaltiert. Darauf einigten sich die Gemeinderäte nach einer kurzen Diskussion. "Es verbessert die Haltbarkeit und senkt die Kosten", sagte Hofmann zu den Vorteilen einer Asphaltierung.

Gemeinderat Florian Wilm (Bürgerblock) schlug vor, Rasengittersteine zu verwenden. Uwe Beer (CSU) sprach sich dafür aus, die Stichstraße zu teeren. "Rasengittersteine sind sehr unfallträchtig, man kann abknicken oder mit Stöckelschuhen hängen bleiben." Stephan Schmitt (UWH) sagte, er finde Pflaster zwar nicht schlecht, weil man es leicht aufmachen könne, wenn man Kabel verlegen müsse. Er gebe aber zu bedenken, welchen Pflegeaufwand eine Pflasterung mit sich bringe. "Die Arbeit für den Bauhof wird auch nicht weniger." Und: "Das führt zu Problemen mit Anwohnern, weil es nicht sauber gehalten wird."

Unseren Bericht zur Bürgerversammlung in Nüdlingen finden Sie hier.