Cordula Kuhlmann kann sich eine Umnutzung der alten Volksschule zum "Bürgerhaus" gut vorstellen. "Es könnte kulturellen und sozialen Zwecken dienen und weiter von Vereinen und als Jugendzentrum genutzt werden", erklärte die Konversionsmanagerin des Landkreises. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Matthias Endres unterstützt sie Kommunen, die von der Bundeswehrreform betroffen sind, bei Projekten zum Abfedern der Folgen des Truppenabbaus.
Eine Sanierung des Gebäudes und
eine öffentliche Nutzung als "Bürgerhaus" würden sich positiv auf das Erscheinungsbild und das Image der Stadt auswirken, meinen die Konversionsmanager. Die Sanierung könnte in zwei Bauabschnitten erfolgen, erst außen und dann innen. Baukosten ließen sich durch Eigenleistungen der Vereine reduzieren. "Im Zuge der Umnutzung sollte die Obdachlosenunterkunft dann aber anderweitig untergebracht werden", erläuterte Matthias Endres.
2. Bürgermeister Reimar Glückler (CBB) sieht die Stadt durch das Vorhaben, dessen Kosten er auf ein bis zwei Millionen Euro schätzte, finanziell überfordert. Zur Begründung verwies er auf anstehende Großprojekte, darunter Deponie-Sanierungen, mögliche Bauhof-Verlagerung, Bau einer Erschließungsstraße für das Gebiet "Hochstein", Ampelanlage an der Anbindung Ost sowie Gestaltung von Viehmarkt und Umfeld des Bürgerspitals. "Die Entscheidung über ein Bürgerhaus sollten der nächste Stadtrat und der nächste Bürgermeister treffen", bekräftigte Glückler.
Bürgermeister Ernst Stross (SPD) betonte, es gehe jetzt noch nicht um einen endgültigen Beschluss, sondern nur um das Konzept. Das Konversionsmanagement müsse die Chance bekommen, sich um ein wichtiges innerstädtisches Thema zu kümmern.
Annemarie Fell (Grüne/BfU) unterstrich, die Stadt sei in der Pflicht, den Vereinen Räume zur Verfügung zu stellen. Und diese fühlten sich in der alten Volksschule wohl. In anderen Städten gebe es "Bürgerhäuser", die durch die Gründung von Genossenschaften finanziert würden, regte sie ein alternatives Modell an.

"Viele Räume nicht ausgelastet"

Stefan Seufert (CSU) meinte, das alte Schulgebäude könnte besser genutzt werden. Auch das Pfarrzentrum habe nach den Worten des früheren Pfarrers Christian Müssig noch freie Kapazitäten. Ähnlich verhalte es sich mit dem Gemeinschaftsraum im Bad. "Für mich ist das Köpplerhaus schon ein Bürgerhaus, aber es wird nicht optimal genutzt", sagte Seufert. In der Stadt gebe es viele Räumlichkeiten, die nicht ausgelastet seien. Und das Angebot steige noch weiter, wenn die evangelische Kirchengemeinde ein eigenes Zentrum baue.
Seufert erinnerte an den privaten Investor, der bereit gewesen wäre, attraktiven Wohnraum in der ehemaligen Volksschule zu schaffen. "Damit hätten wir auch für mehr Leben in der Altstadt gesorgt", machte der Stadtrat deutlich.
3. Bürgermeisterin Elisabeth Wende (CSU) warnte davor, mit dem "Bürgerhaus" Wünsche zu wecken, die nicht erfüllt werden könnten. Die Stadt habe derzeit auch wichtigere Projekte wie die Gestaltung des Viehmarktes, des Bürgerspital-Umfeldes sowie der Tourist-Information. Eine Festlegung auf das Vorhaben "Bürgerhaus" wäre eine Vorbelastung für den nächsten Stadtrat.
Ernst Stross entgegnete, die Entscheidung über eine Finanzierung würde ohnehin erst der nächste Stadtrat treffen. Es gehe derzeit nur um ein erstes Konzept, eine Kostenschätzung und welche Fördermittel für ein solches Vorhaben möglich seien.
Alexander Stolz (CBB) sprach sich dafür aus, statt ein "Bürgerhaus" zu planen lieber ein Gesamtkonzept für die Stadt zu erstellen, welche öffentliche Räume wie genutzt werden können. Christian Fenn (Junge Liste) meinte, die alte Volksschule sei bereits ein "Bürgerhaus". Sinnvoll wäre die Erstellung eines Konzeptes, wie die Räumlichkeiten besser genutzt werden können.
Am Ende gab es mit zehn zu acht Stimmen ein recht knappes Votum dafür, die Pläne für ein "Bürgerhaus" zunächst weiterzuverfolgen.