Im Nachrichtenblatt der Gemeinde lasen die Bewohner während des Sommers über die niedrigen Wasserstände: "Nüdlinger Trinkwasserbrunnen laufen am Limit", hieß es. Und, dass die Einwohner Wasser sparen sollten. Der Klimawandel zeigt sich also bereits. Daher beschlossen die Gemeinderatsmitglieder diese Woche eine Förderung für Regenwasserzisternen und Photovoltaikanlagen.

Das Ziel der Regenwasserzisterne ist es, Trinkwasser zu sparen und Kanalisation bei Starkregenereignissen zu entlasten. Eine förderfähige Zisterne muss mindestens fünf Kubikmeter groß sein. Außerdem muss sie ganzjährig und für mindestens zehn Jahre genutzt werden.

Bis zu 3000 Euro Förderung

Wer das Wasser der Zisterne für Garten und Haushalt nutzt, bekommt eine einmalige Förderung von 300 Euro pro Kubikmeter. Bei einer zehn Kubikmeter großen Zisterne wären das 3000 Euro. Wer hingegen nur seinen Garten mit dem Wasser gießt, bekommt 50 Euro pro Kubikmeter. Das wären dann 500 Euro bei zehn Kubikmetern.

Bei den 3000 beziehungsweise 500 Euro ist die Förderung gedeckelt: Wer eine größere Zisterne einbaut, bekommt keine höhere Förderung. Die Bürger müssen den Bau vorher schriftlich der Gemeinde melden. Die Richtlinie warf einige Fragen bei den Gemeinderatsmitgliedern auf. Uwe Beer (CSU) erkundigte sich, warum Gewerbetreibende ausgeschlossen seien. Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) erklärte, dass diese die Möglichkeit hätten, die Zisterne steuerlich abzusetzen.

Was ist, wenn...?

Zur Formulierung "Die Anlage muss am Hauptwohnsitz des Antragstellers gebaut werden", fragte Burkard Diez (UWH). Wie sei umzugehen mit denen, die einen Garten außerhalb des Gebietes hätten? Volker Schäfer (SPD) wollte wissen, wie es bei Vermietern geregelt ist, die im Gemeindegebiet ein Haus vermieten. Sebastian Schäfer (SPD) fragte: "Zählt das dann auch, wenn die Bürger sich fünf dieser Plastikwannen hinstellen? Oder braucht es dazu bauliche Maßnahmen?"

Nachdem die Gemeinderäte weitere Ausnahmen nannten, beendete Uwe Beer die Diskussion mit dem Satz: "Wir schreiben einfach rein: ‘Etwaige Sonderfälle sind vom Gemeinderat zu beschließen'". Damit waren alle einverstanden und nahmen die Richtlinie mit besagtem Zusatz an. Die Gemeinde stellt 15 000 Euro dafür in den Haushalt ein.

Photovoltaikanlagen für Nüdlingen

Um den Bau von Photovoltaikanlagen zu fördern, hat sie 30 000 Euro festgesetzt. Auch hier muss die Anlage am Hauptwohnsitz des Antragsstellers und im Gemeindegebiet gebaut werden. Pro angefangenen Kilowatt-Peak Leistung gibt es eine Förderung von 50 Euro.

Dies ist bei 500 Euro gedeckelt. Um weiteren Fragen vorzugreifen, hat Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) Beers Formulierung zu den Sonderfällen auch in diese Richtlinie übernommen. So beschloss der Gemeinderat die Richtlinie ohne weitere Diskussion und einstimmig.

Beide Richtlinien treten ab dem 1. November dieses Jahres in Kraft und sollen vorerst bis zum 31. Dezember 2022 laufen. Der Beschluss geht zurück auf einen Antrag der Fraktion "Bürgerblock" im März.

Weitere Themen im Gemeinderat

- Zuschussantrag Die Gemeinde übernimmt zehn Prozent der angefallenen Kosten für die erneuerte Kegelbahn des TSV Nüdlingen. Das entspricht 4750 Euro.

- Bauanträge Zwei Bauvorhaben hat der Rat genehmigt. Eines davon entsteht in der Mühlgasse, 34a. Diese Adresse soll zu "Heßgraben 1" geändert werden.

- Bauplätze Eine Diskussion zur Umgestaltung des Bebauungsplanes "Wurmerich Süd" wurde in die nächste Sitzung verschoben.

- Gasthaus "Stern" Volker Schäfer stellte seine "Standardfrage" zum Gasthaus. Stand laut Hofmann sei, die Elektriker waren da, der Verputzer mache Restarbeiten, der neue Boden komme bald.

- Radwege Damit das Landratsamt das Radwegekonzept weiterschreibt, sollen die Gemeinden ihre Wünsche an Nicht-Gemeindlichen Straßen melden. Nüdlingen wünscht Radwege von Nüdlingen nach Münnerstadt und Oerlenbach, in Richtung Bad Kissingen und einen Weg von Haard Richtung Bad Bocklet und Burghausen.